Fritz Bauer Institut

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Empfehlung des Monats

Elke Gryglewski, Verena Haug, Gottfried Kößler,
Thomas Lutz und Christa Schikorra (Hrsg.):
Gedenkstättenpädagogik
Kontext, Theorie und Praxis der Bildungsarbeit
zu NS-Verbrechen


Herausgegeben im Auftrag der AG Gedenkstättenpädagogik

Berlin: Metropol Verlag, 2015, 363 S., € 22,–
ISBN: 978-3-86331-243-5
www.metropol-verlag.de


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Aktuelle Veranstaltungen

Öffentliche Führung:
Norbert Wollheim Memorial
Saturday, 15. August 2015, 15:00

Goethe-Universität Frankfurt am Main – Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1, Treffpunkt am Norbert Wollheim-Pavillon

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Weitere Veranstaltungen
im Kalender des Fritz Bauer Instituts
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Lehrveranstaltungen



Neben den im Rahmen der Gastprofessur am Fritz Bauer Institut angebotenen Lehrveranstaltungen bietet das Institut Veranstaltungen am Fachbereich Philosophie und Geschichtswissenschaften, am Historischen Seminar und am Institut Didaktik der Geschichte an.

Weitere Informationen
zu den Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2015
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Ausstellungen



Legalisierter Raub
Der Fiskus und die Ausplünderung der Juden in Hessen 1933–1945

Sonntag, 8. November bis 2015 bis Sonntag, 28. Februar 2016
(Montag, 21. Dezember bis Freitag, 8. Januar geschlossen)
Odenwald- und Spielzeugmuseum, in der Kellerei
Einhardspforte 3, 64720 Michelstadt
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Fritz Bauer. Der Staatsanwalt
NS-Verbrechen vor Gericht

In Planung: 21. April bis 21. August 2016
NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln
Appellhofplatz 23-25, 50667 Köln
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Die IG Farben und das Konzentrationslager Buna/Monowitz
Wirtschaft und Politik im Nationalsozialismus

Donnerstag, 21. Mai bis Sonntag, 2. August 2015
Synagoge Celle, Im Kreise 23–24, 29227 Celle
Freitag, 4. September bis Sonntag, 18. Oktober 2015

Stadtmuseum Ludwigshafen, Rathausplatz 20
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Ein Leben aufs neu. Das Robinson-Album.
DP-Lager: Juden auf deutschem Boden 1945–1948

Montag, 31. August bis Freitag, 11. September 2015
Rathaus Wiesbaden, Schlossplatz 6, Foyer
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Weitere Ausstellungsangebote
Wanderausstellungen des Fritz Bauer Instituts
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Nachrichten

historiae faveo-Preis 2015

Auszeichnung für Martin Jost

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Der historiae faveo-Preis, mit dem der Förder- und Alumniverein der Geschichtswissenschaf-ten an der Goethe-Universität Frankfurt am Main jährlich eine hervorragende Abschlussarbeit auszeichnet, ging 2015 an Martin Jost. Jost erhielt den mit 1.000 Euro dotierten Preis auf ein-stimmigen Beschluss des Direktoriums des Historischen Seminars der Goethe-Universität für seine Magisterarbeit über »Jüdisches Kulturleben in Frankfurt am Main in den 1930er Jahren« verliehen. Die von Prof. Dr. Christoph Cornelißen und Prof. Dr. Raphael Gross betreute Stu-die ging aus dem am Fritz Bauer Institut bearbeiteten Projekt »Die Ausschaltung der Juden aus dem Kulturleben im ›Dritten Reich‹«, geleitet von Dr. Jörg Osterloh, hervor. Die Preisver-leihung fand am 16. Juli 2015 im Rahmen der jährlichen Absolventenverabschiedung des His-torischen Seminars statt.
In seiner Laudatio sagte Prof. Dr. Dieter Hein: »Jüdisches Kulturleben fand in Deutschland in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – das ist uns allen präsent – unter extrem unterschiedli-chen Bedingungen statt: Einer Blütezeit deutsch-jüdischer Kultur in den Jahren der Weimarer Republik folgte unter dem NS-Regime die radikale Ausgrenzung jüdischer Künstler aus dem deutschen Kulturleben und später deren physische Vernichtung. Wie unter diesen Bedingun-gen ein jüdisches Kulturleben weiter aufrechterhalten werden konnte, wie es organisiert war, welchen kulturellen Leitbildern es folgte und welche künstlerischen Leistungen erbracht wur-den, diesen Fragen geht Herr Jost vor allem an Hand des ›Kulturbundes Deutscher Juden Be-zirk Rhein-Main‹, einer 1933/34 gegründeten Zwangsorganisation für jüdische Kultur, nach. […] Und das ist ihm in hervorragender Weise gelungen, vor allem weil er mit großer Souve-ränität, analytischer Präzision und zugleich sprachlicher Sensibilität stets das größere Ganze im Blick hat. […] Mit seiner Studie über das ›Jüdische Kulturleben in Frankfurt am Main in den 1930er Jahren‹ hat Martin Jost eine beachtliche Forschungsleistung erbracht.«
Das Fritz Bauer Institut gratuliert zu dieser verdienten Auszeichnung!

Martin Jost, M.A., geb. 1987, von 2008 bis 2015 Studium der Geschichte, Soziologie und Politologie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main; von 2011 bis 2015 studentischer Mitarbeiter am Fritz Bauer Institut, ab 1. Oktober 2015 wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand am Simon-Dubnow-Institut in Leipzig.

Kontakt
historiae faveo
Förder- und Alumniverein Geschichtswissenschaften
an der Goethe-Universität Frankfurt am Main
c/o Historisches Seminar
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
info(at)historiae-faveo.de
www.historiae-faveo.de

Abb: Laudator Prof. Dr. Dieter Hein, Dr. Martin L. Müller, Vorsitzender des Förder- und Alumnivereins historiae faveo und Preisträger Martin Jost (v. l.)
Foto: Werner Lott


Finanzierung der ersten Holocaust-Professur Deutschlands gesichert

Der Wissenschaftsminister des Landes Hessen, Boris Rhein, hat mit der Unterzeichnung der Finanzierungsvereinbarung die erste Holocaust-Professur Deutschlands ins Leben gerufen.

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Am Montag, dem 20. Juli 2015 unterzeichnete Wissenschaftsminister Boris Rhein die Finanzierungvereinbarung mit der Goethe-Universität Frankfurt am Main und dem Fritz Bauer Institut für die Einrichtung einer Professur zur Erforschung der Geschichte und Wirkung des Holocaust. Das Land Hessen unterstützt die Professur mit 150.000 Euro jährlich.
Der neue Lehrstuhl ist zugleich mit der Leitung des Fritz Bauer Institutes verbunden, das die Landesregierung auch weiterhin mit einer institutionellen Förderung in Höhe von 350.000 Euro unterstützt. Damit stehen für Holocaust-Professur und Institut künftig insgesamt 500.000 Euro aus Landesmitteln zur Verfügung.
Die Goethe-Universität Frankfurt wird nun die Professur ausschreiben und damit das ordentliche Berufungsverfahren für die Besetzung der neuen W3-Professorenstelle starten.

Boris Rhein, Hessischer Wissenschaftsminister:
»Wir haben heute die erste Holocaust-Professur in Deutschland ins Leben gerufen. 70 Jahre nach Ende der Shoah ein überfälliger Schritt. Im Land der Täter darf es kein Vergessen geben. Wir sind verpflichtet, uns an die Spitze der Forschung zu setzen. Das Besondere an der ersten Holocaust-Professur ist, dass es nicht nur um das Verstehen der Vergangenheit geht. Insbesondere die Auswirkungen bis in die Gegenwart sollen ein Forschungsschwerpunkt sein.« […]
»Die Verknüpfung der neuen Holocaust-Professur mit der Leitung des Fritz Bauer Institutes ist eine einmalige Gelegenheit, die wir nutzen, um der wissenschaftlichen Aufarbeitung einen möglichst großen Schub zu geben. Das Fritz Bauer Institut ist eine Bildungs- und Forschungsstätte von höchstem internationalem Rang, dessen Bedeutung sich weit über die Grenzen von Hessen hinaus entfaltet. Vor allem die Auseinandersetzung mit den ethischen und moralischen Rechtfertigungsstrukturen des Holocaust bis in die Gegenwart macht die Forschung so einmalig und bedeutsam.«

Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz, Vizepräsident der Goethe-Universität:
»Die neue Holocaust Professur an der Goethe Universität – die erste ihrer Art in Deutschland – stellt einen Meilenstein in der Forschung dar. Wir sind dem Land Hessen und Minister Rhein für diese wichtige Initiative und die Schaffung der nötigen finanziellen Basis sehr dankbar. Von der Professur, die im Fachbereich Philosophie Geschichtswissenschaften angesiedelt sein wird, versprechen wir uns nicht nur ein besseres Verständnis des Holocaust. Von ihr sollen auch wichtige Impulse ausgehen, um mit Blick auf die Strukturen der NS-Herrschaft gegenwärtige Konflikte, Diskriminierung und Unterdrückung in der Welt besser zu begreifen.«

Jutta Ebeling, Vorsitzende des Fördervereins Fritz Bauer Institut e.V. und derzeit auch Vorsitzende des Stiftungsrats des Fritz Bauer Instituts:
»Die Einrichtung der ersten Professur für Holocaustforschung im Land der Täter verbunden mit der Leitung des Fritz  Bauer Instituts ist ein wissenschaftspolitischer Meilenstein gegen das Vergessen. Der Erforschung des Holocaust und seiner Wirkungsgeschichte in der Gegenwart wird damit die angemessene Bedeutung für die Zukunft verliehen.«

Hintergrund zum Fritz Bauer Institut
Das Fritz Bauer Institut erforscht interdisziplinär die Geschichte und Wirkung der nationalsozialistischen Massenverbrechen, insbesondere des Holocausts, und vermittelt die Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit durch Workshops, Tagungen, Vorträge und Ausstellungen. Am 11. Januar 1995 wurde das Institut vom Land Hessen, der Stadt Frankfurt am Main und dem Förderverein Fritz Bauer Institut e.V. als Stiftung bürgerlichen Rechts ins Leben gerufen. Seit Herbst 2000 ist es als An-Institut mit der Goethe-Universität Frankfurt am Main assoziiert und hat seinen Sitz im IG Farben-Haus auf dem Campus Westend der Frankfurter Universität. Die unabhängige Forschungseinrichtung mit einem pädagogischen Zentrum ist benannt nach dem Justizreformer und Initiator des ersten Frankfurter Auschwitz-Prozesses, Fritz Bauer. Das Institut erforscht und dokumentiert die Geschichte der nationalsozialistischen Massenverbrechen und deren Wirkung bis in die Gegenwart.
Die Vermittlung des wissenschaftlichen Wissens über die Geschichte der nationalsozialistischen Massenverbrechen und ihre Wirkungen auf die Gegenwart an eine breite Öffentlichkeit, nicht zuletzt in den Schulen, ist Aufgabe des Pädagogischen Zentrums, das seit 2009 gemeinsam mit dem Jüdischen Museum Frankfurt betrieben wird.

Kontakt

Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst
Mark Kohlbecher (Pressesprecher)
Tel.: 0611.323230
Fax: 0611.323299
pressestelle(at)hmwk.hessen.de


Fritz Bauer Studienpreis 2015
für Menschenrechte und juristische Zeitgeschichte

Auszeichnung für Nachwuchsjuristen

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Im Rahmen einer Feierstunde im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz in Berlin, wurde am 1. Juli 2015 durch Bundesjustizminister Heiko Maas erstmals der »Fritz Bauer Studienpreis für Menschenrechte und juristische Zeitgeschichte« verliehen. Ausgezeichnet wurden zwei Nachwuchsjuristen für ihre herausragenden Doktorarbeiten.

Die Preisträger
Dr. Arthur von Gruenewaldt aus Frankfurt am Main erhält den Preis für seine Dissertation »Die Richterschaft des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main in der Zeit des Nationalsozialismus«. Seine Untersuchung zeigt, wie willfährig sich die Frankfurter Richterschaft gegenüber der nationalsozialistischen Diktatur gezeigt hat und zu Mittätern des Unrechts wurde.
Dr. Andreas Werkmeister wird für seine Doktorarbeit zu »Straftheorien im Völkerrecht« ausgezeichnet. Seine Arbeit knüpft an die Bemühungen Fritz Bauers an, mit Hilfe des Völkerstrafrechts staatliches Unrecht zu ahnden.

Der Fritz Bauer Studienpreis wurde 2014 von Bundesminister Heiko Maas gestiftet, um an den einstigen hessischen Generalstaatsanwalt und Initiator des Frankfurter Auschwitz-Prozesses Fritz Bauer (1903–1967) zu erinnern. Mit dem Preis sollen Nachwuchsjuristen motiviert werden, sich mit Person und Wirken Fritz Bauers zu befassen. Ausgezeichnet werden herausragende juristische Doktorarbeiten, die sich mit Leben und Werk Fritz Bauers oder seinen Lebensthemen beschäftigen, also insbesondere der juristischen Ahndung des NS-Unrechts und anderer Massenverbrechen gegen die Menschlichkeit, der Strafrechtsreform und des humanen Strafvollzugs, der Achtung und des Schutzes der Menschenwürde. Dazu erklärt Bundesminister Maas: »Fritz Bauer hat seinen Beruf als Richter und Staatsanwalt stets als Verpflichtung verstanden, sich für die Demokratie und die Menschenrechte stark zu machen. Zu seinen Lebzeiten war er verfolgt, verhasst und umstritten. Heute ist Fritz Bauer ein Vorbild für alle Juristinnen und Juristen«. Der Preis wird alle zwei Jahre zum Todestag Fritz Bauer am 1 Juli verliehen und ist mit € 5.000,– dotiert.
Die Vergabe des Preises erfolgte unter Mitwirkung einer hochrangig besetzen Jury. Ihr gehören an: Christoph Flügge (Internationaler Strafgerichtshof für das ehem. Jugoslawien, Den Haag), Prof. Dr. Raphael Gross (Fritz Bauer Institut, Frankfurt am Main; seit 1. April 2015 Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig), Werner Koep-Kerstin (Humanistische Union, Berlin), Prof. Dr. Beate Rudolf (Deutsches Institut für Menschenrechte, Berlin) und Prof. Dr. Gerhard Werle (Humboldt-Universität zu Berlin).

Fritz Bauer Studienpreis 2017

Die Bewerbungsfrist endet am 31. Dezember 2016, die Preisverleihung erfolgt zum 1. Juli 2017.
Weitere Informationen unter: www.bmjv.de/fritz-bauer

Kontakt
Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz
Dr. Heiko Holste
Mohrenstr. 37
10117 Berlin
Tel.: 030.1858090-57, Fax: -46
holster-he(at)bmjv.bund.de


A contre-courant –
Solidarité et aide aux juifs pourchassés de Francfort et de la Hesse

Exposition, 6 mai et 26 juin 2015
Bibliothèque de l‘Université de Rennes
Une exposition créée par le Musée Juif et l‘Institut Fritz Bauer à Francfort-sur-le-Main, porté par l’association Vivre en Paix Ensemble

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Eine gemeinsame Ausstellung des Jüdischen Museums Frankfurt am Main und des Fritz Bauer Instituts. Die Ausstellung in der Bibliothek der Université de Rennes 2 wird unterstützt von der Organisation Vivre en Paix Ensemble.

Anlässlich des 70. Jahrestags der Befreiung wird vom 6. Mai bis 26. Juni  2015 in der Bibliothek der Université de Haute Bretagne Rennes 2 die Ausstellung »Gegen den Strom – Solidarität und Hilfe für verfolgte Juden in Frankfurt und Hessen« eröffnet. Unter dem Titel »A contre-courant – Solidarité et aide aux juifs pourchassés de Francfort et de la Hesse« und in französischer Sprache. Weitere Ausstellungsstationen in Frankreich sind in Planung.

Als Museumsdirektor Raphael Gross vor drei Jahren, am 8. Mai 2012 in Anwesenheit von John D. Goldsmith, dem Vize-Präsidenten des Anne Frank-Fonds Basel, die Ausstellung im Frankfurter Museum Judengasse der Öffentlichkeit übergab, war deren besondere Rezeption bis heute noch gar nicht absehbar. Zwischenzeitlich hat sich einiges getan.
So erhielt die Ausstellung am 27. Januar 2013, dem Jahrestag der Befreiung von Auschwitz, den Hosenfeld/Szpilman-Gedenkpreis, der im zweijährigen Turnus von der Leuphana-Universität in Lüneburg ausgelobt wird. Der Preis erinnert an den Wehrmachtsoffizier Wilm Hosenfeld, der den polnischen Musiker und Komponisten Wladyslaw Szpilman 1944 vor der Deportation in das Vernichtungslager Treblinka rettete. Die Auszeichnung war eine ermutigende Anerkennung für das Jüdische Museum und die Forschungen der Kuratorinnen Monica Kingreen, Petra Bonavita und Heike Drummer.
Ebenso verdankt sich die Anbringung einer Gedenktafel vor der ehemaligen britischen Gesandtschaft in der Frankfurter Guiollettstraße für Robert T. Smallbones im Mai 2013 der Ausstellung »Gegen den Strom. Solidarität und Hilfe für verfolgte Juden in Frankfurt und Hessen«. Denn eine ihrer Episoden erzählt von dem rastlosen Bemühen des britischen Generalkonsuls, jüdischen Menschen nach dem November-Pogrom zur Flucht nach England zu verhelfen. Zu den Geretteten gehörten auch die Eltern von John D. Goldsmith, der als Mitinitiator bei der Enthüllung der Tafel durch die Stadt Frankfurt zugegen war.
Nun wandert die Ausstellung in leicht modifiziertem Design nach Frankreich. Die außergewöhnliche Präsentation in der Bretagne und die Übersetzung der Texte durch Schülerinnen und Schüler von acht Gymnasien in Rennes und anderen Städten verdanken sich dem Engagement und den persönlichen Kontakten des Leihgebers Ernst Knöß aus Mörfelden-Walldorf. Dessen Onkel Wilhelm König zählte während der NS-Zeit zu den Menschen in Frankfurt am Main, die der Verfolgung von Juden mit Zivilcourage entgegentraten.
Nach der Redaktion im Jüdischen Museum fertigte das Gestaltungsbüro »mind the gap! design« in Anlehnung an die Frankfurter Schau ein praktikables Layout. An der Realisation vor Ort und der Finanzierung beteiligen sich mehrere Initiativen und Organisationen, etwa die Assoziation »Vivre en Paix ensemble«, die Stadt Rennes, die Universität Rennes 2, das Centre Franco-Allemand in Rennes oder die Fédération des associations d’Amitié Franco-Allemande/FAFA de Bretagne.
Nach anfänglicher Skepsis begrüßt Direktor Raphael Gross die ungewöhnliche Zusammenarbeit ausdrücklich: »Als ich erfuhr, dass die Stadt Rennes und der Verein ›Vivre la Paix ensemble‹ Interesse haben, anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung Frankreichs unsere Ausstellung ›Gegen den Strom‹ in der Bretagne zu zeigen, war ich – das sage ich offen – erstaunt. Ereigneten sich doch die durch uns ausgewählten Geschichten von Solidarität und Hilfe topografisch in einer Region, die mit Ausnahme der Main-Metropole Frankfurt bei unseren Nachbarn kaum bekannt sein dürfte. Allerdings berührte mich von Beginn an die schöne Idee, dass es Schülerinnen und Schüler vor allem aus der Stadt Rennes sein würden, die mit Hilfe ihrer Lehrer die Ausstellungstexte und auch den kleinen Katalog für ein französisches Publikum übersetzen wollten. Deshalb stimmte ich dem Vorhaben gerne zu. Das Interesse ehrt das Jüdische Museum, und wir freuen uns sehr über diese besondere Geste französisch-deutscher Freundschaft.«


Leitungswechsel

apl. Prof. Dr. Werner Konitzer übernimmt die
kommissarische Leitung des Fritz Bauer Instituts

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Prof. Dr. Raphael Gross hat zum 30. April 2015 die Leitung des Fritz Bauer Instituts abgegeben. Seit 1. April 2015 ist er (in Nachfolge von Prof. Dr. Dan Diner) Direktor des Simon-Dubnow-Instituts für jüdische Geschichte und Kultur e.V. und Inhaber des Lehrstuhls für Jüdische Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig.
Bis zur Neubesetzung der Direktorenstelle hat apl. Prof. Dr. Werner Konitzer die kommissarische Leitung des Fritz Bauer Instituts übernommen.


Gastprofessur für interdisziplinäre Holocaustforschung

Großzügige Förderung der Holocaustforschung
am Fritz Bauer Institut durch Frankfurter Bürger

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Am Fritz Bauer Institut wird für fünf Jahre die Stelle einer Gastprofessorin/eines Gastprofessors oder einer Gastwissenschaftlerin/eines Gastwissenschaftlers für Holocaustforschung neu geschaffen. Möglich wird dies mit der Förderung durch Frankfurter Bürger. Michael Hauck und sein Schwiegersohn Oliver Puhl möchten hierdurch darauf hinwirken, dass die Erforschung des Holocaust und seiner Wirkung bis heute als Forschungsschwerpunkt an der Frankfurter Goethe-Universität nachhaltig gestärkt wird. Schon Henry Oswalt, der Großvater von Michael Hauck, gehörte zu den Mitgründern und Förderern der Frankfurter Universität. Für Michael Hauck und Oliver Puhl ist es daher auch ein persönliches Anliegen, dass gerade in Frankfurt die Holocaustforschung institutionalisiert wird.
Die Förderer sagen: »Wir möchten dazu beitragen, die Forschungsschwerpunkte des Fritz Bauer Instituts als dauerhaftes Lehrangebot an der Frankfurter Goethe-Universität zu etablieren. Es sind die besorgniserregenden Anlässe im In- und Ausland, die wieder und wieder vor Augen führen, dass gerade die weitere Erforschung der Wirkungsweise des Holocaust auch Ansätze der Prävention von Katastrophen liefern kann und daher unterstützt werden muss. Mit einem Lehrstuhl für Holocaustforschung, wie das Land Hessen ihn jetzt schaffen wird, setzen Land und Goethe-Universität ein starkes wissenschaftspolitisches Signal, das durch eine Gastprofessur verstärkt wird. Denn bisher gibt es bemerkenswerterweise im Gegensatz zu vielen ausländischen Universitäten an keiner deutschen Universität eine so eindeutige Ausrichtung.«
Ab dem Wintersemester 2015/2016 sollen fünf Jahre lang Wissenschaftler/innen für je ein Semester an das Fritz Bauer Institut kommen. Sie werden sowohl in der Lehre als auch mit eigenen Forschungsvorhaben die Arbeit des Instituts unterstützen. Die Vereinbarung zwischen dem Institut und den Förderern wurde mit der neuen Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Dr. Birgitta Wolff, abgestimmt. Sie begrüßt die Initiative der Förderer, die sich mit den Plänen des Präsidiums für den Ausbau eines neuen Forschungsschwerpunkts deckt.
Universitätspräsidentin Prof. Dr. Birgitta Wolff: »Die Goethe-Universität mit ihrer stark vom jüdischen Bürgertum geprägten Identität ist der richtige Ort, um über den Holocaust und seine Wirkung nachzudenken. Das Fritz Bauer Institut hat hier bisher schon wichtige Forschungsarbeit geleistet. In der Verstärkung dieses Schwerpunktes sehe ich die Chance, daraus noch mehr Impulse für politische Debatten und zur Lösung von Konflikten der Gegenwart zu ziehen. Es kann gar nicht genug dafür getan werden, auch heute Diskriminierung und Ausgrenzung noch wirkungsvoller zu verhindern.«
Für das Fritz Bauer Institut füllt diese Förderung eine Lücke, da die Einrichtung von Gastprofessuren seit dem Sommersemester 2012 nicht mehr finanziert werden konnte. Gerade der Austausch mit Wissenschaftler/innen aus dem europäischen Ausland, aus den USA und aus Israel ist für die Studierenden der Goethe-Universität ein großer Gewinn. Das hat sich auch in der Vergangenheit schon gezeigt.
Prof. Dr. Raphael Gross, Direktor des Fritz Bauer Instituts: »Ich denke es ist wichtig, dass Holocaustforschung international verankert wird – und das bedeutet natürlich auch in Deutschland. Die Ziele des Fritz Bauer Instituts, die Erforschung des Holocaust und seiner Wirkung bis in die Gegenwart hinein, soll auch in künftigen Generationen fortgesetzt werden. Eine Gastprofessur hilft dieses Ziel zu verwirklichen.«
Die Vorsitzende des Stiftungsrats des Fritz Bauer Instituts, Jutta Ebeling, sagt: »Ich danke den beiden Förderern sehr für ihre Initiative. Das 1995 gegründete Fritz Bauer Institut hat auf dem Gebiet der Holocaustforschung in Deutschland Pionierarbeit geleistet – immer schon unterstützt durch internationale Gastwissenschaftler. Das hat das internationale Renommee des Instituts entscheidend gefördert. Es ist sehr gut, dass dieser fruchtbare wissenschaftliche Austausch nun für fünf Jahre gewährleistet ist.«

Ausschreibung für das Wintersemester 2015/16
Gastprofessor/in bzw. Gastwissenschaftler/in mit sozial-, geistes- und/oder humanwissenschaftlichen Perspektive zur Erforschung der Geschichte und Wirkung des Holocaust
... Ausschreibung Gastprofessur (pdf-Datei)

Gastprofessur am Fritz Bauer Institut
Informationen zur Gastprofessur und ihren Inhabern seit Sommersemester 2001.
... Gastprofessur für interdisziplinäre Holocaustforschung

Kontakt:
Fritz Bauer Institut
Manuela Ritzheim
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798-32233
m.ritzheim(at)fritz-bauer-institut.de


Prof. Dr. Raphael Gross übernimmt zum 1. April 2015 die Leitung des Simon-Dubnow-Instituts für jüdische Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig

Pressemitteilung vom 26. März 2015

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Prof. Dr. Raphael Gross wird seine Leitungstätigkeiten am Fritz Bauer Institut, im Jüdischen Museum Frankfurt am Main sowie am Leo Baeck Institut London beenden und zum 1. April 2015 die Leitung des Simon-Dubnow-Instituts für jüdische Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig übernehmen.

... Pressemitteilung vom 26. März 2015 (pdf-Datei)









Abb.: Prof. Dr. Raphael Gross
Foto: Helmut Fricke, Frankfurter Allgemeine Zeitung


Wir trauern um Jiří Kosta sel. A.

Prag, 2. Oktober 1921 – Bad Homburg, 15. Februar 2015

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Am 15. Februar 2015 ist Jiří Kosta im Alter von 94 Jahren an seinem letzten Wohnsitz in Bad Homburg gestorben. Kosta war Mitglied im Rat der Überlebenden, der die Arbeit des Fritz Bauer Instituts unterstützt und begleitet.

Geboren wurde Jiří Kosta als Heinrich Georg Kohn am 2. Oktober 1921 in Prag. Er kam aus einem säkularen jüdischen Elternhaus. Sein Vater war Gymnasiallehrer, Schriftsteller und Übersetzer, seine Mutter Angestellte. In der Familie wurde deutsch und tschechisch gesprochen. Die Eltern verstanden sich als »Tschechoslowakische Bürger deutscher Nationalität«. In den späten 1930er Jahren benutzte man als Umgangssprache vorwiegend tschechisch, weil man sich von der sich immer stärker nazifizierenden und zunehmend antisemitischen sudetendeutschen Gesellschaft abgrenzen wollte. Sein Abitur machte Kosta 1939 in Prag auf einem tschechischen Gymnasium. Sein Vater wurde nach dem »Anschluss des Sudentenlandes« zwangspensioniert, er konnte auf Umwegen nach England emigrieren.
Der zwanzigjährige Jiří Kosta, sein Bruder und seine Mutter dagegen wurden in das Konzentrationslager Theresienstadt verschleppt. Kosta musste ab 1941 im Kohlenrevier Kladno Zwangsarbeit leisten. Im Oktober 1944 wurde er nach Auschwitz deportiert, wo er bis Januar 1945 im Außenkommando Gleiwitz arbeiten musste. Er überstand den Todesmarsch, floh und erlebte die Befreiung im Mai 1945. Seine Familie hatte den Holocaust und die Emigration ebenfalls überlebt.
In die Tschechoslowakei zurückgekehrt war Kosta zunächst ein Befürworter des Sozialismus. Er wurde Sachbearbeiter im Außenhandelsministerium, bis 1949 sein Vater und ein Jahr später er selbst entlassen wurde. Fortan verdiente er sein Geld als Bauarbeiter, später als Fabrikarbeiter und Dreher in einem Flugzeugwerk. Seine Mutter kam 1950 wegen Sabotage und staatsfeindlichem Vergehen für sieben Jahre ins Gefängnis. Sie wurde jedoch 1954 im Zuge einer Amnestie wieder entlassen.
1956 wurde Jiří Kosta teilrehabilitiert, er konnte danach als Lehrer in einer Fachoberschule arbeiten. 1962 wurde er Institutssekretär am Ökonomischen Institut der Tschechischen Akademie der Wissenschaften bei dem Wirtschaftsreformer Ota Šik. In dieser Position konnte er mit eigenen Forschungen beginnen. 1966 wurde Jiří Kosta promoviert.
Nach dem Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes in der Tschechoslowakei begann er sich neu zu orientieren. Kosta ging 1968 in den Westen und erhielt zu nächst am Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung in Wien eine Stelle, 1970 am Institut für Sozialforschung in München. Von 1970 bis 1987 war er Professor im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. 1977 wurde er aus der Tschechoslowakei ausgebürgert.
In Deutschland bezog er früh kritisch Stellung gegenüber der tschechoslowakischen Regierung. Er setzte sich für die geschichtliche Aufarbeitung des Nationalsozialismus und des Holocaust ein und gehörte seit Ende der 1990er Jahre dem Rat der Überlebenden des Fritz Bauer Instituts an. Dort wurde er mit Trude Simonsohn bekannt, die ebenfalls in Theresienstadt inhaftiert gewesen war.

Jiří Kosta hat über 400 wissenschaftliche Titel publiziert. Darunter den zusammen mit Jaroslava Milotová und Zlatica Zudová-Lešková herausgegebenen Sammelband Tschechische und slowakische Juden im Widerstand 1938–1945, der als Band 22 der Schriftenreihe des Fritz Bauer Instituts 2008 im Metropol Verlag erschienen ist. Schon 2001 wurden seine Erinnerungen unter dem Titel Nie aufgegeben. Ein Leben zwischen Bangen und Hoffen im Philo-Verlag veröffentlicht – ein authentisches Zeitzeugnis ersten Ranges sowie eine unschätzbare historische Quelle.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fritz Bauer Instituts trauern um Jiří Kosta. Wir werden ihn in ehrender Erinnerung behalten.

Foto: Jiří Kosta, Quelle: www.jiri-kosta.de


Neue Adresse:
Aus »Grüneburgplatz« wird »Norbert-Wollheim-Platz«

Mit einer Feierstunde am Mittwoch, 4. Februar 2015, wurde einem Anliegen entsprochen, das im Namen zahlreicher Überlebender des Konzentrationslagers Buna/Monowitz vom Fritz Bauer Institut über viele Jahre mit Nachdruck vertreten wurde: die Umbenennung des vor dem IG Farben-Haus gelegenen Grüneburgplatzes in Norbert-Wollheim-Platz.

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Straßen und Plätze auf dem Campus Westend
tragen neue Namen

Mit dem Norbert-Wollheim-Platz, dem Theodor-W.-Adorno-Platz und der Max-Horkheimer-Straße hat der Campus Westend drei neue Ortsbezeichnungen erhalten. Universitätspräsidentin Prof. Dr. Birgitta Wolff enthüllte im Rahmen einer Feierstunde gemeinsam mit Frankfurts Bürgermeister Olaf Cunitz, und dem Ortsvorsteher des Ortsbeirates 2, Axel Kaufmann die neuen Straßenschilder. Kurze Ansprachen hielten auch AStA-Vorsitzende Myrella Dorn und Alisa Siegrist, Vertreterin der Initiative zur Umbenennung des Grüneburgplatzes in Norbert-Wollheim-Platz, sowie Trude Simonsohn, Überlebende des Konzentrationslagers Theresienstadt und des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau.
Der Norbert-Wollheim-Platz, vormals Grüneburgplatz, trägt nun den Namen des ehemaligen jüdischen Zwangsarbeiters des von der IG Farbenindustrie betrieben Konzentrationslagers Auschwitz III Monowitz, Norbert Wollheim, der nach dem Krieg in einem Musterprozess erfolgreich den IG Farben-Konzern auf Entschädigung verklagte; der Theodor-W.-Adorno-Platz (der bisher namenlose zentrale Universitätsplatz zwischen Casinoanbau und Hörsaalzentrum) und die Max-Horkheimer-Straße (vormals Lübecker Straße) erinnern an die beiden wohl wichtigsten Vertreter der Frankfurter Schule, die als jüdische Intellektuelle in der NS-Zeit in die USA emigrierten und nach ihrem Exil nach Frankfurt an die Goethe-Universität zurückkehrten, wo sie entscheidend zum geistigen und materiellen Wiederaufbau der Universität beitrugen; Horkheimer auch als ihr Rektor von 1951 bis 1953.
»Mit den nun vollzogenen Umbenennungen auf dem Campus Westend wird der bewegten Geschichte der Universität und des Campus gedacht. Damit wird nicht nur an herausragende wissenschaftliche Leistungen, sondern auch an jüdische Schicksale, die für Vertreibung und Verfolgung stehen, dauerhaft erinnert«, betonte Birgitta Wolff bei der Enthüllung der Namensschilder.
Alisa Siegrist erinnerte in ihrer Rede an die Resolution der Überlebenden von Buna/Monowitz, die der Auschwitz-Überlebende David Salz schon 2004 im Frankfurter Römer vorgetragen hat, in der die Umbenennung des Grüneburgplatzes in Norbert-Wollheim-Platz gefordert wurde – und an die jahrelangen Widerstände der Universitätsleitung, dieser Aufforderung zu folgen.

Der Text der Resolution der Überlebenden im Wortlaut:

Wir, Überlebende des Konzentrationslagers Buna/Monowitz, wir, Sklavenarbeiter der IG Farbenindustrie AG in Auschwitz, versammeln uns in diesen Tagen zum zweiten Male auf Einladung des Fritz Bauer Instituts in Frankfurt am Main. An historischem Ort, im IG Farben-Haus, gedenken wir der Opfer von Auschwitz, der Tausenden unserer Kameraden, die der »Vernichtung durch Arbeit« im Werk »IG Auschwitz« zum Opfer gefallen sind. Wir wenigen, die wir überlebt haben, begegnen heute der deutschen Jugend, sprechen über die Zeit der Verfolgung und Vernichtung – in Verantwortung für unser aller Zukunft, im Glauben an eine bessere Welt.
Anlässlich der Enthüllung der Gedenktafel vor dem  IG Farben-Haus im Jahre 2001 ist der Stadt Frankfurt am Main der Vorschlag unterbreitet worden, den »Grüneburgplatz« in »Norbert-Wollheim-Platz« umzubenennen. Unser Kamerad Norbert Wollheim (1913–1998) – der Anfang der fünfziger Jahre die IG Farben i. L. in einem Musterprozess vor dem LG und OLG Frankfurt am Main verklagte und dann zusammen mit der Conference on Jewish Material Claims against Germany und der URO Entschädigungsansprüche erfolgreich geltend machte – Norbert Wollheim steht stellvertretend für die Opfer von Buna/Monowitz.
Den Platz vor dem IG Farben-Haus nach Norbert Wollheim zu benennen wäre für uns Überlebende ein sichtbares Zeichen der Stadt Frankfurt am Main, der unvergänglichen Vergangenheit zu gedenken, der historischen Verantwortung gerecht zu werden.
Wir versammeln uns heute zum letzten Male in Frankfurt am Main. Unsere Generation, Zeugen und Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung und Vernichtung, stirbt aus. Bevor unser Schicksal nur noch Historie ist, wollen wir dafür streiten, dass Geschichtsvergessenheit nicht Platz greift.
Wir appellieren an die Verantwortlichen der Stadt Frankfurt am Main, die Umbenennung des »Grüneburgplatzes« in »Norbert-Wollheim-Platz«  zu veranlassen:
In Ehrfurcht vor den Opfern, in Verantwortung für die Zukunft.
Komitee der Überlebenden von Buna/Monowitz
Frankfurt am Main, 27. März 2004


Video Dokumentation der Umbenennugsfeier
Erstellt vom UTV Frankfurt – Unabhängiges Studierendenfernsehen an der Goethe Uni
Hintergründe der Umbenennungsinitiative
youtu.be/QG8wglynohM
Rede von Trude Simonsohn
Sprecherin des Rats der Überlebenden am Fritz Bauer Institut
youtu.be/L9KIn2nsQtQ
Rede von Alisa Siegrist
Präsidentin des Studierendenparlaments und Vertreterin der Initiative zur Umbenennung des Grüneburgplatzes in Norbert-Wollheim-Platz
youtu.be/oTL6mVpHdyA

Fotoseite zur Umbenennungsfeier (pdf-Datei)

Website zum Norbert Wollheim Memorial

www.wollheim-memorial.de

Unsere neue Adresse am gleichen Ort
Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main


Neues Web-Portal:
Unterrichtsmaterialien zur Auseinandersetzung mit dem Holocaust
www.holocaust-unterrichtsmaterialien.de

Texte und Fotos zur Verfolgung jüdischer Deutscher und zur Ermordung der europäischen Juden in den Jahren 1933–1945.
Für alle Schulformen der Klassen 9 und 10 sowie der Oberstufe

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„Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen.
Darin liegt der Kern dessen, was wir zu sagen haben.“

Primo Levi, Auschwitz-Überlebender

Das Pädagogische Zentrum des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt am Main hat ein neues Web-Portal zur pädagogischen Auseinandersetzung mit dem Holocaust entwickelt. Das Web-Portal enthält Texte und Fotos zur Verfolgung jüdischer Deutscher und zur Ermordung der europäischen Juden in den Jahren 1933–1945. Es wurde am 27. Januar 2015 – dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus und 70. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz – online gestellt unter der Webadresse:
www.holocaust-unterrichtsmaterialien.de

Das Portal bietet Schülerinnen und Schülern ab Klasse 9 aller Schulformen und jungen Erwachsenen Materialien für eine zeitgemäße Annäherung und Auseinandersetzung mit dem Holocaust, der Verfolgung jüdischer Deutscher und der Ermordung der europäischen Juden in den Jahren 1933–1945. Anschaulich erzählte Texte und Fotos ermöglichen persönliche Zugänge zu vielfältigen Aspekten. Es werden insbesondere Texte präsentiert, in denen damals jugendliche Personen über Situationen ihres Lebens erzählen, in denen sich die Verfolgung spiegelt. So ergeben sich für Schülerinnen und Schüler Möglichkeiten, an die eigene vertraute Alltagswelt anzuknüpfen. Auf diese Weise bieten sich Anlässe zur persönlichen Auseinandersetzung und zur Diskussion.

Die Materialien sollen anregen, eigene Fragen entwickeln können, kontrovers zu diskutieren und so eine individuelle Auseinandersetzung zu ermöglichen. Lehrkräfte können Texte und Fotos für den konkreten Arbeitszusammenhang ihrer Lerngruppe auswählen und zusammenstellen. Diese sind insbesondere auch für arbeitsteilige Arbeitsformen und Präsentationen geeignet.

Zur Auswahl der Texte: Für die Zusammenstellung der Texte waren ihre narrative Qualität mit einer klaren dichten Erzählstruktur und ihre Anschaulichkeit entscheidend, die Schülerinnen und Schülern sollen sich die Situation vorstellen können und sie auch emotional mit der eigenen Lebenswirklichkeit in Beziehung setzen können. Die Fotos und Karikaturen sind entsprechend ausgewählt.

Menschen, oft damals im Alter der SchülerInnen von heute, erzählen – eingebettet in den historischen Kontext – kurze, oft spannende Geschichten zur Lebenssituationen als Verfolgte im Kontext ihrer Familien, in der Schule, im Alltag. So werden jüdische Deutsche sichtbar nicht als anonyme Masse vermeintlich passiver Opfer, sondern als Menschen, die als Individuen denken, fühlen und handeln. Zeitzeugen stehen im Mittelpunkt: jüdische Verfolgte, aber auch Zuschauer und Täter. Für das Jahr 1933 werden durch Zeitungsberichte aus dem demokratischen Auslands auch ausländische Perspektiven deutlich. Aber es sind auch zeitgenössische Tagebucheinträge und andere Berichte zu finden.

In acht Themenfeldern sind die Unterrichtsmaterialien zum Holocaust strukturiert:
I. Vor der Nazi-Zeit
II. Nazis an der Macht
III. Lebenssituation jüdischer Deutscher – 1933 bis Herbst 1938
IV. Die Novemberpogrome 1938 und die Jahre bis zu den Deportationen
V. Die Deportationen – Die gewaltsamen Verschleppungen jüdischer Deutscher
VI. Mord an den europäischen Juden
VII. Bewaffneter jüdischer Widerstand und Rettung verfolgter Juden
VIII. Befreiung und danach

Das Pädagogische Zentrum bietet Schulen die Vorstellung des Web-Portals im Rahmen einer Fachkonferenz an; eine erste Lehrerfortbildung ist für den 5. März 2015 geplant.

... Informationsflyer zur Website (pdf-Datei)

Kontakt
Monica Kingreen
Pädagogisches Zentrum Frankfurt am Main
Tel.: 069.212 742 38
Monica.Kingreen(at)stadt-frankfurt.de
www.pz-ffm.de


20 Jahre Fritz Bauer Institut

Im Januar 1995 – 50 Jahre nach der Befreiung der nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslager – ist die Stiftung Fritz Bauer Institut, Studien- und Dokumentationszentrum zur Geschichte und Wirkung des Holocaust, in Frankfurt am Main gegründet worden.

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Am 11. Januar 1995 wurde die Verfassung der Stiftung Fritz Bauer Institut von den drei Gründungsstiftern, dem Land Hessen, der Stadt Frankfurt am Main und dem Förderverein Fritz Bauer Institut e.V., unterzeichnet.

Im Rahmen eines Festaktes im Frankfurter Schauspielhaus wurde am 15. Januar 1995 die Stiftung Fritz Bauer Institut in das Goldene Stiftungsbuch der Stadt Frankfurt am Main eingetragen. Die Stiftungsurkunde wurde unterzeichnet von:

Für die Stadt Frankfurt am Main
Oberbürgermeister Andreas von Schoeler
Stadträtin Linda Reich

Für das Land Hessen
Ministerpräsident Hans Eichel
Ministerin für Wissenschaft und Kunst Prof. Dr. Evelies Mayer

Für den Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.
1. Vorsitzender Werner Schneider
Schriftführer Gottfried Kößler

Gründungsdirektor des Fritz Bauer Instituts – und zuvor schon Leiter der Arbeitsstelle zur Vorbereitung des Frankfurter Lern- und Dokumentationszentrums des Holocausts – war Dr. Hanno Loewy, heute Direktor des Jüdischen Museums Hohenems.


Anhang


Eintragung in das Goldene Stiftungsbuch der Stadt Frankfurt am Main
Foto, von links nach rechts: Werner Schneider-Quindeau und Gottfried Kößler für den Förderverein Fritz Bauer Institut e.V., der hessische Ministerpräsident Hans Eichel, Kulturdezernentin Linda Reisch, Oberbürgermeister Andreas von Schoeler und die hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst Evelies Mayer
... Eintragung in des Goldene Stiftungsbuch (jpg, 146 kb)

Dokumentation des Festaktes anlässlich der Gründung der Stiftung Fritz Bauer Institut am 15. Januar 1995 im Schauspiel Frankfurt am Main.
Inhalt:
Vorwort von Hanno Loewy und Werner Schneider
Ansprachen zur Stiftungsgründung
– Kulturdezernentin Linda Reisch
– Ministerpräsident Hans Eichel
– Oberbürgermeister Andreas von Schoeler
– Werner Schneider, Vorsitzender des Fördervereins Fritz Bauer Institut
– Hanno Loewy, Leiter des Fritz Bauer Instituts
Peter Weiss, Meine Ortschaft. Text der Lesung mit Jürgen Holtz
Briefe zur Stiftungsgründung
Ausgewählte Presseveröffentlichungen
... Dokumentation (pdf-Datei, 32 MB)

... Stiftungsurkunde (pdf-Datei, 529 kb)


Fritz Bauer Studienpreis
für Menschenrechte und juristische Zeitgeschichte

Gestiftet vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

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»Wir können aus der Erde keinen Himmel machen,
aber jeder von uns kann etwas tun, dass sie nicht zur Hölle wird.«
Fritz Bauer

Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz hat den »Fritz Bauer Studienpreis für Menschenrechte und juristische Zeitgeschichte« ins Leben gerufen. Der Preis erinnert an Fritz Bauer, den Initiator des Frankfurter Auschwitz-Prozesses. Mit dem Preis werden herausragende Arbeiten des rechtswissenschaftlichen Nachwuchses ausgezeichnet, die sich mit Leben, Werk oder Lebensthemen Fritz Bauers befassen. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.
Heiko Maas, Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz: »Fritz Bauer hat sich für die Demokratie eingesetzt, als das viel zu wenige Juristen in Deutschland taten. Er hat gegen große Widerstände in der Justiz das Unrecht der Nazis vor Gericht gebracht. Und er hat sich stets für ein modernes und humanes Strafrecht engagiert. Fritz Bauer hat seinen Beruf als Richter und Staatsanwalt als Verpflichtung verstanden, sich für die Demokratie und die Menschenrechte stark zu machen. Zu seinen Lebzeiten war er verfolgt, verhasst und umstritten; heute ist Fritz Bauer ein Vorbild für allen Juristinnen und Juristen. Deshalb habe ich diesen Preis gestiftet.«

Über Fritz Bauer
Fritz Bauer (1903–1968) brachte Auschwitz vor Gericht. Als Generalstaatsanwalt in Hessen sorgte er dafür, dass wenigstens einigen Tätern des Völkermordes an den Juden Europas ab 1963 vor dem Landgericht in Frankfurt am Main der Prozess gemacht wurde.
Fritz Bauer stammte aus einer jüdischen Kaufmannsfamilie aus Stuttgart. 1930 wurde er als jüngster Amtsrichter Deutschlands an das Stuttgarter Amtsgericht berufen. Er engagierte sich im Republikanischen Richterbund und im Reichsbanner »Schwarz-Rot-Gold« für die Weimarer Demokratie. Von den Nazis aus dem Amt getrieben und zeitweilig ins Konzentrationslager geworfen, überlebte Bauer bis 1945 im skandinavischen Exil. Ab 1949 arbeitete er zunächst in Braunschweig, später in Frankfurt in der Justiz. Während die westdeutsche Nachkriegsjustiz bei der Strafverfolgung der NS-Verbrechen zum großen Teil versagte, arbeitete Bauer unermüdlich dafür, die Taten gegen die Menschlichkeit vor Gericht zu bringen und Gerechtigkeit zu üben.
Die Würde des Menschen gegenüber der Staatsgewalt zu schützen, war Bauers wichtigstes Anliegen. Deshalb engagierte er sich auch in der Rechtspolitik für einen humanen Strafvollzug, der auch den
straffällig gewordenen Menschen als Staatsbürger respektierte. Von der Öffentlichkeit und aus den eigenen Reihen der Justiz vielfach angefeindet, stritt Bauer bis zu seinem frühen Tod 1968 mutig und unerschrocken für die Gerechtigkeit und Würde aller Menschen.

Was wird mit dem Preis ausgezeichnet?
Mit dem Fritz Bauer Studienpreis werden herausragende juristische Doktorarbeiten ausgezeichnet, die sich mit Leben und Werk Fritz Bauers oder seinen Lebensthemen beschäftigen, also insbesondere der juristischen Ahndung des NS-Unrechts und anderer Massenverbrechen gegen die Menschlichkeit, Strafrechtsreform und humanem Strafvollzug, Achtung und Schutz der Menschenwürde.

Wer kann sich bewerben?

Bewerben können sich Doktorandinnen und Doktoranden, die im Jahr der Preisverleihung (2015) oder den beiden vorangegangenen Kalenderjahren (2013 und 2014) ihr Promotionsverfahren abgeschlossen haben und denen die Promotionsurkunde ausgehändigt wurde. Es können auch Vorschläge von Dritten gemacht werden.

Wie kann man sich bewerben?
Zur Bewerbung müssen das ausgefüllte Bewerbungsformular, sowie ein tabellarischen Lebenslauf, ein Exemplar der Arbeit, die Promotionsurkunde (Kopie) und – soweit verfügbar – die Gutachten zur Arbeit (Kopien) eingereicht werden.

Bis wann kann man sich bewerben?

Die Frist für die Einreichung von Bewerbungen/Vorschlägen endet erstmals zum 31. März 2015 und daran anschließend zum Ende jedes zweiten Jahres.

Wer entscheidet über die Preisvergabe?

Über die Vergabe des Fritz Bauer Studienpreises entscheidet der Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz in Zusammenwirken mit einer hochrangig besetzten Jury:
›  Christoph Flügge, Internationaler Gerichtshof für das ehem. Jugoslawien, Den Haag
›  Prof. Dr. Raphael Gross, Fritz Bauer Institut, Frankfurt am Main
›  Wolfgang Koep-Kerstin, Humanistische Union, Berlin
›  Prof. Dr. Beate Rudolf, Deutsches Institut für Menschenrechte, Berlin
›  Prof. Dr. Gerhard Werle, Humboldt-Universität, Berlin

Wann erfolgt die Preisverleihung?
Der Fritz Bauer Studienpreis wird alle zwei Jahre zum Todestag Fritz Bauers am 1. Juli vergeben. Die erste Vergabe erfolgt zum 1. Juli 2015.

... Infoflyer (pdf-Datei, 3,35 MB)

Kontakt

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz
Mohrenstraße 37
10117 Berlin
www.bmjv.de/fritz-bauer


Vortrag von Prof. em. Dr. Peter Pulzer, Oxford:
Zerbrochene Scheiben – Der Novemberpogrom in Deutschland nach 75 Jahren

Montag, 27. Januar 2014, Goethe-Universität Frankfurt am Main
Audio-Aufzeichnung der Vortragsveranstaltung anläßlich des
»Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus«

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mp3-audio (49:45 Min., 46.648 KB)

Abbildung

Prof. em. Dr. Peter Pulzer
Foto: Werner Lott

Eine gemeinsame Veranstaltung des Fritz Bauer Instituts
mit dem Präsidium der Goethe-Universität Frankfurt am Main.
Begrüßung: Prof. Dr. Tilman Allert und Prof. Dr. Raphael Gross

In der »Reichskristallnacht« fand zum ersten Mal seit der nationalsozialistischen Machtübernahme ein öffentlicher, vom Staat geförderter Terrorakt statt. Er bildete eine Eskalation der bis dahin unvollständigen Ausgrenzung der jüdischen Bevölkerung und sollte die Macht- und Rechtlosigkeit der Juden ihnen und der allgemeinen Bevölkerung veranschaulichen. Wie dieser Terrorakt in die Logik des Regimes passte und wie er im Inland und Ausland wahrgenommen wurde, bilden die Themen des Vortrags.

Prof. em. Dr. Peter Pulzer ist Historiker und Politikwissenschaftler. Er wurde 1929 in Wien geboren und floh 1939 mit seiner Familie nach Großbritannien. Pulzer promovierte 1960 an der University of Cambridge und war bis zu seiner Emeritierung Glad-stone Professor of Government an der University of Oxford und Fellow am All Souls College. Er ist Vorsitzender des Leo Baeck Institute, London.

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Grüneburgplatz 1
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Tel.: 069.798 322-40
Fax: 069.798 322-41
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Das »Großdeutsche Reich« und die Juden.
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Das »Großdeutsche Reich« und die Juden.
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Das »Großdeutsche Reich« und die Juden.
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