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hr2 Kultur: Das aktuelle Kulturgespräch
Zu Gast: Werner Konitzer, Fritz Bauer Institut

Zum 70. Jahrestag des Warschauer Ghetto-Aufstands
Hörfunksendung vom 18. April 2013

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In diesen Tagen jährt sich der Aufstand im Warschauer Ghetto zum 70. Mal. Jüdische Gefangene erhoben sich 1943 gegen deutsche Soldaten, vergebens. Es gibt zahlreiche Berichte von damals, Fotos und Akten. Wie aber kann man der heutigen Generation vermitteln, was damals geschah? Werner Konitzer vom Fritz Bauer Institut hat sich intensiv mit Erinnerung und moralischer Auseinandersetzung mit dem Holocaust beschäftigt.
Quelle: © hr, 18.04.2013

Foto: Prof. Dr. Werner Konitzer
© Werner Lott


Ignatz Bubis-Preis für Verständigung 2013

Auszeichnung für das Fritz Bauer Institut

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Der Ignatz Bubis-Preis für Verständigung geht im Jahr 2013 an das Fritz Bauer Institut. Die Preisverleihung findet am Donnerstag, 2. Mai 2013, 15.00 Uhr in der Paulskirche statt. Der Preis wird seit 2001 alle drei Jahre von der Stadt Frankfurt verliehen. Er besteht aus einer künstlerisch gestalteten Urkunde und ist mit 50.000 Euro dotiert.

Die Laudatio für die Preisverleihung hält der Historiker Prof. Dr. Dan Diner, Direktor des Simon Dubnow Instituts für jüdische Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig und Professor an der Hebräischen Universität Jerusalem.

Mit dem Ignatz Bubis Preis sollen Persönlichkeiten und Institutionen gewürdigt werden, die sich für Verständigung einsetzen. Ignatz Bubis war eine herausragende politische Persönlichkeit in der Bundesrepublik. Mit seinen aufmerksamen Beobachtungen und Analysen schärfte er die Wahrnehmung für antisemitische Tendenzen in der Öffentlichkeit und setzte sich gegen ausländerfeindliche Äußerungen und Gewalttaten ein. Das Fritz Bauer Institut steht mit seinen Aktivitäten in der Tradition dieses Engagements. Als zeithistorisches Forschungs- und Dokumentationszentrum zur Geschichte und Wirkung des Holocaust setzt es eigene Schwerpunkte. Die Erforschung der Rolle von moralischen Gefühlen und Rechtfertigungsformen in der nationalsozialistischen Gesellschaft, etwa beim Ausschluss bestimmter Gruppen aus der sogenannten Volksgemeinschaft und insbesondere dem nationalsozialistischen Antisemitismus ist seit sechs Jahren ein zentrales Thema des Instituts. Dabei geht es auch um das Fortwirken dieser geteilten »moralischen Gefühle« und Urteile in der deutschen Nachkriegszeit.

Mit seinem Pädagogischen Zentrum und vielen öffentlichen Veranstaltungen vermittelt das Institut seine Forschungsergebnisse über den universitären Rahmen hinaus. Das Fritz Bauer Institut wurde nach einem der bedeutendsten jüdischen Juristen der Bundesrepublik benannt. Er hat sich – etwa durch den von ihm in Frankfurt am Main verfolgten Auschwitz-Prozess – sowohl für die juristische Ahndung als auch für die die Aufklärung über die NS-Verbrechen eingesetzt. Sein Engagement für die Demokratisierung und Liberalisierung der Gesellschaft – oft auch gegen heftige Widerstände – ist dem Ignatz Bubisʼ vergleichbar. Das Fritz Bauer Institut ist die erste in Deutschland nach dem Nationalsozialismus errichtete Einrichtung zur Erforschung des Holocausts und seiner Folgen.

Prof. Dr. Raphael Gross, Leiter des Instituts, über die Ehrung: »Mich freut die Verbindung mit dem Namen von Ignatz Bubis ganz besonders. Bubis und Fritz Bauer stehen für eine aktive Auseinandersetzung mit der deutschen NS-Vergangenheit und deren Fortwirken in die Gegenwart. Insofern sind sie beide für die Arbeit des Fritz Bauer Instituts von großer Bedeutung und der Preis macht dies besonders sichtbar.«

Mit der Verleihung des Ignatz Bubis-Preises für Verständigung ehrt die Stadt Frankfurt am Main das Lebenswerk und die Persönlichkeit von Ignatz Bubis, des ehemaligen Vorsitzenden des Zentralrates der Juden in Deutschland. Die Verleihung ist darüber hinaus Ausdruck der Verpflichtung der Stadt Frankfurt am Main, für die von Ignatz Bubis verkörperten Werte einzutreten. Bisherige Preisträger sind: Wolfgang Thierse, Präsident des Deutschen Bundestages (2001); Prof. Dr. Franz Kamphaus, Bischof von Limburg (2004); Dr. Walter Wallmann, Oberbürgermeister a. D. (2007); Trude Simonsohn, Holocaust-Überlebende und Sozialarbeiterin (2010).

Abbildung
Ignatz Bubis sel. A. (12.1.1972–13.8.1999) beim Besuch der Arbeitsstelle  Fritz Bauer Institut im Februar 1994. Foto: Werner Lott

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Grüneburgplatz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
Fax: 069.798 322-41
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SWR2 Zeitgenossen:
Der Schweizer Historiker Raphael Gross
im Gespräch mit Jochanan Shelliem

Sendung vom Samstag, 16. März 2013, 17.05 bis 17.50 Uhr

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Prof. Dr. Raphael Gross,
Direktor des Jüdischen Museums Frankfurt am Main, Leiter des Fritz Bauer Instituts und des Leo Baeck Instituts in London, berichtet von seinen ersten Arbeiten in der Schweiz, als er mit dem Schweizer Rechtsanwalt Marc Richter jüdische Flüchtlinge, die zur Zeit des Dritten Reiches an der Schweizer Grenze abgewiesen wurden, vor Gericht vertrat. Nach seiner Zeit als Assistent an der Ruhruniversität bei Prof. Norbert Frey und seiner Dissertation über den Antisemitismus von Carl Schmitt ging der Historiker nach Sussex, übernahm 2001 die Leitung des Leo Baeck Instituts, 2004 das Centre for German Jewish Studies, bevor er 2006 begann, das Jüdische Museum in Frankfurt am Main mit sanfter Hand zu ordnen. 2012 gelang es ihm, das Baseler Archiv der Familie von Anne Frank als Dauerleihgabe an den Main zu bringen und die Ausstellungsfläche durch einen Neubau des Jüdischen Museums zu verdoppeln, der 2014 bezogen wird. Ein ruhiger, ein umsichtiger, ein kluger Netzarbeiter stellt sich vor.

Quelle: © swr2, 16.03.2013


Vortrag von Prof. Dr. Norbert Frei:
Terror und Traum: Die nationalsozialistische Volksgemeinschaft

Montag, 28. Januar 2013, Goethe-Universität Frankfurt am Main
Audio-Aufzeichnung des Vortrags von Norbert Frei

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Vortrag von Prof. Dr. Norbert Frei
mp3-audio (83 Min., 32 kbit/s, 38.887 KB)
Der Audio-Mitschnitt der Veranstaltung ist sowohl in vier direkt anwählbaren Segmenten aufrufbar (die beiden Begrüßungsansprachen / der Vortrag / die anschließende Diskussion), als auch als Komplettaufzeichnung.

Begrüßung:
Prof. Dr. Dr. Matthias Lutz-Bachmann (Vizepräsident der Goethe-Universität Frankfurt am Main)
Prof. Dr. Raphael Gross
(Direktor des Fritz Bauer Instituts, des Jüdischen Museums Frankfurt am Main und des Leo Baeck Institute London)

Gemeinsame Veranstaltung des Fritz Bauer Instituts und des Präsidiums der Goethe-Universität Frankfurt zum Tag des Gedenkens für die Opfer des Nationalsozialismus

Kaum eine Diskussion über die Geschichte des »Dritten Reiches« kommt heutzutage ohne den Hinweis auf die »Volksgemeinschaft« aus. Noch vor einem Jahrzehnt hingegen galt der Begriff, obgleich in der NS-Zeit stark präsent und gebraucht, vielen Historikern und Zeitgenossen als bloße Propagandaformel. Der Vortrag erörtert die Geschichte des Begriffs, seine Bedeutung für eine erfahrungsgeschichtlich gehaltvolle Historiographie der NS-Zeit, aber auch seine analytischen Grenzen. Gefragt werden soll schließlich nach den Gründen und den Begleiterscheinung der gegenwärtigen Konjunktur der »Volksgemeinschafts«-Forschung.

Prof. Dr. Norbert Frei ist Inhaber des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Leiter des Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts.
Veröffentlichungen u.a.: Der Führerstaat. Nationalsozialistische Herrschaft 1933 bis 1945, München 1987; Vergangenheitspolitik. Die Anfänge der Bundesrepublik und die NS-Vergangenheit, München 1996; 1945 und wir. Das Dritte Reich im Bewußtsein der Deutschen, München 2005; 1968. Jugendrevolte und globaler Protest, München 2008; (mit R. Ahrens, J. Osterloh, T. Schanetzky) Flick. Der Konzern, die Familie, die Macht, München 2009; (mit E. Conze, P. Hayes, M. Zimmermann): Das Amt und die Vergangenheit. Deutsche Diplomaten im Dritten Reich und in der Bundesrepublik. München 2010.

Abbildung
Matthias Lutz-Bachmann, Raphael Gross, Norbert Frei
Foto: © Werner Lott


4. Doktorandenseminar:
Neue Forschungen zu Geschichte und Wirkung des Holocaust

10. bis 12. Oktober 2012 in der Evangelischen Akademie Arnoldshain

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Vom 10. bis 12. Oktober 2012 fand das vierte Doktoranden-Seminar des Fritz Bauer Instituts in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Arnoldshain statt.
Das jährlich angebotene Seminar will Doktoranden, die sich mit Fragen der Geschichte und Wirkung des Holocaust befassen, die Gelegenheit bieten, ihre Arbeiten zur Diskussion zu stellen und Kontakte zu anderen Doktoranden zu knüpfen, die zu ähnlichen Themen arbeiten. Die Teilnehmer sollen ihre geplanten und laufenden Forschungsvorhaben vorstellen; im Mittelpunkt steht die Diskussion von Fragestellungen, Methoden und Quellen. Das Angebot richtet sich gleichermaßen an Zeithistoriker, Politik-, Literatur-, Rechts- und Kulturwissenschaftler sowie Pädagogen.
Die Veranstaltung wurde in diesem Jahr von Ole Jantschek (Evangelische Akademie Arnoldshain), Prof. Dr. Birthe Kundrus (Universität Hamburg) sowie Dr. Jörg Osterloh (Fritz Bauer Institut) moderiert. Birthe Kundrus eröffnete die Veranstaltung mit einem öffentlichen Abendvortrag zum Thema »Töten als Handlungsoption. Zur Geschichte und Theorie entgrenzter Gewalt«.

Beiträge 2012
Damm, Christian (Bielefeld), Zwischen Sprechen und (Ver)Schweigen. Zur Persitenz von Erinnerungsmustern an den Holocaust in der Bundesrepublik Deutschland 1950–1989
Hause, Carmen (Leipzig), Im Schatten Buchenwalds. Zur Geschichte der Gedenkstätte Mittelbau-Dora 1945–2010
Hembera, Melanie (Heidelberg), Die Shoah im Distrikt Krakau. Eine Fallstudie am Beispiel der Stadt Tarnów
Katharina Raidt, Susanne (Marburg), »Kriegsverbrecherinnen«. Strafrechtliche Verfolgung und gesellschaftliche Wahrnehmung von weiblichen Angeklagten in NS-Kriegsverbrecherprozessen seit 1945
Kreutz, Jan (Hamburg), Erich von dem Bach-Zelewski – Eine Biographie der Gewalt zwischen Erstem und Zweiten Weltkrieg
› Langenbrinck, Johanna (Berlin), Verfolgung von Juden in Berlin 1918–1938
Malinauskaite, Gintare (Berlin), Filmische Erinnerung konkurrierender Vergangenheiten: Darstellung des Holocausts und der Sowjetokkupation im litauischen Kino nach der Unabhängigkeit
Nesselrodt, Markus (Berlin), Lebenswelten polnisch-jüdischer Flüchtlinge im sowjetischen Exil (1939–1945)
Pollmann, Ann-Kathrin (Leipzig), Ein offener Brief an Eichmanns Söhne. Günther Anders schreibt Klaus Eichmann
Wahlig, Henry (Hannover), Der Sportplatz als Treffpunkt des Gemeindelebens. Sport und seine Bedeutung im Sozial- und Alltagsleben der jüdischen Bevölkerung im nationalsozialistischen Deutschland

... Doktorandenseminar (Überblicksseite)

Kontakt
Dr. Jörg Osterloh
Fritz Bauer Institut
Grüneburgplatz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-35
Fax: 069.798 322-41
j.osterloh(at)fritz-bauer-institut.de


The Yad Vashem International Book Prize for Holocaust Research 2012

Auszeichnung für Christoph Dieckmann

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Der »Yad Vashem International Book Prize for Holocaust Research« wurde in diesem Jahr Christoph Dieckmann für seine Studie Deutsche Besatzungspolitik in Litauen 1941–1944 verliehen. Die Preisvergabe fand am 10. Dezember 2012 in Jerusalem statt.
Der 2011 von der israelischen Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem begründete Preis wird jährlich in Erinnerung an den Holocaust-Überlebenden Abraham Meir Schwartzbaum und seine im Holocaust ermordete Familie vergeben. Mit ihm sollen Publikationen ausgezeichnet werden, die herausragende neue Forschungsergebnisse über den Holocaust, seine Vorgeschichte und Folgen präsentieren und hohen wissenschaftlichen Standards genügen. Wichtige Entscheidungskriterien für die Zuerkennung des Preises sind die Faktoren Genauigkeit, Methodik, Originalität, literarische Qualität, sowie die Bedeutung des Forschungsthemas. Zudem muss die Publikation in einem Zeitraum von zwei Jahren vor der Preisvergabe erschienen sein. Das Preiskuratorium setzt sich aus einer vom International Institute for Holocaust Research eingesetzten Gruppe von Historikern zusammen.
Durch die Großzügigkeit von Sabina Schwartzbaum konnte der Preis in Erinnerung an ihren Vater mit $ 8.000,– dotiert werden. 2011 wurde der Preis an Christopher R. Browning für sein Buch Remembering Survival: Inside a Nazi Slave-Labor Camp, sowie an Daniel Blatman für sein Buch The Death Marches: 1944–1945 vergeben.

Christoph Dieckmann
Deutsche Besatzungspolitik in Litauen 1941–1944
Göttingen: Wallstein Verlag, 2011, 2 Bände, zus. 1.605 S.
ISBN: 978-3-8353-0929-6, € 79,00

Das Buch untersucht die deutschen Verbrechen in Litauen aus der Perspektive der Besatzer, der Bevölkerung und der Opfer. In Litauen verloren mindestens 420.000 Menschen als Folge der deutschen Besatzungspolitik zwischen 1941 und 1944 ihr Leben. Sie wurden von Deutschen und litauischen Helfern ermordet. Christoph Dieckmann analysiert die Prozesse in Politik und Wirtschaft im besetzten Litauen und nimmt auch die nationale Vorgeschichte in den Blick. Auf der Basis deutscher, litauischer und jüdischer Quellen analysiert er im ersten Band die deutsche Besatzungspolitik und ihre Massenverbrechen im Kontext der deutschen Kriegführung und stellt die unterschiedlichen Perspektiven der beteiligten Gruppen dar. Im Mittelpunkt dieser multiperspektivischen Erzählung der Shoah steht die vor allem im zweiten Band behandelte jüdische Opferperspektive. Dieckmann bezieht in seiner Darstellung das bisher weitgehend unbekannte Geschehen in der litauischen Provinz und den zahlreichen Ghettos und Arbeitslagern ein. Er rekonstruiert auch das Schicksal anderer Opfergruppen anhand deutscher und sowjetischer Quellen. Ein eigenes Kapitel ist der Geschichte der vielfältigen Widerstandsgruppen von Juden, Litauern, Polen und sowjetischen Partisanen gewidmet.

Dr. Christoph Dieckmann,
geb. 1960; studierte Geschichte, Soziologie und Volkswirtschaftslehre in Göttingen, Jerusalem und Hamburg; Doktorarbeit in Geschichte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg; seit 2005 Lehrauftrag für moderne europäische Geschichte an der Keele University, Großbritannien; Mitglied der Redaktion der Beiträge zur Geschichte des Nationalsozialismus; Mitarbeit an der Edition Der Dienstkalender Heinrich Himmlers 1941/42 (1999); Mitglied der Forscher- und Expertengruppe der »Internationalen Kommission für die Bewertung der Verbrechen der nationalsozialistischen und sowjetischen Besatzungsregime in Litauen«. Seit 1. September 2011 arbeitet Dr. Christoph Dieckmann als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fritz Bauer Institut an dem auf zwei Jahre ausgelegten Forschungsprojekt »Das Stereotyp des ›jüdischen Bolschewismus‹. Die frühe Wirkungsgeschichte aus jüdischer Sicht«.
Veröffentlichungen (Auswahl):
Im Ghetto 1939–1945. Neue Forschungen zu Alltag und Umfeld, hrsg. zus. mit Babette Quinkert, Göttingen: Wallstein Verlag, 2009
Kooperation und Verbrechen. Formen der »Kollaboration« im östlichen Europe 1939–1945, hrsg. zus. mit Babette Quinkert und Tatjana Tönsmeyer, Göttingen: Wallstein Verlag, 2003
Die nationalsozialistischen Konzentrationslager. Entwicklung und Struktur, hrsg. zus. mit Karin Orth und Ulrich Herbert, Göttingen: Wallstein Verlag, 1998

From the Yad Vashem Book Prize Committee:
Christoph Dieckmann's 1,652 pages-long comprehensive study of German occupation policies in Lithuania, of which the Holocaust of Lithuanian Jews is a major component (more than half of the entire study), is path-breaking and serves as a shining model for similar research to be done regarding other countries. He succeeds in integrating the context of war and warfare – with their horrors and the needs for food, labor forces and the like – into the picture, yet he clearly and emphatically shows the centrality of antisemitism as both the driving force and framework for Nazi policies in general in this area, and consequently, for the entire Nazi project. This achievement is based not only on a vast amount of documentation assembled from archives in Germany, Lithuania, Latvia, Russia, Great Britain, the United States and Israel, and on an enormous body of printed sources and literature, as well as memoires and testimonies; it is also the result of the fact that the author was himself able to read first hand sources and literature in German, Lithuanian, Russian, English, Yiddish and Hebrew. Dieckmann’s description of the actions and atrocities is not a dry account: while basing his narrative on German and local records in order to understand the initiatives and circumstances, the events themselves are usually described with the help of lengthy quotes from Jewish testimonies, thereby giving the reader the possibility of sensing the horror and consternation; and the witnesses are mentioned by their names so they do not remain anonymous. The committee has found Christoph Dieckmann's study to be path-breaking and exemplary in its comprehensiveness, its analytical quality, its human sensitivity and the richness of its sources.

The members of the Yad Vashem Book Prize Committee for the year 2012 were: Dr. Bella Gutterman, Yad Vashem, Israel; Prof. Dr. Steven Katz, Boston University, USA; Prof. Dr. Dina Porat, Yad Vashem and Tel Aviv University, Israel, Mr. Avner Shalev, Chairman of Yad Vashem, Israel; Dr. David Silberklang, Yad Vashem and the Hebrew University of Jerusalem, Israel;
Prof. Dr. Michael Wildt, Humboldt University, Berlin, Germany, and Chairman of the Committee Prof. Dr. Dan Michman, Yad Vashem and Bar-Ilan University, Israel.

„Mein Impuls war der starke Wunsch, zu verstehen.“
Interview mit Dr. Christoph Dieckmann anlässlich der Verleihung des Yad Vashem-Book Awards 2012
... www.yadvashem.org/yv/de/education/interviews/dieckmann.asp

The Yad Vashem International Book Prize for Holocaust Research
Award Ceremony am 10. Dezember 2012 in Jerusalem

... Programm der Preisverleihung (pdf-Datei)

Kontakt

Yad Vashem
The Holocaust Martyrs' and Heroes' Remembrance Authority
P.O.B. 3477, Jerusalem, 91034
webmaster(at)yadvashem.org.il
www.yadvashem.org.il http://www.yadvashem.org.il
www1.yadvashem.org/yv/en/about/institute/book_prize.asp


Humboldt-Forschungspreis 2012

Auszeichnung für Liliane Weissberg

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Der Humboldt-Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung wird dieses Jahr Liliane Weissberg (University of Pennsylvania) verliehen.

Mit dem Humboldt-Forschungspreis werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für ihr bisheriges Gesamtschaffen ausgezeichnet, deren grundlegende Entdeckungen, Erkenntnisse oder neue Theorien das eigene Fachgebiet nachhaltig geprägt haben und von denen auch in der Zukunft weitere Spitzenleistungen erwartet werden können. Nominiert werden können Wissenschaftler aus dem Ausland aller Fachrichtungen und aller Länder. Auf die Nominierungen qualifizierter Wissenschaftlerinnen wird besonderer Wert gelegt. Die Preisträger sind eingeladen, selbst gewählte Forschungsvorhaben in Deutschland in Kooperation mit Fachkollegen für einen Zeitraum von bis zu einem Jahr durchzuführen. Der Aufenthalt kann zeitlich aufgeteilt werden. Die Humboldt-Stiftung vergibt jährlich bis zu 100 Humboldt-Forschungspreise. Der Preis ist mit 60.000 Euro dotiert.

Prof. Dr. Liliane Weissberg ist die Christopher H. Browne Distinguished Professorin für Kunst und Wissenschaft und Professorin für Germanistik und vergleichende Literaturwissenschaft an der University of Pennsylvania. Sie unterrichtete an den Universitäten Hamburg und Potsdam, der Ruhr-Universität Bochum, der Humboldt Universität Berlin, der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg und der Princeton University. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf der deutschen Literatur und Philosophie vom späten 18. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Im Sommersemester 2009 hatte Weissberg die Gastprofessur zur Erforschung des Holocaust und der deutsch-jüdischen Geschichte in Frankfurt am Main inne. In diesem Jahr wurde sie auf die Franz-Rosenzweig-Professur 2012 an der Universität Kassel berufen. Für das Jüdische Museum Frankfurt und das Fritz Bauer Institut kurratiert Weissberg derzeit die für 2013 geplante Ausstellung »Reiche Juden: Eine Vorstellung«.

Foto: Liliane Weissberg auf der Tagung »Fritz Bauer in der deutsch-jüdischen Nachkriegsgeschichte«, 21. und 22. Oktober 2012 in Frankfurt am Main.
© Werner Lott

Kontakt
Alexander von Humboldt-Stiftung
Auswahlabteilung
Jean-Paul-Str. 12
53173 Bonn
Fax: 0228.833212
info(at)avh.de
www.humboldt-foundation.de/web/humboldt-preis.html


Aufruf:
Leihgaben für Ausstellung zu Fritz Bauer gesucht

Das Fritz Bauer Institut plant in Verbindung mit dem Jüdischen Museum Frankfurt am Main eine Ausstellung zu Leben und Werk von Fritz Bauer.

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Die von Dr. Monika Boll kuratierte Ausstellung widmet sich den verschiedenen Facetten einer überaus komplexen Persönlichkeit. Sie stellt den Juristen vor, der die Auschwitz-Prozesse auf den Weg brachte, und den Strafrechtsreformer, der Resozialisierung an die Stelle von Vergeltung setzte. Sie würdigt den jüdischen Remigranten, den Sozialdemokraten, den Humanisten und den Publizisten Fritz Bauer. Und sie widmet sich dem Kunstkenner, in dessen Dienstzimmer »es nichts gab bis zum kleinsten Gegenstand hin, der nicht mit wirklicher Kultur ausgesucht war« (Johannes Strelitz, Hessischer Justizminister 1967–69). Fritz Bauer war neben anderem auch ein versierter Ästhet, der sich für die Architektur des Bauhauses begeisterte und seine eigenen Möbel mit Kunstverstand aussuchte.
Das Fritz Bauer Institut bittet um Ihre Unterstützung bei der Suche nach Briefen, Postkarten, Fotografien, aber auch nach Kunstgegenständen, Gemälden, Mobiliar oder Dingen des alltäglichen Gebrauchs, die in Verbindung mit Fritz Bauer stehen.

Fritz Bauer im Frankfurter Club Voltaire
Foto: Siegfried Träger

Kontakt
Fritz Bauer Institut
Werner Renz, Archiv und Bibliothek
Grüneburgplatz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-25, Fax: -41
w.renz(at)fritz-bauer-institut.de


Ronny Loewy
(10.4.1946, Tel Aviv – 9.8.2012, Frankfurt am Main)

Wir trauern um unseren lieben Kollegen und Freund

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Wir werden ihn sehr vermissen und nicht vergessen.

Raphael Gross, Gottfried Kößler, Werner Konitzer
Dorothee Becker, Dmitrij Belkin, Christoph Dieckmann,
Birgit Erdle, Wolfgang Geiger, Anne Gemeinhardt,
Martin Jost, Monica Kingreen, Manfred Levy,
Martin Liepach, Werner Lott, Jörg Osterloh,
Katharina Rauschenberger, Werner Renz,
Manuela Ritzheim, Wolfgang Treue

Fritz Bauer Institut, Frankfurt am Main


Nachruf

Der Nachgeborene. Zum Tod von Ronny Loewy

von Detlev Claussen
Frankfurt am Main im August 2012

Foto: © Werner Lott, 2011


Buber-Rosenzweig-Medaille 2013

Auszeichnung für das Fritz Bauer Institut und Mirjam Pressler

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Das Fritz Bauer Institut und die Schriftstellerin Mirjam Pressler erhalten die Buber-Rosenzweig-Medaille 2013. Dies gab der Vorstand des Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit während seiner Mitgliederversammlung am 16. Juni in Bonn bekannt.

Das Fritz Bauer Institut habe als Studien- und Dokumentationszentrum zur Geschichte und Wirkung des Holocaust konstruktive Anregungen zur Entwicklung eines kritischen Geschichtsbewusstseins in die deutsche Gesellschaft hineingetragen, heißt es in der Begründung. In der Auseinandersetzung mit Geschichte und Erinnerung, die das Institut mit interdisziplinären Forschungsprojekten, pädagogischen Modellen und in der Begleitung von Kommunen und Unternehmen bei deren eigener Erinnerungsarbeit leiste, wirke die Arbeit des Instituts in eine breite soziale und kulturelle Öffentlichkeit hinein. Mittels Lehrerfortbildungen und Studientagungen an Schulen und Jugendbildungsstätten würden die nachwachsenden Generationen in die geschichtliche Verantwortung mit einbezogen. Mit der Auszeichnung würdige der Deutsche Koordinierungsrat diese entschiedene Einmischung in den gesellschaftlichen Diskurs und das dezidierte Eintreten des Fritz Bauer Instituts für eine differenzierte Gedächtniskultur.

Mit der Auszeichnung Mirjam Presslers wolle man ihr herausragendes literarisches und übersetzerisches Werk würdigen. In ihren Romanen und Erzählungen, die nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch Erwachsene ansprechen, habe Pressler es vermocht, jüdisches Leben in der Zeit des Nationalsozialismus und danach dem deutschen Publikum, insbesondere den nachwachsenden Generationen, erzählerisch nahe zu bringen. Mit ihren Übersetzungen aus dem Hebräischen, Jiddischen und Niederländischen sei es ihr zudem gelungen, Fremdheiten abzubauen und ein differenziertes, vielschichtiges Bild der israelischen Gesellschaft in der Folge des Holocaust zu vermitteln.

Beide Preisträger verkörperten ganz im Sinne von Martin Buber und Franz Rosenzweig auf vorbildhafte Weise den Geist dessen, was mit dem Jahresthema der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit im Jahr 2013 zum Ausdruck gebracht werden soll: Sachor (Gedenke): Der Zukunft ein Gedächtnis

Der Deutsche Koordinierungsrat vertritt als bundesweiter Dachverband die 84 Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Deutschland auf nationaler und internationaler Ebene. Er ist größtes Einzelmitglied im Internationalen Rat der Christen und Juden (ICCJ), in dem 32 nationale Vereinigungen für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit vertreten sind. Seit 1968 verleiht der er die Buber-Rosenzweig-Medaille in Erinnerung an die jüdischen Philosophen Martin Buber und Franz Rosenzweig. Ausgezeichnet werden Personen, Institutionen oder Initiativen, die sich insbesondere um die Verständigung zwischen Christen und Juden verdient gemacht haben.

Die Buber-Rosenzweig-Medaille wird der Schriftstellerin Mirjam Pressler und dem Fritz Bauer Institut am 3. März 2013 im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung der Woche der Brüderlichkeit im Staatstheater in Kassel verliehen werden.

Kontakt
Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit
Deutscher Koordinierungsrat e.V.
Otto-Weiß-Straße 2
61231 Bad Nauheim
Tel.: 06032.91110
info(at)deutscher-koordinierungsrat.de
www.deutscher-koordinierungsrat.de/node/1039



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Letzte Änderung: 01. September 2011

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