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Gemeinsam handeln – Brücken bauen
10 Jahre ConAct und Israel Youth Exchange Council

In diesem Jahr (2011) jährt sich die Kooperation zwischen ConAct – Koordinierungszentrum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch und seinem israelischen Pendent, dem Israel Youth Exchange Council, zum zehnten Mal.

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Ziel der Zusammenarbeit der beiden Organisationen ist es, die deutsch-israelischen Jugendkontakte zu unterstützen, auszubauen und weiterzuentwickeln. Neben der finanziellen Förderung der Austauschprojekte sind das Zusammenbringen von am Austausch interessierten Trägern und Partnerorganisationen, die Beratung laufender Projekte und die Erarbeitung und Bereitstellung von Schulungs- und Informationsmaterial wichtige Handlungsfelder der beiden Organisationen.
Über sechzig neu ins Leben gerufene, nachhaltige Partnerschaften, zahlreiche bilaterale Seminare und Tagungen zur Qualifizierung und Reflexion deutsch-israelischer Begegnungsarbeit, die Publikation von Handreichungen für die Arbeit im Jugendaustausch und praxisnahe Initiativen, die aktuelle gesellschaftliche und politische Entwicklungen aufgreifen, dokumentieren die erfolgreiche Tätigkeit der letzten Jahre.

Bilanz nach zehn Jahren

› 35 bilaterale Tagungen und Seminare mit rund 1.500 teilnehmenden deutschen und israelischen Fachkräften des Jugendaustauschs
› Förderung und Realisierung von rund 300 Programmen im außerschulischen deutsch-israelischen Jugend- und Fachkräfteaustausch jährlich
› Für 2011 rund 2,2 Millionen Euro Förderung für die Arbeit und Projekte im deutsch-israelischen Austausch durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
› Rund 6.000 an den Programmen teilnehmende Jugendliche jährlich
› Begegnung in Krisenzeiten – Aufrechterhaltung der bilateralen Austauschkontakte zu Zeiten politischer Anspannung im Nahen Osten
› »Begegnen – aber wie Erinnern?« Aus der großen Fachtagung im November 2003 entstand der Impuls zur Erarbeitung des 2008 vorgestellten zweisprachigen Handbuchs Gemeinsam Erinnern – Brücken Bauen. Die Erstellung der Handreichung für die gemeinsame Durchführung von Gedenkfeiern war ein Projekt des Bayerischen Jugendrings und der Stadt Jerusalem in Kooperation mit ConAct.
› Freiwilliges Engagement in Deutschland und Israel – hieraus entstand die Initiative für das Freiwilligenprogramm Kom-Mit-Nadev
› Aufgreifen aktueller Themen: Jugendaustausch im Kontext multikultureller Gesellschaften in Deutschland und Israel (u.a. Fachtagung »Vielfalt wagen?«, 2009 in Berlin)

3. bis 7. April 2011
Fachkräfteprogramm in Israel
Anlässlich der zehnjährigen Kooperation von Israel Youth Exchange Council und
ConAct: Einsichten in Austauschprojekte, Kooperationen und Trägerstrukturen in Israel.
Auf Einladung des Israel Youth Exchange Council reisten 25 deutsche Fachkräfte des deutsch-israelischen Jugendaustauschs im April nach Israel. Wo sonst eher ein spezifisches Thema im Zentrum steht, gab es in diesem Jahr einen breit gefächerten Einblick in die Jugendarbeit israelischer Träger vor Ort: Der Israel Youth Award präsentierte Projekte mit jüdischen und arabischen Jugendlichen in Beit Berl und Kfar Kassem; in Herzliya informierte die Sportjugend über Jugendarbeit im Wassersport; die Stadt Jerusalem zeigte einen von deutschen und israelischen Jugendlichen erarbeiteten Film zur lokalen Spurensuche deutsch-jüdischer Geschichte; in Tel Aviv eröffneten Vertreter der israelischen Jugendbewegung Einblicke in die Arbeit mit Kindern von Flüchtlingen und sogenannten »illegalen Einwanderern«.
Den Abschluss des Programms bildete ein festlicher Empfang im Hotel Kfar Maccabiah, den der deutsche Botschafter in Israel, Dr. Harald Kindermann (Amtsnachfolger seit Juli 2011: Andreas Michaelis), eröffnete.

7. bis 9. November 2011
Jahrestagung in der Lutherstadt Wittenberg
Mit seiner Jahrestagung feiert ConAct das zehnjährige Jubiläum seines Bestehens und nimmt Ausblick auf zukünftige Herausforderungen. Bei der Zusammenkunft von deutschen und israelischen Fachkräften der Jugendbegegnung steht neben der Weiterarbeit an zentralen Themen auch die gemeinsame Entwicklung von Perspektiven für den deutsch-israelischen Jugendaustausch auf dem Programm.

Judith Seitz, Itay Lotem
Israel – Nah im Osten
Das in diesem Frühjahr erschienene Buch des deutsch-israelischen Autorenpaares Judith Seitz und Itay Lotem Israel – Nah im Osten (Neue Darmstädter Verlagsanstalt, 2011, 160 S., € 12,80) zeichnet den Alltag und die vielfältigen Lebenswelten in Israel nach. Es wird ergänzt durch Kurztexte von Jugendlichen aus Deutschland und Israel, die im Rahmen einer Schreibwerkstatt in Berlin entstanden sind.
Alltagssituationen von Jugendlichen in Israel, jüdisch-arabisches Zusammenleben, Israel als Einwanderungsland sowie die Auseinandersetzung mit divergierenden Erinnerungskulturen und historischen Narrativen sind zentrale Themen. Daneben finden sich eine Vielzahl verschiedener Stimmen und Eindrücke, die von dem Autorenpaar facettenreich und informativ zusammengefügt wurden. Das Buch richtet sich ausdrücklich an Jugendliche und junge Erwachsene. Dabei eignet es sich als unterhaltsame Einstiegslektüre ebenso, wie es weiterführende Einblicke in die vielfältigen Lebensrealitäten der israelischen Gesellschaft für bereits Israel-erfahrene Leser bietet.
Das in Kooperation von ConAct und Andreas Holzapfel (NDV) herausgegebene Buch wurde unter dem Motto »10 Jahre – 10 Orte« auf einer Lesereise vorgestellt. In Frankfurt am Main wurde es am 24. Mai in der Jugendbegegnungsstätte Anne Frank mit einer von ConAct, dem Jugendbildungswerk Frankfurt und dem Pädagogischen Zentrum Frankfurt gemeinsam veranstalteten Lesung von der Autorin Judith Seitz und zwei Jugendlichen aus Israel präsentiert.

ConAct ist eine Einrichtung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit Unterstützung der Länder Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Vor Ort ist ConAct in Trägerschaft der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt und hat sein Büro auf Einladung der Stadt Wittenberg im Alten Rathaus am Marktplatz.

Kontakt
ConAct – Koordinierungszentrum
Deutsch-Israelischer Jugendaustausch
Altes Rathaus, Markt 26
06886 Lutherstadt Wittenberg
Tel.: 03491.4202-60
Fax: 03491.4202-70
info(at)ConAct-org.de
www.ConAct-org.de

Ansprechpartner zum deutsch-israelischen Jugendaustausch
Werner Lott
Fritz Bauer Institut
w.lott(at)fritz-bauer-institut.de


Lecture by Prof. Dr. John S. Friedman:
The End of Living Memory – A documentary on the trial of John Demjanjuk

Mittwoch, 1. Juni 2011, Goethe-Universität Frankfurt am Main
Audio-Aufzeichnung des Vortrags in englischer Sprache.

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Lecture by John S. Friedman
mp3-audio (42 Min., 64 kbit/s, 19.519 KB)

The trial of John Demjanjuk has brought partial closure to the survivors of Sobibor and the families of those who perished. But it has also raised new and highlighted old questions about the post-Holocaust history of Germany and the Soviet Union as well as about the role of the United States in bringing Nazi war criminals to justice. With the last of the living survivors and perpetrators, what challenges are posed in making a documentary film about the so-called last Nazi trial? Most important, how will the trial shape the legacy of the Holocaust and what impact – legal and otherwise – might it have on future prosecutions of crimes of genocide?

John S. Friedman is Associate Professor of Media and Communications/American Studies at State University of New York, College at Old Westbury. Prior to this the historian and scientist of comparative literature was fellow, guest lecturer and assistant professor at several universities. In 1985 to 1989 he was the producer of the film »Hotel Terminus: The Life and Times of Klaus Barbie« which received the Academy Award in 1989 for best documentary feature and the 1988 International Critics Prize at the Cannes Film Festival for Best Picture. In 1996 to 2002 he was co-producer/director of  »Stealing the Fire«, a ninety minute documentary about Karl-Heinz Schaab, Saddam Hussein’s top nuclear spy. He is author of several books. His latest production, »The End of Living Memoy«, is a ninety minute documentary on the trial in Germany of John Demjanjuk.

Abbildung
Prof. Dr. John S. Friedman im Gespräch mit Prof. Dr. Vinzenz Hediger, (Filmwissenschaftler)
und Prof. Dr. Cornelius Nestler (Nebenklagevertreter im Strafprozess gegen John Demjanjuk)
Foto: © Werner Lott


Internetportal:
Vor dem Holocaust – Fotos zum jüdischen Alltagsleben in Hessen

Neues Online-Angebot des Pädagogischen Zentrums des Fritz Bauer Instituts
und des Jüdischen Museums Frankfurt am Main

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www.vor-dem-holocaust.de

Das umfangreiche Internetportal »Vor dem Holocaust – Fotos zum jüdischen Alltagsleben in Hessen« präsentiert, erschließt und kommentiert mehr als 4.000 historische Fotografien aus etwa 300 hessischen Dörfern und Städten. Sie zeigen das Alltagsleben jüdischer Menschen in ihren hessischen Heimatorten in Familie, Schule, Beruf, Freizeit, im religiösen Leben und im öffentlichen Bereich.
Die Fotos wurden zum größten Teil von jüdischen Familien aus Amerika, Israel und England zur Verfügung gestellt, die früher in Hessen lebten. Sie stammen aber auch aus Sammlungen von hessischen Lokalforschern und aus Archiven im In- und Ausland.
Die Fotos sind ein einzigartiger Fundus zur Erinnerung an eine komplexe kulturelle Lebenswelt in Hessen, die durch die nationalsozialistische Verfolgung zerstört und ausgelöscht wurde. Kein anderes Medium kann das alltägliche Zusammenleben von Juden und Nichtjuden vor der Zeit des Nationalsozialismus so anschaulich vermitteln wie diese zumeist von Laien aufgenommenen Fotografien.
Das Portal zeigt auch Fotos zur nationalsozialistischen Verfolgung und insbesondere zu den Reaktionen jüdischer Menschen in Hessen auf die nationalsozialistische Bedrohung.
Für die pädagogische Arbeit ist dieses Foto-Portal ein bedeutender Baustein. Hinweise zur pädagogischen Nutzung sind im Web-Portal zu finden, Ideen für schulische Projekte werden vom Pädagogischen Zentrum des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischem Museums Frankfurt angeboten.

Foto: Die Geschwister Wilhelm, Manfred und Gerda Katz aus Ostheim mit ihren Verwandten aus Fischborn. Das Foto wurde um das Jahr 1919 aufgenommen. (©: Sammlung Monica Kingreen)

Kontakt:
Monica Kingreen
Pädagogisches Zentrum FFM
Fritz Bauer Institut & Jüdisches Museum
Seckbächer Gasse 14  
60311 Frankfurt am Main
Tel.: 069.212 742 38
monica.kingreen(at)stadt-frankfurt.de
www.pz-ffm.de


Gabriel Bach, Vertreter der Anklage:
Ein Zeitzeuge des Jerusalemer Eichmann-Prozesses im Gespräch

Gespräch im Rahmen der Tagung des Fritz Bauer Instituts:
»Gerechtigkeit in Jerusalem« – Zum 50. Jahrestags des Eichmann-Prozesses
Montag, 11. April 2011, Goethe-Universität Frankfurt am Main

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Gespräch mit Gabriel Bach
mp3-audio (75 Min., 64 kbit/s, 34.905 KB)

Gabriel Bach, geboren am 13. März 1927 in Halberstadt, israelischer Jurist und stellvertretender Ankläger im Jerusalemer Prozess gegen Adolf Eichmann, von 1982 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1997 Richter am Obersten Gerichtshof in Israel. (Foto: Gabriel Bach, © Werner Lott)

Zur Tagung »Gerechtigkeit in Jerusalem«:
Aus Anlass des 50. Jahrestags des Jerusalemer Eichmann-Prozesses veranstaltete das Fritz Bauer Institut die zweitägige Tagung »Gerechtigkeit in Jerusalem«. Die Veranstaltung wurde gefördert durchden Arbeitskreis selbständiger Kulturinstitute e.V. (AsKI), Bonn.
In den Tagungsbeiträgen wurde nicht an erster Stelle die Funktion Eichmanns im NS-Vernichtungsprozess behandelt, vielmehr stand die Bedeutung des Prozesses für die israelische und die deutsche Gesellschaft im Zentrum der Debatte. Beleuchtet wurden sowohl die Umstände, die das Verfahren begleiteten, als auch die Außenwirkung, die die Anklagevertretung, die Verteidigung und die Verteidigungsstrategie des Angeklagten Eichmann – der sich im Gerichtssaal bewusst inszenierte – hatten.
Die Ergreifung Eichmanns durch den israelischen Geheimdienst Mossad erfolgte nach Informationen, die der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer von einem in Argentinien lebenden jüdischen Emigranten und Dachau-Überlebenden erhalten und an israelische Stellen weitergegeben hatte. Bauer schaltete weder die bundesdeutsche Justiz noch diplomatische Stellen im In- und Ausland ein, weil er erhebliche Zweifel am Ahndungswillen der Justiz und am Aufklärungsinteresse Bonns hatte.
Die israelische Staatsführung unter David Ben Gurion nahm die Gelegenheit wahr, in einem großen Prozess das lange in Israel vorherrschende Schweigen über die Shoah zu brechen und die israelische Gesellschaft und die Welt über das von Deutschen und ihren Helfershelfern verübte Menschheitsverbrechen aufzuklären.

Referenten der Tagung:
Prof. Dr. Hanna Yablonka, Ben-Gurion-University, Beer Sheva
Univ. Doz. Dr. Hans Safrian, Institut für Zeitgeschichte, Universität Wien
Dr. Bettina Stangneth, Philosophin, Hamburg
Dr. Ruth Bettina Birn, Historikerin, Den Haag
Lisa Hauff, Stiftung Topographie des Terrors, Berlin
Willi Winkler, Süddeutsche Zeitung, Hamburg
Gabriel Bach, stellvertretender Ankläger im Prozess gegen Adolf Eichmann

... Veranstaltungsfolder (pdf-Datei)


Zum 90. Geburtstag von Trude Simonsohn

Empfang am Freitag, 25. März 2011
in der Jugendbegegnungsstätte Anne Frank

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Anlässlich dieses besonderen Geburtstages luden das Land Hessen, das Fritz Bauer Institut, das Jüdische Museum Frankfurt und die Jugendbegegnungsstätte Anne Frank e.V. zahlreiche Gäste und Gratulanten zu einem Empfang für die Jubilarin in die Ausstellungsräume der Jugendbegegnungsstätte ein.
Trude Simonsohn ist Mitglied des Beirates der Jugendbegegnungsstätte und Vorsitzende des Rats der Überlebenden des Holocaust am Fritz Bauer Institut. Mit der JBS Anne Frank ist Trude Simonsohn seit deren Gründung eng verbunden. Seit vielen Jahren spricht sie regelmäßig als Zeitzeugin mit Jugendlichen in Schulen und anderen Einrichtungen.

Mehr Fotos vom Geburtstagsempfang
Fotogalerie

Kontakt
Jugendbegegnungsstätte Anne Frank e.V.
Hansaallee 150
60320 Frankfurt am Main
Tel.: 069.56 000 20
Fax: 069.56 000 250
info(at)jbs-anne-frank.de
www.jbs-anne-frank.de


Entscheidung über die Stätte zur Erinnerung an die Deportation
jüdischer Bürger aus der Großmarkthalle in Frankfurt am Main

Anmerkungen von Jean-Claude Trichet, Präsident der Europäischen Zentralbank, Frankfurt am Main, 11. März 2011

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Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Roth,
sehr geehrter Herr Schnabel,
sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen der Jury,
sehr geehrte Damen und Herren,

es ist mir eine Ehre, gemeinsam mit Frau Oberbürgermeisterin Roth und Herrn Schnabel von der Jüdischen Gemeinde Frankfurt an der heutigen Veranstaltung zur Bekanntgabe der endgültigen Entscheidung bezüglich eines Entwurfskonzepts für die Erinnerungsstätte an der Großmarkthalle in Frankfurt teilzunehmen.
Schon seit Beginn des Neubauprojekts waren die Europäische Zentralbank (EZB), die Jüdische Gemeinde Frankfurt und die Stadt Frankfurt entschlossen, eine Stätte zur Erinnerung an die Deportation jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger von der Großmarkthalle aus einzurichten. Um dieses Vorhaben zu verwirklichen, schrieb die Stadt einen Gestaltungswettbewerb aus. Im Zuge der Überarbeitungsphase des Wettbewerbs, die heute ihren Abschluss findet, trafen wir uns mit den drei Preisträgern, um die Einzelheiten ihrer jeweiligen Entwürfe zu erörtern. Da das EZB-Gelände bei zwei Vorschlägen mit in die Entwurfsgestaltung einbezogen wurde, war es erforderlich, sicherzustellen, dass sie mit dem Gesamtkonzept der Landschaftsgestaltung vereinbar sind.
Ich denke, wir können alle sehen, dass die genauere Ausarbeitung und Weiterentwicklung der Entwürfe für alle Preisträger mit viel Arbeit und erheblichem Aufwand verbunden war. Die Vor- und Nachteile der drei sehr unterschiedlichen Vorschläge wurden im Rahmen des Entscheidungsprozesses ausführlich und detailliert diskutiert. Diese Gespräche waren ausgesprochen ergiebig, und ich freue mich sehr darüber, dass sie zu einer einstimmigen Entscheidung für eine eindrucksvolle Erinnerungsstätte geführt haben, die den Besonderheiten des Ortes voll und ganz Rechnung trägt und der Tragik der Deportationen und des Holocaust Ausdruck verleiht.
Die Umsetzung des ausgewählten Entwurfs der Kölner Architekten KATZKAISER Gbr, insbesondere der Bau der Rampe, wird in enger Zusammenarbeit mit der EZB, den Architekten unseres Neubaus und den zuständigen Planern erfolgen. Ich sehe der Einweihung der Erinnerungsstätte mit Freude entgegen.

Kontakt
Europäische Zentralbank
Direktion Kommunikation
Abteilung Presse und Information
Kaiserstraße 29
60311 Frankfurt am Main
Tel.: 069.134 474-55, Fax: -04
www.ecb.europa.eu


Two bursaries for the Leo Baeck MA in European Jewish History

Queen Marry University of London / Leo Baeck Institute London
Deadline for receipt of applications for bursaries: 9 May 2011

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The Leo Baeck MA trains scholars towards undertaking independent research on Jewish history, culture and thought in Europe. It provides a strong grounding in approaches and theories which have influenced the ways in which scholars understand Jewish history. Simultaneously, the MA introduces students to a wide range of sources available for European Jewish studies. Particular attention will be paid to the Jewish response to modernity and problems around the definition and issues of assimilation and identity. The role of antisemitism and the origins of the Holocaust are central, as is Jewish intellectual history, focusing on the ideas of eminent Jewish thinkers about the place of Jews and Judaism in pre-modern and modern society. The Leo Baeck Institute in conjunction with the School of History, Queen Mary, University of London is offering two bursaries tenable for the academic year 2011–2012 for students taking the Leo Baeck MA in European Jewish History. The bursary will cover the fee at the Home/EU rate.The Leo Baeck InstituteThe Leo Baeck Institute (LBI) is the leading research institute in the field of the history and culture of German-speaking Jewry in Europe from the 17th Century onwards. It was founded in 1955 and named after Leo Baeck, the last public representative of the Jewish Community in Nazi Germany. Among the Institute’s publications are the Leo Baeck Institute Year Book and the Schriftenreihe wissenschaftlicher Abhandlungen. The institute has recently established two research professorships to investigate the role of German-speaking Jews in 19th and 20th century academia.

The School of History at Queen Mary
The School of History at Queen Mary is one of the largest history departments in London and offers a very wide range of degree courses and research opportunities. It provides first-rate teaching fuelled by cutting-edge research within a friendly, welcoming atmosphere with an emphasis on student support. Queen Mary is ranked among the top 15 research universities in the UK.

General Entry Requirements
An upper second class honours undergraduate degree or higher in History (or overseas equivalent). Mature students from other academic backgrounds are encouraged to apply.  
Please visit www.qmul.ac.uk/postgraduate/apply/index.html to download an application form and ensure you submit a statement of purpose addressing the following:
› Why do you want to study the Leo Baeck MA in European Jewish History programme at Queen Mary?
› How do you think the MA will assist you in your future ambitions?
› Please identify any relevant experience which has prepared you for this programme.
Deadline for receipt of applications for bursaries: 9 May 2011

Further information links
www.history.qmul.ac.uk
www.jewishstudies.history.qmul.ac.uk
www.leobaeck.co.uk

Contact
Jon Clifford
Admissions Administrator
Tel: +44 (0)20.7882 8370
j.clifford(at)qmul.ac.uk


Imo Moszkowicz sel. A. (1925–2011)

Ein Nachruf von Matthias Naumann, Berlin

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Imo Moszkowicz wurde am 27. Juli 1925 in Ahlen geboren. Seinem Vater gelang es noch 1938, nach Argentinien auszuwandern, doch konnte der Rest der Familie nicht mehr nachkommen. Frau und Kinder mussten nach Essen übersiedeln, damit Ahlen »judenrein« sei, und dort Zwangsarbeit leisten. Die Mutter und vier der Geschwister wurden 1941 nach Auschwitz deportiert und ermordet, ebenso der Bruder David nach einer Denunziation. Imo Moszkowicz und sein Bruder Hermann wurden 1942 als Letzte der Familie nach Auschwitz deportiert, wo Imo Moszkowicz ins KZ Buna/Monowitz kam und Zwangsarbeit für die I.G. Farben verrichten musste. Gerade dort machte er bei einem »bunten Abend« zur Unterhaltung der Lager-SS und der Häftlingsprominenz seine ersten Schauspielerfahrungen. In einem Interview beschrieb er im Januar 2008, was das Theaterspiel im KZ Buna/Monowitz für ihn bedeutete: »Auf diese Weise war ich meinen Drillich, meine Häftlingskleidung für ein paar Stunden los: Ich konnte in eine andere Figur schlüpfen. Das, was später, also nach dem Krieg, mit mir geschah, war ähnlich: Ich schlüpfte in andere Charaktere, ich schlüpfte in andere Schicksalsstränge und konnte damit meinen eigenen zudecken und somit in den Hintergrund drängen; damit konnte ich viele Jahre leidlich gut leben.«

Nachdem er die Todesmärsche Anfang 1945 überstanden hatte, wurde Imo Moszkowicz im Mai 1945 in Liberec/Reichenberg von der Roten Armee befreit. Er ging zurück nach Westfalen und begann als Schauspieler in Warendorf und Gütersloh. Es folgte eine Schauspielausbildung in Düsseldorf, während der er sich bereits der Regie zuwandte. Moszkowicz lernte als Regieassistent bei Gustav Gründgens in Düsseldorf und bei Fritz Kortner am Schillertheater, Berlin. Zeitlebens blieb sein Theaterverständnis vom Begriff der Werktreue und der Achtung gegenüber den Texten der Dichter, die er inszenierte, geprägt.
In den 1950er Jahren arbeitete Moszkowicz mehrmals als Regisseur und Schauspieler an Bühnen in Südamerika, wo er auch seine Frau, Renate Dadieu, kennenlernte. 1961 inszenierte er Zeit der Schuldlosen von Siegfried Lenz am Habima Nationaltheater in Tel Aviv, das erste Stück eines zeitgenössischen deutschsprachigen Autors in Israel. In den folgenden Jahrzehnten verwirklichte Moszkowicz über hundert Theater- und Operninszenierungen an großen deutschsprachigen Häusern.

Zeitgleich entwickelte sich das Fernsehen mit über 200 Regiearbeiten für Spielfilme und Serien zu seinem zweiten Schwerpunkt. Hier erwies sich Imo Moszkowicz als ein Pionier des Fernsehspiels, der die neuen technischen Möglichkeiten erprobte. Zu seinen Arbeiten zählen Komödien und Krimis, aber auch Kinderserien wie Kli-Kla-Klawitter (1973–76) und Pumuckls Abenteuer (1999). Daneben schuf er mehrere Kinofilme, wie Max, der Taschendieb mit Heinz Rühmann und Wenn ihr wollt, ist es kein Märchen über Theodor Herzl. Eine seiner letzten Arbeiten, das Drehbuch zu Unter Bauern – Retter in der Nacht (2009), ließ ihn in die Zeit des Nationalsozialismus in Westfalen zurückkehren.

In seiner Autobiografie Der grauende Morgen, zuerst erschienen 1996, verflicht Moszkowicz in eindringlicher Weise den Bericht seiner Zeit im KZ Buna/Monowitz mit seiner Nachkriegsbiografie am Theater und Fernsehen, darauf reflektierend, wie ihn die Erinnerung im Nachkriegsdeutschland immer wieder heimsuchte, wie er vergessen wollte und es nicht konnte. Imo Moszkowicz sprach in öffentlichen Auftritten, in Vorträgen und Diskussionen über den Holocaust, als er als Regisseur bereits namhaft und bekannt war. Eindrücklich im Gedächtnis blieb seine Rede auf dem Treffen der Überlebenden des KZ Buna/Monowitz in Frankfurt am Main 2004. Zur Eröffnung des Norbert Wollheim Memorials auf dem Gelände des ehemaligen IG Farben-Hauses (heute Sitz der geistes- und kulturwissenschaftlichen Fachbereiche der Goethe-Universität Frankfurt am Main) im November 2008 konnte er schon nicht mehr nach Frankfurt kommen.

Am 11. Januar 2011 verstarb Imo Moszkowicz nach langer Krankheit in Ottobrunn bei München. Er war langjähriges Mitglied im Rat der Überlebenden des Holocaust am Fritz Bauer Institut. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Freunde und Freundinnen des Fritz Bauer Instituts werden ihn in ehrender Erinnerung behalten.


Nachrichten aus dem
Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.

Bericht des Vereinsvorstands

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In der diesjährigen Mitgliederversammlung am 29. Januar 2011 im IG Farben-Haus auf dem Campus Westend der Goethe-Universität Frankfurt am Main stand turnusmäßig die Wahl des Vorstandes an. Alle Vorstandsmitglieder hatten sich bereit erklärt, erneut zu kandidieren, weitere Vorschläge gab es nicht. Alle Kandidaten wurden wiedergewählt. Dem Vorstand gehören somit wie bisher an: Brigitte Tilmann als Vorsitzende, Gundi Mohr als stellvertretende Vorsitzende und Schatzmeisterin, Prof. Dr. Eike Hennig als Schriftführer sowie Dr. Rachel Heuberger, Dr. Diether Hoffmann, Klaus Schilling und David Schnell als Beisitzer. Die wiedergewählten Vorstandsmitglieder danken für das ihnen entgegengebrachte Vertrauen.
Im Anschluss an die Mitgliederversammlung stellten Monica Kingreen, Gottfried Kößler, Dr. Wolfgang Geiger und Manfred Levy anschaulich und überzeugend die Arbeit und die Projekte des Pädagogischen Zentrums des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt am Main vor. Die anschließende Diskussion zeigte, wie groß das Interesse der Fördermitglieder an dieser Arbeit ist. Näheres zum Pädagogischen Zentrum finden Sie auch in diesem Heft oder unter www.pz-ffm.de.
Ein immer wiederkehrendes Thema – nämlich die Suche nach Möglichkeiten zur Werbung neuer Mitglieder – stand auch diesmal im Zentrum der Mitgliederversammlung. Zwar hat erfreulicherweise im letzten Jahr die Zahl der Neueintritte die der Austritte überstiegen, dennoch müssen wir mit Besorgnis feststellen, dass die Mitgliederzahl – auch altersbedingt – zurückgeht. Deshalb die dringende Bitte an Sie als Mitglieder und Förderer, aktiv zu werden und jedes Jahr zumindest ein neues Mitglied zu werben. Wir wissen, wie schwer es angesichts wirtschaftlich instabiler Zeiten ist, die Bereitschaft zu wecken, sich dauerhaft in einem Förderverein zu engagieren – trotz eines moderaten Jahresbeitrags. Aber die Mühe lohnt! Die Arbeit des Fritz Bauer Instituts ist nach wie vor hoch aktuell und das Interesse an den aufgegriffenen Themenbereichen – gerade auch bei jungen Menschen – erfreulich intensiv. Das Fritz Bauer Institut verdient und benötigt unsere kontinuierliche Unterstützung.
Der Vorstand hat sich im letzten Jahr vielfältig engagiert, um die Arbeit des Fritz Bauer Instituts in der Öffentlichkeit bekannt zu machen und für den Förderverein zu werben. Anfang Februar 2010 besuchten zwei Vorstandsmitglieder zusammen mit Werner Renz den Demjanjuk-Prozess in München, außerdem wurden Vorträge gehalten und an Podien teilgenommen. Für dieses Jahr plant der Vorstand weitere Veranstaltungen. Der Förderverein unterstützt die Initiative, eine Straße – möglichst in der Innenstadt – nach Fritz Bauer zu benennen und ihm damit auch in Frankfurt die ihm gebührende Ehre zu erweisen.
Unser Dank gilt allen Vereinsmitgliedern und Freunden für ihre nachhaltige Unterstützung im vergangenen Jahr.

Brigitte Tilmann (Vorsitzende)
Für den Vorstand


Online-Module:
Jüdisches Leben in Deutschland nach 1945

Lernbausteine zu deutsch-jüdischer Geschichte

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Jüdisches Leben wird in Deutschland häufig nur im Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus und dem Holocaust gedacht. Dabei gab es ein vielfältiges und reichhaltiges kulturelles jüdisches Leben vor dem Beginn der systematischen Ausgrenzung und Verfolgung ab 1933 – und gibt es auch heute wieder.
»Lernen aus der Geschichte« möchte mit einem Online-Modul die Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland nach 1945 aufzeigen. Das Modul gliedert sich insgesamt in vier Bausteine:
›    Jüdische Displaced Persons
›    Jüdisches Leben in der DDR
›    Jüdische Einwanderung nach 1989
›    Jüdische Identitäten
In jedem dieser Bausteine finden sich Einführungs- und Hintergrundtexte, Audiointerviews, Aufgaben, Link- und Buchtipps. Für die pädagogische Arbeit gibt es zusätzliches Material und Anleitungen sowie Weiterbildungsangebote zur Einbindung der Module in den Unterricht oder zum Einsatz in Workshops und bei Projekttagen.
Manfred Levy vom Pädagogischen Zentrum des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt ist mit einem Beitrag zum Baustein »Jüdische Identitäten« in dem Modul vertreten.
Das Internetportal »Lernen aus der Geschichte« plant, die bisher vorliegenden vier thematischen Bausteine sukzessive zu ergänzen und weitere Aspekte, wie zum Beispiel die Zeit in der BRD zwischen 1949 und 1989, aufzunehmen. Die Online-Module wurden ermöglicht durch die finanzielle Förderung des Leo Baeck Programms und der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung. Das Webportal wird durch die Stiftung »Erinnerung, Verantwortung und Zukunft« gefördert.

Link zu den Online-Modulen
www.lernen-aus-der-geschichte.de/Online-Lernen/Online-Module/all

Abonnement des Magazins »Lernen aus der Geschichte«
http://lernen-aus-der-geschichte.de/drupal/Lernen-und-Lehren/Magazin/Abonnieren

Kontakt
Lernen aus der Geschichte e.V.
c/o Institut für Gesellschaftswissenschaften
und historisch-politische Bildung
Technische Universität Berlin
Ingolf Seidel (Redakteur)
Franklinstraße 28/29
10587 Berlin
Tel: 030.314 731 43
seidel(at)lernen-aus-der-geschichte.de
www.lernen-aus-der-geschichte.de



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Anfahrt: IG Farben-Haus

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Einsicht 18
Bulletin des Fritz Bauer Instituts
Das Heft erscheint zweimal jährlich (April/Oktober), Auflage 5.500.
Einsicht

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Letzte Änderung: 01. September 2011

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