Fritz Bauer Institut

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Workshopbericht:
Einführung in das Visual History Archive (VHA)

Goethe-Universität Frankfurt am Main

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Am 14. Juni 2017 gab Wolf Gruner im Rahmen eines vom Fritz Bauer Institut ausgerichteten zweistündigen Workshops eine Einführung in das Visual History Archive (VHA). Dieses ist eine Online-Plattform, die Zugang zu den Oral-History-Beständen der USC Shoah Foundation. The Institute for Visual History and Education bietet. Die von Steven Spielberg ins Leben gerufene USC Shoah Foundation erstellte zwischen 1994 und 2000 eine Sammlung von Interviews mit Überlebenden und Zeugen des Holocaust, aber auch anderen Verfolgten des NS-Regimes wie etwa Sinti und Roma, Homosexuellen, Zeuginnen und Zeugen Jehovas oder auch Überlebenden der Krankenmordaktionen, die die umfangreichste ihrer Art ist. Inzwischen ergänzen Interviewsammlungen zu anderen Genoziden wie etwa dem Völkermord an den Armeniern 1915–1923, dem Nanjing-Massaker 1937/38 und dem Völkermord in Ruanda 1994 den Bestand.
Das Archiv beinhaltet rund 54.000 lebensgeschichtliche Interviews mit einer durchschnittlichen Dauer von etwa zwei Stunden, die in 62 Ländern und 41 Sprachen aufgezeichnet worden sind. Die insgesamt circa 115.000 Stunden Filmmaterial von Holocaustüberlebenden sind minutengenau verschlagwortet worden: Die etwa 65.000 vergebenen Indexbegriffe, 1,8 Millionen erfassten Namen und detailliert verzeichneten Länder, Regionen und Orte ermöglichen eine zielgerichtete Suche in der Datenbank. Seit 2006 befindet sich das Archiv an der University of Southern California, Los Angeles (USA), die 2014 das USC Shoah Foundation Center for Advanced Genocide Research eingerichtet hat. Weltweit bieten etwa 50 ausgewählte Institutionen in Kooperation mit der USC Shoah Foundation einen Vollzugang zu dem Archiv an. Als zweite Einrichtung in Deutschland verfügt die Universitätsbibliothek der Goethe-Universität Frankfurt seit 2017 über einen solchen Vollzugang für Mitarbeiter und Studierende.
Wolf Gruner erläuterte den rund 30 Anwesenden – nicht nur Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fritz Bauer Instituts, sondern auch der Goethe-Universität Frankfurt und der Arbeitsstelle Holocaustliteratur an der Justus-Liebig-Universität Gießen – den Aufbau des Archivs und die Recherchemöglichkeiten hierin.

Wolf Gruner, Dr. phil.,
ist seit 2008 Shapell-Guerin Chair in Jewish Studies and Professor of History an der University of Southern California, Los Angeles (USA) und seit 2014 Gründungsdirektor des USC Shoah Foundation Center for Advanced Genocide Research.

Einen eingeschränkten Zugang zu etwa 1.800 lebensgeschichtlichen Interviews erhält jeder Interessierte über folgenden Link: http://vhaonline.usc.edu/login

Abb.: Sybille Steinbacher, Direktorin des Fritz Bauer Instituts, bei der Vorstellung von Wolf Gruner. (Foto: Markus Roth, Arbeitsstelle Holocaustliteratur)


Sybille Steinbacher als bundesweit erste Inhaberin
eines Lehrstuhls für Holocaust-Forschung vorgestellt

Goethe-Universität Frankfurt am Main

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Prof. Dr. Sybille Steinbacher hat zum 1. Mai ihren Dienst als Direktorin des Fritz Bauer Instituts angetreten. Damit verbunden ist der neue Lehrstuhl für die Erforschung der Geschichte und Wirkung des Holocaust an der Goethe-Universität Frankfurt.
Von 2010 bis 2017 war Steinbacher Universitätsprofessorin für Zeitgeschichte – Vergleichende Diktatur-, Gewalt- und Genozidforschung an der Universität Wien.

Goethe-Universität Frankfurt am Main – Pressestelle
› Pressemeldung vom 17. Mai 2017

Prof. Dr. Sybille Steinbacher:
Biografie, Publikationsliste, Forschungsschwerpunkte

www.fritz-bauer-institut.de/direktion.html

Kontakt
Fritz Bauer Institut
An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-40
Fax: 069.798 322-41
sekretariat.steinbacher(at)fritz-bauer-institut.de


Stellenausschreibung:

Wissenschaftliche/r Mitarbeiterin/Mitarbeiter
(E 14, TV-H, 100 %)

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Am Fritz Bauer Institut, einem An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main, das sich mit der Erforschung der Geschichte und Wirkung der nationalsozialistischen Verbrechen, insbesondere des Holocaust, beschäftigt, ist zum 15.07.2017 die Stelle einer/eine

Wissenschaftlichen Mitarbeiterin/Mitarbeiters (E 14, TV-H, 100 %)

zu besetzen.

Zu den Aufgaben gehören die konzeptionelle Vorbereitung neuer Forschungsvorhaben des Instituts, die Betreuung laufender Projekte, Mitarbeit an den Publikationsreihen und an der Öffentlichkeitsarbeit des Instituts, Organisation und Durchführung von Tagungen und Engagement in der Lehre sowie der pädagogischen Vermittlung.

Die Stelle ist unbefristet zu besetzen. Der Dienstort ist Frankfurt am Main.

Erwartet werden eine sehr gute Promotion in Neuerer und Neuester Geschichte beziehungsweise Zeitgeschichte und die durch Publikationen nachgewiesene internationale Forschungserfahrung mit einem Schwerpunkt auf der Nachgeschichte / Wirkungsgeschichte des Nationalsozialismus. Erwünscht sind auf die Zeit nach 1945 bezogene Forschungen zur Geschichte der Juden in Deutschland und Europa, aber auch im Feld der zeitgeschichtlichen Intellectual History. Zu den Einstellungsvoraussetzungen zählen ferner Erfahrungen in der Lehre, im Einwerben von Drittmitteln, der Konzeption und Durchführung von Forschungsprojekten sowie in der akademischen Selbstverwaltung.

Das Fritz Bauer Institut tritt für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern ein und fordert deshalb nachdrücklich Frauen zur Bewerbung auf. Menschen mit Behinderungen werden bei gleicher Qualifikation vorrangig berücksichtigt.
Auskunft erteilt: Frau Manuela Ritzheim, Leiterin des Verwaltungs- und Projektmanagements des Fritz Bauer Instituts, Telefon: 069.798-32233, Email: m.ritzheim(at)fritz-bauer-institut.de

Ihre Bewerbung mit Lebenslauf, Hochschulzeugnissen, Publikationsverzeichnis und einer (maximal zwei Seiten umfassenden) Ideenskizze für ein eigenes Forschungsprojekt im Bereich der Nachgeschichte / Wirkungsgeschichte des Nationalsozialismus richten Sie bitte per Post (nicht per Email) bis zum 26.05.2017 an die Direktorin des Fritz Bauer Instituts, Prof. Dr. Sybille Steinbacher, Goethe-Universität Frankfurt am Main / Campus Westend, Fritz Bauer Institut, IG Farben-Haus, Raum 5.315, Norbert-Wollheim-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main. Bitte senden Sie Kopien Ihrer Zeugnisse ein, da keine Rücksendung Ihrer Unterlagen erfolgen wird.

Stellenausschreibung (pdf-Datei)


Ergebnis der Vorstandswahl:
Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.

Mitgliederversammlung am 18. März 2017

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Das Ergebnis der Vorstandswahl auf der ordentlichen
Mitgliederversammlung am 18. März 2017:

› Jutta Ebeling – Vorsitzende des Fördervereins
› Gundi Mohr – stellv. Vorsitzende und Schatzmeisterin
› Prof. Dr. Eike Hennig – Schriftführer
› Herbert Mai – Beisitzer
› Dr. Rachel Heuberger – Beisitzerin
› Dr. Nikolaus Meyer – Beisitzer
› Gabriele Mielcke – Beisitzerin
› Staatsanwalt Dr. Christopher Wenzl – Beisitzer

Vertreter des Fördervereins
im Stiftungsrat des Fritz Bauer Instituts:

› Jutta Ebeling – 1. Vertreterin des Fördervereins
› Herbert Mai – 2. Vertreter des Fördervereins

Aus dem Vorstand ausgeschieden sind die bisherige stellvertretende Vorsitzende Brigitte Tilmann (ehem. Präsidentin des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main) sowie Beate Bermanseder, Klaus Schilling und David Schnell.
Im Namen des Vorstands sprach Jutta Ebeling allen ausscheidenden Vorstandsmitgliedern ihren Dank für das große Engagement und die geleistete Arbeit aus.

Kontakt
Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-39
verein(at)fritz-bauer-institut.de
www.fritz-bauer-institut.de/foerderverein.html


Monika Boll, Rede zur Eröffnung der Ausstellung
»Fritz Bauer. Der Staatsanwalt. NS-Verbrechen vor Gericht«

Donnerstag, 9. März 2017
Militärhistorisches Museum der Bundeswehr, Dresden

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Eröffnungsrede von Monika Boll (pdf-Datei)

Dr. phil. Monika Boll ist Philosophin, Publizistin und Kuratorin dieser und anderer Ausstellungen.
(Foto: Werner Lott, 2012)

Eine Ausstellung des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt am Main. Die Ausstellungspräsentation in Dresden wird realisiert in Kooperation mit dem Militärhistorischen Museum der Bundeswehr, dem Münchner-Platz-Komitee e.V. und der Gedenkstätte Münchner Platz Dresden

Ausstellungszeitraum in Dresden
Freitag, 10. März bis Dienstag, 27. Juni 2017

Informationen zur Ausstellung und zum Begleitprogramm
Ausstellungsflyer Dresden (pdf-Datei)
www.fritz-bauer-institut.de/fritz-bauer-ausstellung.html

Kontakt
Militärhistorisches Museum der Bundeswehr
Olbrichtplatz 2, 01099 Dresden
Tel.: 0351.82328-03, Fax: -05
mhmeingang(at)bundeswehr.org
https://www.mhmbw.de


Erinnerung an Fritz Bauer

Einweihung einer Gedenktafel in Frankfurt am Main

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Seit heute Vormittag, 10. März 2017, erinnert eine Gedenktafel an seinem ehemaligen Wohnhaus in der Feldbergstraße 48 an das Wirken Fritz Bauers. Zur Einweihung sprachen der Ortsvorsteher des Ortsbeirates 2, Axel Kaufmann, die Frankfurter Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig und Gottfried Kößler, stellvertretender Direktor des Fritz Bauer Instituts.
Als hessischer Generalstaatsanwalt initiierte Fritz Bauer den ersten Frankfurter Auschwitz-Prozess, der von Dezember 1963 bis August 1965 stattfand und die Verbrechen im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz verhandelte. Mit diesem Prozess gewann die Auseinandersetzung mit dem Holocaust in der Bundesrepublik Deutschland erstmals eine öffentliche Dimension. Fritz Bauers Werk galt dem Aufbau einer demokratischen Justiz, der konsequenten strafrechtlichen Verfolgung nationalsozialistischen Unrechts und der Reform des Straf- und Strafvollzugsrechts.
Vom Magistrat der Stadt Frankfurt wurden Fritz Bauers große Verdienste mehrfach gewürdigt. So gehört die Stadt Frankfurt am Main neben dem Land Hessen und dem Förderverein Fritz Bauer Institut e.V. zu den Gründungsstiftern des Fritz Bauer Instituts. Eine 2013 im Plenarsaal des Frankfurter Römers installierte Gedenktafel für Fritz Bauer erinnert an die Frankfurter Auschwitz-Prozesse. Auch das auf Initiative des Fritz Bauer Instituts und im Auftrag des Magistrats realisierte Denkmal der Künstlerin Tamara Grcic vor dem Oberlandesgericht an der Zeil 42 würdigt die großen Verdienste des ehemaligen hessischen Generalstaatsanwalts.
Auf seiner Sitzung am 2. Mai hatte der Ortsbeirat 2 dem Vorschlag der SPD-Fraktion auf Anbringung einer Gedenktafel am ehemaligen Wohnhaus Fritz Bauers zugestimmt. Die Idee dazu hatte Hermann-Josef Birk (SPD) in den Beirat eingebracht. Mit der Tafel in der Feldbergstraße 48 im Frankfurter Westend kommt ein weiterer Ort des Gedenkens an diese herausragende Persönlichkeit hinzu. Hier wohnte Fritz Bauer von 1957 bis zu seinem Tod im Jahr 1968.

Text der Gedenktafel:

Hier wohnte von 1957 bis zu seinem Tod
Fritz Bauer (1903–1968)
Als hessischer Generalstaatsanwalt initiierte er den ersten
Frankfurter Auschwitzprozess (1963–1965),
in dem ein deutsches Gericht die Verbrechen im
Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz verhandelte.
Frankfurt verneigt sich vor seinem Mut und seiner Entschlossenheit.

Foto: Einweihung der Gedenktafel für Fritz Bauer am Haus Feldbergstraße 46–48, von links nach rechts: Axel Kaufmann, Hermann-Josef Birk, Dr. Ina Hartwig und Gottfried Kößler
© Werner Lott

Kontakt
Fritz Bauer Institut
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Dr. Heinz Düx
In ehrender Erinnerung

24. April 1924 – 3. Februar 2017

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Mit Heinz Düx verliert die Frankfurter Justiz einen Streiter für Recht und Gerechtigkeit. Als Untersuchungsrichter in den Auschwitz-Verfahren und als Vorsitzender Richter bei dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main setzte er sich gegen alle Widerstände für die Belange der Opfer des Nationalsozialismus ein. Als engagierter Publizist wies er auf das Versagen der Justiz bei der justiziellen Aufarbeitung der NS-Verbrechen hin. Als Mitglied des Vorstands des Fördervereins Fritz Bauer Institut e.V. stritt er für die Wahrung des Vermächtnisses Fritz Bauers.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fritz Bauer Instituts und der Vorstand des Fördervereins Fritz Bauer Institut e.V. werden Heinz Düx in ehrender Erinnerung behalten.
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Vortrag von Dr. Heinz Düx:
Auschwitz im Gerichtssaal: der sog. Auschwitzprozess in Frankfurt
Mitschnitt eines Vortrags beim 2. Rosenburg-Symposium der Unabhängigen Wissenschaftlichen Kommission beim Bundesministerium der Justiz zur Aufarbeitung der NS-Vergangenheit, »Verantwortung der Juristen im Aufarbeitungsprozess«, gehalten am 5. Februar 2013 im Schwurgerichtssaal des Landgerichts Nürnberg-Fürth.
https://youtu.be/qcYBmZrct-w (YouTube)


Call for Papers:
Neuntes Doktoranden-Seminar des Fritz Bauer Instituts

Neue Forschungen zu Geschichte und Wirkung des Holocaust

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Mittwoch, 13. bis Freitag, 15. September 2017
Martin-Niemöller-Haus
Am Eichwaldsfeld 3
61389 Schmitten/Arnoldshain
www.martin-niemoeller-haus.de

In Kooperation mit der Evangelischen Akademie Frankfurt
www.evangelische-akademie.de

Vom 13. bis 15. September 2017 findet das neunte Doktoranden-Seminar des Fritz Bauer Instituts in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Frankfurt statt.
Das Seminar soll Doktorandinnen und Doktoranden, die sich mit Fragen der Geschichte und Wirkung des Holocaust befassen, die Gelegenheit bieten, ihre Arbeiten zur Diskussion zu stellen und Kontakte zu knüpfen. Die Teilnehmer/innen sollen ihre geplanten und laufenden Forschungsvorhaben vorstellen; im Mittelpunkt steht die Diskussion von Fragestellungen, Methoden und Quellen. Das Angebot richtet sich gleichermaßen an Zeithistoriker/innen, Politik-, Literatur-, Rechts-, Erziehungs- und Kulturwissenschaftler/innen. Um jede einzelne Arbeit intensiv besprechen zu können, ist die Teilnehmerzahl auf zehn beschränkt.
Die Veranstaltung wird in diesem Jahr von Dr. Jörg Osterloh (Fritz Bauer Institut) und Dr. Markus Roth (Arbeitsstelle Holocaustliteratur an der Justus-Liebig-Universität Gießen) moderiert.

Bewerbungen mit einer maximal zweiseitigen Projektskizze und einem kurzen Lebenslauf können bis zum 31. März 2017 per E-Mail beim Fritz Bauer Institut eingereicht werden. Bereits abgeschlossene Arbeiten werden grundsätzlich nicht berücksichtigt.
Die Veranstaltung wird Markus Roth mit einem öffentlichen Vortrag in Frankfurt eröffnen, das eigentliche Doktorandenseminar findet im Martin-Niemöller-Haus in Arnoldshain statt. Das Fritz Bauer Institut und die Evangelische Akademie Frankfurt übernehmen die Reise-, Übernachtungs- und Verpflegungskosten für die Teilnehmer/innen.

Veranstaltungsflyer
... Call for Papers (pdf-Datei)

Auflistung der Beiträge der bisherigen Doktoranden-Seminare
... Beiträger/innen und Beiträge

Kontakt
Dr. Jörg Osterloh
Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798 322-35, Fax: -41
j.osterloh(at)fritz-bauer-institut.de


Sybille Steinbacher übernimmt bundesweit
erste Holocaust-Professur in Frankfurt am Main

Das Land Hessen ermöglicht die Kooperationsprofessur von Goethe-Universität und Fritz Bauer Institut – der neue Lehrstuhl ist zugleich mit der Leitung des Instituts verbunden.

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Nach Abschluss der Sitzung des Stiftungsrats des Fritz Bauer Instituts am 16. Dezember 2016 hat der hessische Wissenschaftsminister Boris Rhein bekannt gegeben, dass die Historikerin Prof. Dr. Sybille Steinbacher die bundesweit erste Holocaust-Professur an der Frankfurter Universität übernimmt. Eine international besetzte Berufungskommission hatte die renommierte Wissenschaftlerin empfohlen, Senat und Präsidium der Goethe-Universität haben entschieden und berufen. Bereits im Juli 2015 wurde die Finanzierungvereinbarung mit der Goethe-Universität und dem Fritz Bauer Institut für die Einrichtung einer Professur zur Erforschung der Geschichte und Wirkung des Holocaust unterzeichnet. Seitdem lief das ordentliche Berufungsverfahren für die Besetzung der neuen W3-Professorenstelle. Der Stiftungsrat des Fritz Bauer Instituts hat am heutigen Tag die Berufung zustimmend zur Kenntnis genommen. Das Land Hessen unterstützt die Professur mit zusätzlichen 150.000 Euro jährlich.
Wissenschaftsminister Boris Rhein: »Wir freuen uns sehr, dass diese bedeutende Professur nun mit einer besonders ausgewiesenen Expertin besetzt werden kann. Das ist ein Meilenstein auf dem Weg hin zu einem besseren Verständnis der nationalsozialistischen Verbrechen und deren Wirkungsgeschichte bis in die Gegenwart hinein. Diese gemeinsame Berufung von Goethe-Universität und Fritz Bauer Institut wird auch die Integration von universitärer und Instituts-Forschung weiter fördern.«
Die Historikerin, die derzeit noch das Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien leitet, übernimmt die Professur und die Direktion des Fritz Bauer Instituts zum 1. Mai 2017. Steinbacher ist eine renommierte Expertin auf dem Gebiet der Holocaust-Forschung und kann einschlägige Forschungsarbeiten dazu vorweisen. Bei der Professur, die im Fachbereich Philosophie und Geschichtswissenschaften an der Goethe-Universität angesiedelt sein wird, handelt es sich um eine Kooperationsprofessur mit dem Fritz Bauer Institut, die vom Land Hessen finanziell ermöglicht wird.
Prof. Dr. Birgitta Wolff, Universitätspräsidentin der Goethe-Universität: »Die Goethe-Universität fühlt sich nicht zuletzt durch ihre eigene wechselvolle Geschichte der intellektuellen Aufarbeitung des Holocaust besonders verpflichtet. Sybille Steinbacher wird sich diesem Thema mit unserer vollen Unterstützung widmen. Sie wird auch als Kollegin sehr gut zu uns passen.«
Der neue Lehrstuhl ist zugleich mit der Leitung des Fritz Bauer Instituts verbunden, das die Landesregierung auch weiterhin mit einer Förderung in 2017 in Höhe von 375.100 Euro unterstützt. Damit stehen für Holocaust-Professur und Institut künftig insgesamt über 500.000 Euro aus Landesmitteln zur Verfügung. Dazu kommen die institutionelle Förderung des Fritz Bauer Instituts durch die Stadt Frankfurt am Main und die Unterstützung durch den Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.
»Die Verknüpfung der neuen Holocaust-Professur mit der Leitung des Fritz Bauer Instituts ist eine einmalige Gelegenheit die wir nutzen, um der wissenschaftlichen Aufarbeitung einen möglichst großen Schub zu geben. Das Fritz Bauer Institut ist eine Bildungs- und Forschungsstätte von höchstem internationalem Rang, dessen Bedeutung sich weit über die Grenzen von Hessen hinaus entfaltet. Vor allem die Auseinandersetzung mit den ethischen und moralischen Rechtfertigungsstrukturen des Holocaust bis in die Gegenwart macht die Forschung so einmalig und bedeutsam«, erklärte Wissenschaftsminister Boris Rhein.
Jutta Ebeling, Stiftungsratsvorsitzende des Fritz Bauer Instituts: »Mit Sybille Steinbacher hat die Universität gemeinsam mit dem Fritz Bauer Institut eine international anerkannte Wissenschaftlerin berufen, die die wissenschaftliche Erforschung der nationalsozialistischen Verbrechen mit einer großen Sensibilität für die Bedeutung des Themas in der Gegenwart verbindet. Wir freuen uns, Sybille Steinbacher bald in Frankfurt am Main begrüßen zu dürfen.«
Bereits in ihrer als Buch erschienenen Magisterarbeit an der LMU München hat sich Sybille Steinbacher mit der Massenvernichtung im NS-Staat beschäftigt: Dachau: Die Stadt und das Konzentrationslager in der NS-Zeit (Frankfurt am Main: Peter Lang, 1994) lautete der Titel. Die innovative Perspektive hat sie in ihrer an der Ruhr-Universität Bochum vorgelegten Dissertation weiterentwickelt: »Musterstadt« Auschwitz. Germanisierungspolitik und Judenmord in Ostoberschlesien (München: K. G. Saur Verlag, 2000). Ihr international viel beachtetes Buch Auschwitz. Geschichte und Nachgeschichte (München: C.H.Beck Verlag, 2004) wurde in mehrere Sprachen übersetzt. Ein zweites Arbeitsgebiet Steinbachers ist die Gesellschaftsgeschichte der frühen Bundesrepublik. Aus der 2010 eingereichten Habilitationsschrift an der Friedrich-Schiller-Universität Jena ging die Monographie Wie der Sex nach Deutschland kam. Der Kampf um Sittlichkeit und Anstand in der frühen Bundesrepublik (München: Siedler Verlag, 2011) hervor.
Sybille Steinbacher kann zahlreiche Auslandsaufenthalte vorweisen: Sie war unter anderem Stipendiatin am Deutschen Historischen Institut in Warschau, an der Harvard University sowie Fellow am United States Holocaust Memorial Museum. Im Sommersemester 2010 hatte sie bereits die Gastprofessur des Fritz Bauer Instituts zur interdisziplinären Holocaustforschung an der Goethe-Universität Frankfurt inne. Seit 2010 ist Sybille Steinbacher Universitätsprofessorin für Zeitgeschichte/Vergleichende Diktatur-, Gewalt- und Genozidforschung an der Universität Wien. Seit 2014 ist Steinbacher Korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Quelle

Pressemitteilung der Goethe-Universität Frankfurt
Freitag, 16. Dezember 2016

Foto
Prof. Dr. Sybille Steinbacher, © privat

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Deutsches Historisches Museum, Berlin

Prof. Dr. Raphael Gross zum neuen Präsidenten
der Stiftung des DHM berufen

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Das Kuratorium der Stiftung Deutsches Historisches Museum (DHM) hat auf seiner Sitzung am 24. November 2016 den Schweizer Historiker Prof. Dr. Raphael Gross einstimmig zum neuen Präsidenten der Stiftung in Berlin berufen. Der Vorsitzende des Kuratoriums, Dr. Günter Winands, wurde beauftragt, mit Raphael Gross Verhandlungen mit dem Ziel aufzunehmen, die Berufung möglichst zeitnah umzusetzen.
In einem mehrstufigen Verfahren konnte sich Raphael Gross gegen rund 30 Mitbewerberinnen und Mitbewerbern aus dem In- und Ausland durchsetzen. Er wurde dem Kuratorium von der zuvor eingesetzten Findungskommission empfohlen.
Kulturstaatsministerin Monika Grütters erklärte: »Mit Raphael Gross kann das DHM eine international renommierte Persönlichkeit gewinnen. Seine fachliche Expertise als Museumsleiter und seine wissenschaftliche Reputation sind herausragend. Als Direktor des Leo Baeck Instituts in London und des Jüdischen Museums in Frankfurt hat Raphael Gross die Fähigkeit bewiesen, profilierte Einrichtungen mit ruhiger Hand zu führen und ideenreich weiterzuentwickeln. Ich bin fest davon überzeugt, dass das DHM mit Raphael Gross an der Spitze nachhaltige Akzente setzen wird, museal und im gesellschaftlichen Diskurs. Die Auswahl von Raphael Gross ist eine kluge und richtungweisende Entscheidung.«

Prof. Dr. Raphael Gross wurde 1966 in Zürich geboren. Er studierte Geschichte, Philosophie und Literatur in Zürich, Berlin, Bielefeld und Cambridge. 1997 wurde er an der Universität Essen mit einer Dissertation zu Carl Schmitt promoviert. Von 2001 bis 2015 war er Direktor des Leo Baeck Instituts in London, von 2004 bis 2006 auch Direktor des Zentrums für Deutsch-Jüdische Studien an der University of Sussex. Von 2006 bis 2015 leitete er das Jüdische Museum Frankfurt am Main, von 2007 bis 2015 war er zudem Direktor des Fritz Bauer Instituts. Von 2009 bis 2015 war er Reader in History an der Queen Mary Universität von London sowie Honorarprofessor an der Frankfurter Goethe-Universität. Seit April 2015 ist Raphael Gross in Nachfolge von Prof. Dr. Dan Diner Direktor des Simon-Dubnow-Instituts für Jüdische Geschichte und Kultur e.V. sowie Inhaber des Lehrstuhls für Jüdische Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fritz Bauer Instituts gratulieren Ihrem ehemaligen Direktor Prof. Dr. Raphael Gross herzlich zu seiner Berufung zum neuen Präsidenten des Deutschen Historischen Museums in Berlin!

Quelle: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung
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Abb.: Prof. Dr. Raphael Gross
Foto: Helmut Fricke, Frankfurter Allgemeine Zeitung



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Einsicht 17
Bulletin des Fritz Bauer Instituts
Das Heft erscheint zweimal jährlich (April/Oktober), Auflage 5.500.
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Letzte Änderung: 01. September 2011

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