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Call for Papers:
Sechstes Doktoranden-Seminar des Fritz Bauer Instituts

Vom 17. bis 19. September 2014 findet das sechste Doktoranden-Seminar des Fritz Bauer Instituts in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Frankfurt statt.

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Das Seminar soll Doktorandinnen und Doktoranden, die sich mit Fragen der Geschichte und Wirkung des Holocaust befassen, die Gelegenheit bieten, ihre Arbeiten zur Diskussion zu stellen und Kontakte zu knüpfen. Die Teilnehmer/innen sollen ihre geplanten und laufenden Forschungsvorhaben vorstellen; im Mittelpunkt steht die Diskussion von Fragestellungen, Methoden und Quellen. Das Angebot richtet sich gleichermaßen an Zeithistoriker/innen, Politik-, Literatur-, Rechts-, Erziehungs- und Kulturwissenschaftler/innen. Um jede einzelne Arbeit intensiv besprechen zu können, ist die Teilnehmerzahl auf zehn beschränkt.
Die Veranstaltung wird in diesem Jahr von Dr. Margrit Frölich (Evangelische Akademie Frankfurt), Dr. Jörg Osterloh (Fritz Bauer Institut) sowie Prof. Dr. Isabel Heinemann (Westfälische Wilhelms-Universität Münster) moderiert.

Bewerbungen mit einer maximal zweiseitigen Projektskizze und einem kurzen Lebenslauf können bis zum 31. März 2014 beim Fritz Bauer Institut eingereicht werden. Bereits abgeschlossene Arbeiten werden grundsätzlich nicht berücksichtigt.
Ort der Veranstaltung ist das Martin-Niemöller-Haus in Arnoldshain (Am Eichwaldsfeld 3, 61389 Schmitten/Arnoldshain). Das Fritz Bauer Institut und die Evangelische Akademie Frankfurt übernehmen die Reise-, Übernachtungs- und Verpflegungskosten für die Teilnehmer/innen.

... Doktorandenseminar (Überblicksseite)

Kontakt
Dr. Jörg Osterloh
Fritz Bauer Institut
Grüneburgplatz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-35
Fax: 069.798 322-41
j.osterloh(at)fritz-bauer-institut.de


Wilhelm Leuschner-Medaille 2013

Auszeichnung für Prof. Dr. Raphael Gross,
Prof. Dr. Harald Müller und Prof. Dr. Dieter Bingen

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Mit der Wilhelm Leuschner-Medaille ehrt der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier in diesem Jahr drei Persönlichkeiten: Ausgezeichnet werden Prof. Dr. Raphael Gross, Direktor des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums in Frankfurt am Main, sowie der Direktor des Deutschen Polen-Instituts, Prof. Dr. Dieter Bingen und Prof. Dr. Harald Müller von der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung. »Die höchste Auszeichnung unseres Landes geht in diesem Jahr an drei herausragende Geisteswissenschaftler. Sie sind Aufklärer, die mit ihrer Arbeit das Fundament für eine pluralistische und tolerante Gesellschaft legen. Damit leisten sie unserer Demokratie einen unbezahlbaren Dienst«, so der Ministerpräsident.
Ministerpräsident Volker Bouffier verleiht die nach dem 1944 ermordeten hessischen Innenminister und Widerstandskämpfer Wilhelm Leuschner benannte Auszeichnung am 1. Dezember, dem hessischen Verfassungstag, im Schloss Biebrich in Wiesbaden-Biebrich. Die Medaille wurde 1964 vom damaligen Ministerpräsident Georg August Zinn gestiftet und wird seit 1965 verliehen. Sie geht an Persönlichkeiten, die sich beispielhaft und nachhaltig für die Demokratie eingesetzt haben und unseren Staat, unsere Gesellschaft und unsere Kultur in vorbildlicher Weise geprägt haben.

Abb.: Wilhelm Leuschner-Medaille, © Hessische Staatskanzlei

Prof. Dr. Raphael Gross wurde 1966 in Zürich geboren. In den Jahren 1986 bis 1990 studierte er Geschichte an den Universitäten von Zürich, Berlin, Bielefeld und in Cambridge/UK. Danach war er Research Fellow am Franz Rosenzweig Institut der Hebräischen Universität Jerusalem und Stipendiat am Hamburger Institut für Sozialforschung. Es folgte der Abschluss der Promotion in Essen im Mai 1997 mit der Arbeit Carl Schmitt und die Juden. Strukturen einer deutschen Rechtslehre.
Von 1997 bis 2001 war Gross wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Ruhr-Universität Bochum. In den Jahren 2001 bis 2006 lehrte er an der der University of Sussex, zuletzt als Reader in History und Direktor des Center for German-Jewish Studies. Seit Januar 2001 ist Gross Direktor des Leo Baeck Institute London, dessen Auftrag es ist, die Geschichte und die Kultur der deutschsprechenden Juden zu erforschen.
Im Februar 2006 übernahm Gross eine weitere Stelle als Direktor des Jüdischen Museums in Frankfurt am Main und seit April 2007 eine dritte Leitungsstelle als Direktor des Fritz Bauer Instituts, einer Forschungs-, Dokumentations- und Bildungseinrichtung zur Geschichte der nationalsozialistischen Massenverbrechen und deren Wirkung bis in die Gegenwart. Es hat seinen Sitz im IG Farben-Haus auf dem Campus Westend der Goethe-Universität Frankfurt am Main.
Raphael Gross ist Honorarprofessor an der Goethe-Universität sowie Reader im Fach Geschichte am Queen Mary College (University of London). Er ist Autor und Herausgeber zahlreicher Publikationen zur deutschen Geschichte, Intellectual History und zur deutsch-jüdischen Geschichte. Zu seinen jüngsten Veröffentlichungen gehören: November 1938: Die Katastrophe vor der Katastrophe, München: C.H. Beck, 2013; 1938: Kunst – Künstler – Politik, (hrsg. zus. mit Eva Atlan und Julia Voss), Göttingen: Wallstein, 2013; Anständig geblieben. Nationalsozialistische Moral, Frankfurt am Main: S. Fischer, 2010; Die Frankfurter Schule und Frankfurt. Eine Rückkehr nach Deutschland (hrsg. zus. mit Monika Boll), Göttingen: Wallstein, 2009. Seit 2001 ist Gross Mitherausgeber des Leo Baeck Institute Year Book.

Prof. Dr. Harald Müller wurde 1949 in Frankfurt am Main geboren. 1967 nahm er das Studium der Germanistik, Soziologie, Philosophie und Politikwissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt am Main auf und legte 1975 sein Erstes Staatsexamen ab. Seit 1976 ist er Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) mit Sitz in Frankfurt am Main. 1981 folgte der Abschluss der Promotion an der Goethe-Universität.
Seit dem Jahr 1984 ist Müller Gastprofessor am Center for International Relations der Johns Hopkins University, Bologna/Italien. In den Jahren von 1984 bis 1986 war er Abteilungsleiter für Sicherheitspolitik am Centre for European Policy Studies, Brüssel. Im Jahr 1994 folgte die Habilitation in Politikwissenschaften an der Technischen Hochschule Darmstadt und eine sich anschließende vierjährige Tätigkeit als Privatdozent an der Universität Darmstadt.
Seit dem Jahr 1995 ist Müller Forschungsgruppenleiter und Vorstandsmitglied der HSFK. Ein Jahr später wurde er Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der HSFK. Seit 1999 lehrt Müller als Professor für Internationale Beziehungen an der Goethe-Universität. Gastprofessuren absolvierte er an der Hebrew University Jerusalem (2010) und Sciences Politiques Paris (2013). Darüber hinaus war und ist er Mitglied in zahlreichen Vereinigungen und Organisationen.

Prof. Dr. Dieter Bingen wurde 1952 in Köln geboren. Von 1973 bis 1978 studierte er Politische Wissenschaft, Verfassungs-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Soziologie und Erziehungswissenschaft an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. 1979 promovierte er an der Universität Bonn. Von 1981 bis 1999 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bundesinstitut für ostwissenschaftliche und internationale in Köln. Parallel dazu hatte er von 1984 bis 1994 eine Lehrbeauftragung für Politische Wissenschaft an der Universität Bonn inne. Er  war 1988 Mitgründer der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Bonn e.V., und deren erstes geschäftsführendes Vorstandsmitglied. Darüber hinaus war Bingen Mitglied der deutschen Delegation auf dem CSCE Implementation Meeting on Human Dimension Issues, Warschau im Jahr 1993. Seit März 1999 ist er Direktor des Deutschen Polen-Instituts (DPI) mit Sitz in Darmstadt.
Zudem ist Bingen seit 2004 Honorarprofessor an der Hochschule Zittau/Görlitz und seit 2012 Gastprofessor für Politikwissenschaft an der Technischen Universität Darmstadt. Er ist Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats des Instituts für Kulturelle Infrastruktur Sachsen (seit 2003) und Kurator des Willy-Brandt-Zentrums für Deutschland- und Europastudien der Universität Breslau. 2006 erhielt Bingen das Diplom des Außenministers der Republik Polen »für herausragende Verdienste um die Promotion Polens in der Welt«. Im Oktober 2013 wurde er von Bundespräsident Gauck mit dem Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Kontakt
Staatssekretär Michael Bußer
Pressestelle der Hessischen Staatskanzlei
Tel.: 0611.323918
Fax: 0611.323800
presse(at)stk.hessen.de
https://stk.hessen.de/ueber-uns/orden-ehrenzeichen/im-dienste-der-demokratie


Diskussion mit Dr. Wolfgang Kraushaar und Dr. Gerd Koenen:
»Wann endlich beginnt bei euch der Kampf gegen die heilige Kuh Israel?«
Über die antisemitischen Wurzeln des deutschen Terrorismus

Montag, 17. Juni 2013, Goethe-Universität Frankfurt am Main
Audio-Aufzeichnung der Diskussionsveranstaltung

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Audio-Aufzeichnung der Diskussion mit
Dr. Wolfgang Kraushaar und Dr. Gerd Koenen
Moderation: Prof. Dr. Werner Konitzer, Fritz Bauer Institut
mp3-audio (96 Min., 46.048 KB)

Abbildung
Prof. Dr. Werner Konitzer, Dr. Gerd Koenen, Dr. Wolfgang Kraushaar (v. l. n. r.)
Foto: Werner Lott

Eine der opferreichsten Terrorwellen in Mitteleuropa seit dem Zweiten Weltkrieg ist bis heute ungeklärt und inzwischen nahezu vergessen. Innerhalb von nur elf Tagen im Februar 1970 gab es vier Terroraktionen, die alle in München ausgeführt oder dort organisiert wurden: eine blutige, wenn auch gescheiterte Flugzeugentführung auf dem Flughafen Riem, einen Brandanschlag auf das israelitische Gemeindehaus und Paketbombenattentate auf zwei Verkehrsflugzeuge, von denen das eine notlanden konnte, während das andere abstürzte und alle an Bord in den Tod riss. Insgesamt fielen 55 Menschen dem Terror zum Opfer, der in erster Linie auf Israelis und Juden zielte. Wolfgang Kraushaar präsentiert Ergebnisse, die auch die 68er-Bewegung in neuem Licht erscheinen lassen, und diskutiert sie mit Gerd Koenen, selbst Buchautor zum deutschen Terrorismus der 1970er Jahre.

Dr. Wolfgang Kraushaar
ist Politikwissenschaftler und seit 1987 am Hamburger Institut für Sozialforschung. Er gab unter anderem die Protestchronik heraus, in der die Geschichte der Protestbewegungen in der frühen Bundesrepublik dokumentiert wird. Seine Veröffentlichungen über antisemitische Strömungen in der 68er Bewegung, vor allem sein Buch Die Bombe im jüdischen Gemeindehaus, 2005 in den Hamburger Editionen erschienen, trugen zu einer kritischen Revision des Erinnerungsbildes an diese Bewegung maßgeblich bei. Zuletzt erschienen: Wolfgang Kraushaar, »Wann endlich beginnt bei euch der Kampf gegen die heilige Kuh Israel?« München 1970: über die antisemitischen Wurzeln des deutschen Terrorismus, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag, 2013, 880 S., € 34,95.

Dr. Gerd Koenen
ist Historiker und Politikwissenschaftler, wohnhaft in Frankfurt am Main. In den späten sechziger und siebziger Jahren war er Aktivist beim SDS, später Verlagslektor und Journalist. Für Lew Kopelew arbeitete er zeitweise als wissenschaftlicher Mitarbeiter. 2003 erschien von ihm bei Kiepenheuer und Witsch das historisch-biographische Buch Vesper, Enssling, Baader. Urszenen des deutschen Terrorismus, das später unter dem Titel Wer wenn nicht wir verfilmt wurde.

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Überreichung des Ignatz Bubis-Preis für Verständigung
an das Fritz Bauer Institut

Donnerstag, 2. Mai 2013, Paulskirche zu Frankfurt am Main
Audio-Aufzeichnung der Laudatio von Prof. Dr. Dan Diner

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Laudatio von Prof. Dr. Dan Diner
mp3-audio (25:34 Min., 32 kbit/s, 35.968 KB)

Neben der Laudatio von Prof. Dr. Dan Diner ist auch der komplette Audio-Mitschnitt der Veranstaltung abrufbar.

Abbildung
Raphael Gross und Peter Feldmann.
Foto: Dorothee Becker


Veranstaltungsablauf der Preisverleihung


Musikalische Einleitung: Roland Horn, Cello
(Mitglied des Orchesters der Oper Frankfurt)
Johann Sebastian Bach (1685–1750)
Suite Nr. 2 in d-Moll BWV 1008
Praeludium
Gigue

Begrüßung: Peter Feldmann
Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main

Laudatio: Prof. Dr. Dan Diner
Direktor des Simon-Dubnow-Instituts für jüdische Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig und Professor an der Hebräischen Universität Jerusalem

Überreichung des Ignatz Bubis-Preises 2013

Dankesworte: Prof. Dr. Raphael Gross
Direktor des Fritz Bauer Instituts

Musikalischer Ausklang: Roland Horn, Cello
(Mitglied des Orchesters der Oper Frankfurt am Main)
Johann Sebastian Bach (1685–1750)
Suite Nr. 3 in C-Dur BWV 1009
Praeludium
Bourée

Mit der Verleihung des Ignatz Bubis-Preises für Verständigung ehrt die Stadt Frankfurt am Main das Lebenswerk und die Persönlichkeit von Ignatz Bubis, des ehemaligen Vorsitzenden des Zentralrates der Juden in Deutschland. Die Verleihung ist darüber hinaus Ausdruck der Verpflichtung der Stadt Frankfurt am Main, für die von Ignatz Bubis verkörperten Werte einzutreten. Bisherige Preisträger sind: Wolfgang Thierse, Präsident des Deutschen Bundestages (2001); Prof. Dr. Franz Kamphaus, Bischof von Limburg (2004); Dr. Walter Wallmann, Oberbürgermeister a. D. (2007); Trude Simonsohn, Holocaust-Überlebende und Sozialarbeiterin (2010).

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Erinnerung an Ronny Loewy

Deutscher Filmpreis 2013, am 26. April in Berlin

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Bei der Gala zur Verleihung des Deutschen Filmpreises 2013 wurde der im vergangenen Jahr verstorbenen Filmschaffenden gedacht. Darunter unser Kollege und Freund Ronny Loewy (10.4.1946 – 9.8.2012).

Standbild aus der Fernsehübertragung
... Ronny Loewy, Filmhistoriker



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Deutscher Filmpreis
www.deutscher-filmpreis.de


hr2 Kultur: Das aktuelle Kulturgespräch
Zu Gast: Werner Konitzer, Fritz Bauer Institut

Zum 70. Jahrestag des Warschauer Ghetto-Aufstands
Hörfunksendung vom 18. April 2013

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... mp3-stream (23:24 Min., 2.172 kb)

In diesen Tagen jährt sich der Aufstand im Warschauer Ghetto zum 70. Mal. Jüdische Gefangene erhoben sich 1943 gegen deutsche Soldaten, vergebens. Es gibt zahlreiche Berichte von damals, Fotos und Akten. Wie aber kann man der heutigen Generation vermitteln, was damals geschah? Werner Konitzer vom Fritz Bauer Institut hat sich intensiv mit Erinnerung und moralischer Auseinandersetzung mit dem Holocaust beschäftigt.
Quelle: © hr, 18.04.2013

Foto: Prof. Dr. Werner Konitzer
© Werner Lott


Ignatz Bubis-Preis für Verständigung 2013

Auszeichnung für das Fritz Bauer Institut

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Der Ignatz Bubis-Preis für Verständigung geht im Jahr 2013 an das Fritz Bauer Institut. Die Preisverleihung findet am Donnerstag, 2. Mai 2013, 15.00 Uhr in der Paulskirche statt. Der Preis wird seit 2001 alle drei Jahre von der Stadt Frankfurt verliehen. Er besteht aus einer künstlerisch gestalteten Urkunde und ist mit 50.000 Euro dotiert.

Die Laudatio für die Preisverleihung hält der Historiker Prof. Dr. Dan Diner, Direktor des Simon Dubnow Instituts für jüdische Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig und Professor an der Hebräischen Universität Jerusalem.

Mit dem Ignatz Bubis Preis sollen Persönlichkeiten und Institutionen gewürdigt werden, die sich für Verständigung einsetzen. Ignatz Bubis war eine herausragende politische Persönlichkeit in der Bundesrepublik. Mit seinen aufmerksamen Beobachtungen und Analysen schärfte er die Wahrnehmung für antisemitische Tendenzen in der Öffentlichkeit und setzte sich gegen ausländerfeindliche Äußerungen und Gewalttaten ein. Das Fritz Bauer Institut steht mit seinen Aktivitäten in der Tradition dieses Engagements. Als zeithistorisches Forschungs- und Dokumentationszentrum zur Geschichte und Wirkung des Holocaust setzt es eigene Schwerpunkte. Die Erforschung der Rolle von moralischen Gefühlen und Rechtfertigungsformen in der nationalsozialistischen Gesellschaft, etwa beim Ausschluss bestimmter Gruppen aus der sogenannten Volksgemeinschaft und insbesondere dem nationalsozialistischen Antisemitismus ist seit sechs Jahren ein zentrales Thema des Instituts. Dabei geht es auch um das Fortwirken dieser geteilten »moralischen Gefühle« und Urteile in der deutschen Nachkriegszeit.

Mit seinem Pädagogischen Zentrum und vielen öffentlichen Veranstaltungen vermittelt das Institut seine Forschungsergebnisse über den universitären Rahmen hinaus. Das Fritz Bauer Institut wurde nach einem der bedeutendsten jüdischen Juristen der Bundesrepublik benannt. Er hat sich – etwa durch den von ihm in Frankfurt am Main verfolgten Auschwitz-Prozess – sowohl für die juristische Ahndung als auch für die die Aufklärung über die NS-Verbrechen eingesetzt. Sein Engagement für die Demokratisierung und Liberalisierung der Gesellschaft – oft auch gegen heftige Widerstände – ist dem Ignatz Bubisʼ vergleichbar. Das Fritz Bauer Institut ist die erste in Deutschland nach dem Nationalsozialismus errichtete Einrichtung zur Erforschung des Holocausts und seiner Folgen.

Prof. Dr. Raphael Gross, Leiter des Instituts, über die Ehrung: »Mich freut die Verbindung mit dem Namen von Ignatz Bubis ganz besonders. Bubis und Fritz Bauer stehen für eine aktive Auseinandersetzung mit der deutschen NS-Vergangenheit und deren Fortwirken in die Gegenwart. Insofern sind sie beide für die Arbeit des Fritz Bauer Instituts von großer Bedeutung und der Preis macht dies besonders sichtbar.«

Mit der Verleihung des Ignatz Bubis-Preises für Verständigung ehrt die Stadt Frankfurt am Main das Lebenswerk und die Persönlichkeit von Ignatz Bubis, des ehemaligen Vorsitzenden des Zentralrates der Juden in Deutschland. Die Verleihung ist darüber hinaus Ausdruck der Verpflichtung der Stadt Frankfurt am Main, für die von Ignatz Bubis verkörperten Werte einzutreten. Bisherige Preisträger sind: Wolfgang Thierse, Präsident des Deutschen Bundestages (2001); Prof. Dr. Franz Kamphaus, Bischof von Limburg (2004); Dr. Walter Wallmann, Oberbürgermeister a. D. (2007); Trude Simonsohn, Holocaust-Überlebende und Sozialarbeiterin (2010).

Abbildung
Ignatz Bubis sel. A. (12.1.1972–13.8.1999) beim Besuch der Arbeitsstelle  Fritz Bauer Institut im Februar 1994. Foto: Werner Lott

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SWR2 Zeitgenossen:
Der Schweizer Historiker Raphael Gross
im Gespräch mit Jochanan Shelliem

Sendung vom Samstag, 16. März 2013, 17.05 bis 17.50 Uhr

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... mp3-stream (44:16 Min., 221.257 kb)

Prof. Dr. Raphael Gross,
Direktor des Jüdischen Museums Frankfurt am Main, Leiter des Fritz Bauer Instituts und des Leo Baeck Instituts in London, berichtet von seinen ersten Arbeiten in der Schweiz, als er mit dem Schweizer Rechtsanwalt Marc Richter jüdische Flüchtlinge, die zur Zeit des Dritten Reiches an der Schweizer Grenze abgewiesen wurden, vor Gericht vertrat. Nach seiner Zeit als Assistent an der Ruhruniversität bei Prof. Norbert Frey und seiner Dissertation über den Antisemitismus von Carl Schmitt ging der Historiker nach Sussex, übernahm 2001 die Leitung des Leo Baeck Instituts, 2004 das Centre for German Jewish Studies, bevor er 2006 begann, das Jüdische Museum in Frankfurt am Main mit sanfter Hand zu ordnen. 2012 gelang es ihm, das Baseler Archiv der Familie von Anne Frank als Dauerleihgabe an den Main zu bringen und die Ausstellungsfläche durch einen Neubau des Jüdischen Museums zu verdoppeln, der 2014 bezogen wird. Ein ruhiger, ein umsichtiger, ein kluger Netzarbeiter stellt sich vor.

Quelle: © swr2, 16.03.2013


Vortrag von Prof. Dr. Norbert Frei:
Terror und Traum: Die nationalsozialistische Volksgemeinschaft

Montag, 28. Januar 2013, Goethe-Universität Frankfurt am Main
Audio-Aufzeichnung des Vortrags von Norbert Frei

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Vortrag von Prof. Dr. Norbert Frei
mp3-audio (83 Min., 32 kbit/s, 38.887 KB)
Der Audio-Mitschnitt der Veranstaltung ist sowohl in vier direkt anwählbaren Segmenten aufrufbar (die beiden Begrüßungsansprachen / der Vortrag / die anschließende Diskussion), als auch als Komplettaufzeichnung.

Begrüßung:
Prof. Dr. Dr. Matthias Lutz-Bachmann (Vizepräsident der Goethe-Universität Frankfurt am Main)
Prof. Dr. Raphael Gross
(Direktor des Fritz Bauer Instituts, des Jüdischen Museums Frankfurt am Main und des Leo Baeck Institute London)

Gemeinsame Veranstaltung des Fritz Bauer Instituts und des Präsidiums der Goethe-Universität Frankfurt zum Tag des Gedenkens für die Opfer des Nationalsozialismus

Kaum eine Diskussion über die Geschichte des »Dritten Reiches« kommt heutzutage ohne den Hinweis auf die »Volksgemeinschaft« aus. Noch vor einem Jahrzehnt hingegen galt der Begriff, obgleich in der NS-Zeit stark präsent und gebraucht, vielen Historikern und Zeitgenossen als bloße Propagandaformel. Der Vortrag erörtert die Geschichte des Begriffs, seine Bedeutung für eine erfahrungsgeschichtlich gehaltvolle Historiographie der NS-Zeit, aber auch seine analytischen Grenzen. Gefragt werden soll schließlich nach den Gründen und den Begleiterscheinung der gegenwärtigen Konjunktur der »Volksgemeinschafts«-Forschung.

Prof. Dr. Norbert Frei ist Inhaber des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Leiter des Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts.
Veröffentlichungen u.a.: Der Führerstaat. Nationalsozialistische Herrschaft 1933 bis 1945, München 1987; Vergangenheitspolitik. Die Anfänge der Bundesrepublik und die NS-Vergangenheit, München 1996; 1945 und wir. Das Dritte Reich im Bewußtsein der Deutschen, München 2005; 1968. Jugendrevolte und globaler Protest, München 2008; (mit R. Ahrens, J. Osterloh, T. Schanetzky) Flick. Der Konzern, die Familie, die Macht, München 2009; (mit E. Conze, P. Hayes, M. Zimmermann): Das Amt und die Vergangenheit. Deutsche Diplomaten im Dritten Reich und in der Bundesrepublik. München 2010.

Abbildung
Matthias Lutz-Bachmann, Raphael Gross, Norbert Frei
Foto: © Werner Lott


4. Doktorandenseminar:
Neue Forschungen zu Geschichte und Wirkung des Holocaust

10. bis 12. Oktober 2012 in der Evangelischen Akademie Arnoldshain

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Vom 10. bis 12. Oktober 2012 fand das vierte Doktoranden-Seminar des Fritz Bauer Instituts in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Arnoldshain statt.
Das jährlich angebotene Seminar will Doktoranden, die sich mit Fragen der Geschichte und Wirkung des Holocaust befassen, die Gelegenheit bieten, ihre Arbeiten zur Diskussion zu stellen und Kontakte zu anderen Doktoranden zu knüpfen, die zu ähnlichen Themen arbeiten. Die Teilnehmer sollen ihre geplanten und laufenden Forschungsvorhaben vorstellen; im Mittelpunkt steht die Diskussion von Fragestellungen, Methoden und Quellen. Das Angebot richtet sich gleichermaßen an Zeithistoriker, Politik-, Literatur-, Rechts- und Kulturwissenschaftler sowie Pädagogen.
Die Veranstaltung wurde in diesem Jahr von Ole Jantschek (Evangelische Akademie Arnoldshain), Prof. Dr. Birthe Kundrus (Universität Hamburg) sowie Dr. Jörg Osterloh (Fritz Bauer Institut) moderiert. Birthe Kundrus eröffnete die Veranstaltung mit einem öffentlichen Abendvortrag zum Thema »Töten als Handlungsoption. Zur Geschichte und Theorie entgrenzter Gewalt«.

Beiträge 2012
Damm, Christian (Bielefeld), Zwischen Sprechen und (Ver)Schweigen. Zur Persitenz von Erinnerungsmustern an den Holocaust in der Bundesrepublik Deutschland 1950–1989
Hause, Carmen (Leipzig), Im Schatten Buchenwalds. Zur Geschichte der Gedenkstätte Mittelbau-Dora 1945–2010
Hembera, Melanie (Heidelberg), Die Shoah im Distrikt Krakau. Eine Fallstudie am Beispiel der Stadt Tarnów
Katharina Raidt, Susanne (Marburg), »Kriegsverbrecherinnen«. Strafrechtliche Verfolgung und gesellschaftliche Wahrnehmung von weiblichen Angeklagten in NS-Kriegsverbrecherprozessen seit 1945
Kreutz, Jan (Hamburg), Erich von dem Bach-Zelewski – Eine Biographie der Gewalt zwischen Erstem und Zweiten Weltkrieg
› Langenbrinck, Johanna (Berlin), Verfolgung von Juden in Berlin 1918–1938
Malinauskaite, Gintare (Berlin), Filmische Erinnerung konkurrierender Vergangenheiten: Darstellung des Holocausts und der Sowjetokkupation im litauischen Kino nach der Unabhängigkeit
Nesselrodt, Markus (Berlin), Lebenswelten polnisch-jüdischer Flüchtlinge im sowjetischen Exil (1939–1945)
Pollmann, Ann-Kathrin (Leipzig), Ein offener Brief an Eichmanns Söhne. Günther Anders schreibt Klaus Eichmann
Wahlig, Henry (Hannover), Der Sportplatz als Treffpunkt des Gemeindelebens. Sport und seine Bedeutung im Sozial- und Alltagsleben der jüdischen Bevölkerung im nationalsozialistischen Deutschland

... Doktorandenseminar (Überblicksseite)

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Dr. Jörg Osterloh
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Einsicht 16
Bulletin des Fritz Bauer Instituts
Das Heft erscheint zweimal jährlich (April/Oktober), Auflage 5.500.
Einsicht

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Letzte Änderung: 01. September 2011

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