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Ehrung für Oberstaatsanwalt a.D. Gerhard Wiese

Verdienstkreuzes am Bande des
Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

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Für seine außerordentlichen Verdienste um die Gerechtigkeit und die deutsche Justiz hat Oberstaatsanwalt a.D. Gerhard Wiese am 14. November 2017 das Bundesverdienstkreuz am Bande von Heiko Maas, Bundesministers der Justiz und für Verbraucherschutz, überreicht bekommen. Die Feierstunde zur Preisübergabe fand statt im Fritz-Bauer-Saal des Landgerichts Frankfurt, dem ehemaligen Dienstzimmer von Fritz Bauer.

Gerhard Wiese (geboren 1928) hat als junger Staatsanwalt unter der Leitung von Generalstaatsanwalt Fritz Bauer die Anklage im »Auschwitz-Prozess« vertreten, der von 1963 bis 1965 vor dem Landgericht Frankfurt am Main stattfand. Wiese hat die Anklageschriften mitformuliert und die Plädoyers gegen einige der brutalsten Täter gehalten. Er hat mitgeholfen, das größte Menschheitsverbrechen der Geschichte vor Gericht zu bringen, Täter zur Verantwortung zu ziehen und den Opfern ein wenig Genugtuung zu verschaffen.
Die Ankläger im »Auschwitz-Prozess« mussten sich großen Widerständen entgegenstellen – aus den Reihen der Justiz selbst aber auch aus der Öffentlichkeit. Denn der Prozess führte allen erstmals den organisierten Völkermord an den Juden Europas vor Augen – oder wie Gerhard Wiese selbst sagte: »Keiner konnte mehr kommen und sagen: Es hat keine Gaskammer gegeben.« Wiese hat sich darüber hinaus in weiteren Prozessen als Staatsanwalt für die Ahndung der NS-Verbrechen eingesetzt. Und auch heute engagiert er sich trotz seines hohen Alters als Zeitzeuge, insbesondere für Schulklassen und Studierende.

In seiner Rede zur Übergabe des Bundesverdienstkreuzes am Bande konzertierte Bundesminister Maas: »Auschwitz ist das Synonym für das größtmögliche Unrecht, das Menschen anderen Menschen angetan haben. Aber die Prozesse in Frankfurt zeigten auch, was Justiz zu leisten vermag, wenn sie den Willen hat, der Gerechtigkeit zu dienen.« Es sei daher wichtig, »jene zu ehren, die sich früher als andere und oft gegen große Widerstände für die richtige Sache engagiert haben. Einer, der das getan hat, war Gerhard Wiese.« … »Ich bin Ihnen für Ihr heutiges Engagement genauso dankbar wie für Ihre Leistungen in der Justiz«, so Maas. »Es ist wichtig, das Wissen um das Unrecht an die junge Generation weiterzugeben. Natürlich wiederholt sich Geschichte nicht. Aber nichts ist unumstößlich, und manches, was uns heute so selbstverständlich scheint, kann schon morgen in Gefahr geraten. Das Wissen um das Unrecht der Vergangenheit schärft unsere Sensibilität, wenn heute Menschenwürde und rechtsstaatliche Prinzipien in Frage gestellt werden. Deshalb ist Engagement so wichtig – oder wie Fritz Bauer einmal sagte: ›Wir können aus der Erde keinen Himmel machen, aber jeder kann etwas dafür tun, damit sie nicht zur Hölle wird.‹«

Artikel des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz
zur Übergabe des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik an Oberstaatsanwalt a.D. Gerhard Wiese.
www.bmjv.de/SharedDocs/Artikel/DE/2017/111417_Bundesverdienstkreuz_Wiese.html

Rede von Bundesminister Heiko Maas

www.bmjv.de/SharedDocs/Reden/DE/2017/111417_Verdienstorden_Wiese.html 

Abbildung oben

Oberstaatsanwalt a.D. Gerhard Wiese (links) im Gespräch mit Oberstaatsanwalt a.D. Johannes Warlo, ehemaliger Mitarbeiter der Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt am Main unter Fritz Bauer. Eröffnung des Fritz-Bauer-Saals im Landgericht Frankfurt am Main, am 17. Mai 2017.
Foto: Werner Lott


Werner Renz, Rede zur Eröffnung der Ausstellung
»Fritz Bauer. Der Staatsanwalt. NS-Verbrechen vor Gericht«

Sonntag, 15. Oktober 2017
Jüdisches Museum Westfalen, Dorsten

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Rede zur Eröffnung der Ausstellung
Eine Einführung von Werner Renz (pdf-Datei)

Werner Renz war seit der Gründung des Fritz Bauer Instituts im Jahr 1995 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2016 wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts und Leiter des Archivs und der Bibliothek. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten Fritz Bauer, die Frankfurter Auschwitz-Prozesse und die Geschichte des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau hat er zahlreiche Publikationen veröffentlicht.

Foto: Werner Renz
im Archiv des Fritz Bauer Instituts


Fritz Bauer. Der Staatsanwalt
NS-Verbrechen vor Gericht
Eine Ausstellung des Fritz Bauer Institutes
und des Jüdischen Museums Frankfurt am Main
 
Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Joachim Gauck.
Sie wird gefördert durch die Stiftung Polytechnische Gesellschaft, die Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur, das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, das Hessische Ministerium der Justiz, für Integration und Europa, die Georg und Franziska Speyer’sche Hochschulstiftung, die Fazit-Stiftung sowie Christiane und Nicolaus Weickert.
Die Ausstellungspräsentation in Dorsten wird realisiert in Kooperation mit dem Verein für jüdische Geschichte und Religion e.V., Jüdisches Museum Westfalen. Mit freundlicher Unterstützung der
Rothschild Foundation Hanadiv Europe und der Ursula Lachnit-Fixson Stiftung.
Die Wanderausstellung war bereits in Frankfurt am Main, Heidelberg, Köln und Dresden zu sehen. Weitere Ausstellungsstationen sind in Vorbereitung.

Ausstellungszeitraum

Sonntag, 15. Oktober 2017 bis Sonntag 25. Februar 2018
Jüdisches Museum Westfalen, Julius-Ambrunn-Str. 1, 46282 Dorsten

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Freitag, 10.00–12.30 Uhr und 14.00–17.00 Uhr
Samstag, Sonntag und Feiertage, 14.00–17.00 Uhr
Montags geschlossen
Das Museum ist vom 23. Dezember 2016 bis einschließlich 1. Januar 2017 geschlossen.

Begleitband zur Ausstellung
Fritz Backhaus, Monika Boll, Raphael Gross (Hrsg.)
Fritz Bauer. Der Staatsanwalt.  NS-Verbrechen vor Gericht
Frankfurt am Main, New York: Campus Verlag, 2014, 300 S., zahlr. Abb., € 29,90
ISBN: 978-3-5935-0105-5, Schriftenreihe des Fritz Bauer Instituts, Band 32

Weitere Informationen

www.fritz-bauer-institut.de/fritz-bauer-ausstellung.html


Ehrung für Fritz-Bauer-Preisträger Dieter Schenk:
Ernennung zum Doktor honoris causa der Universität Łódź

Vorlesungstext zur Verleihung der Ehrendoktorwürde

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Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie am 12. Juni 2017 wurde dem in Schenklengsfeld lebenden Autor und Publizisten Dieter Schenk vom Universitäts-Rektor Prof. Dr. Antoni Rozalski die Ehrendoktorwürde der polnische Universität Łódź verliehen. Der Senat der Universität hatte die Verleihung der akademische Auszeichnung eines Doktors honoris causa beschlossen, um die zwanzigjährige wissenschaftliche Tätigkeit Schenks als Honorarprofessor an der Łódźer Universität zu würdigen.
Dieter Schenk hält im Lehrstuhl für Strafrecht regelmäßig Vorlesungen auf den Gebieten »Geschichte des Nationalsozialismus«, »Nazi-Verbrechen und strafrechtliche Verantwortung der Täter«, »Wirtschaftskriminalität« sowie »Menschenechte und Polizei«. Die in den Lehrveranstaltungen behandelten Probleme der Rechtsbeugung und des Justizmordes, wie des sogenannten Befehlsnotstandes und des Völkermords, gehören zu den Prüfungsanforderungen für Jura-Studenten im 4. Semester.
Die in polnischer Sprache erschienenen Fachbücher von Dieter Schenk, zum Beispiel über Gauleiter Albert Forster oder Generalgouverneur Hans Frank, finden in Polen große Beachtung. Sein Buch über die Ermordung der Lemberger Professoren und den Holocaust in Ost-Galizien wurde vom polnischen Rundfunk und Fernsehen zum »Historischen Buch des Jahres 2012« ernannt. Schenks Veröffentlichungen analysieren das Unrecht totalitärer Staaten; seine dreiteilige Vorlesungsreihe über Generalstaatsanwalt Dr. Fritz Bauer unterstreicht die Prinzipien des Rechtsstaats.
Die Łódźer Universität begrüßt, dass Dieter Schenk auch in Zukunft seine Lehrtätigkeit fortsetzen wird.

Dieter Schenk,
geboren 1937 in Frankfurt am Main, ist ein deutscher Kriminalist, Historiker und Schriftsteller. Seit 1990 ist er als freier Publizist tätig.
Von 1963 bis 1971 arbeitete Schenk im Hessischen Landeskriminalamt Wiesbaden. Von 1971 bis 1972 studierte er an der Polizeiführungsakademie. Von 1973 bis 1979 leitete er die Kriminalpolizei im Polizeipräsidium Gießen. Anschließend wirkte er von 1980 bis 1988 als Kriminaldirektor in der Stabsstelle Interpol des Bundeskriminalamtes Wiesbaden.
1989 verließ er das BKA und wurde 1992 Gründungsmitglied der Koordinationsgruppe Polizei bei Amnesty International. Bis 2001 war Schenk Vorstandsmitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft kritischer Polizistinnen und Polizisten. Seit 1993 forscht Schenk auf dem Gebiet des Nationalsozialismus. Seit 1998 ist er Honorarprofessor der Universität Łódź in Polen.
www.dieter-schenk.info

Dieter Schenk: Nationalsozialistischer Völkermord an der polnischen Intelligenz – persönliche Eindrücke und Erfahrungen in zwanzig Forscherjahren
Vorlesung anlässlich des Festaktes zur Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität Łódź am 12. Juni 2017
›  Vorlesungstext (pdf-Datei)

Auszeichnungen:
› 1997: St. Adalbertus-Medaille der Stadt Danzig
› 1998: Medaille 1000 Jahre Stadt Danzig
› 1998: Bundesverdienstkreuz am Bande
› 2000: Offizierskreuz des Verdienstordens der Republik Polen
› 2002: Ehrenbürgerschaft der Stadt Danzig
› 2003: Fritz-Bauer-Preis der Humanistischen Union
› 2012: Kustos des Nationalen Gedenkens, Preis des Instituts des Nationalen Gedenkens (IPN) Warschau
› 2017: Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität Łódź/Polen

Kontakt:
Uniwersytet Łódzki
Wydział Prawa i Administracji
A: ul. Kopcińskiego 8/12, 90-232 Łódź 
90-232 Łódź, Polen
www.wpia.uni.lodz.pl

Abb: Dieter Schenk, 2003, Foto: Werner Lott


Gastprofessur für interdisziplinäre Holocaustforschung

Ausschreibung zum Sommersemester 2018

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Das Historische Seminar am Fachbereich Philosophie und Geschichtswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main schreibt gemeinsam mit dem Fritz Bauer Institut, Studien- und Dokumentationszentrum zur Geschichte und Wirkung des Holocaust, zum Sommersemester 2018 (April bis Juli bzw. September 2018) die Position eines/einer Gastprofessors/in bzw. Gastwissenschaftlers/in für ein Semester (4 bis 6 Monate) aus.
... Ausschreibung Gastprofessur (pdf-Datei)

Zur Gastprofessur am Fritz Bauer Institut
Mit dem Wintersemester 2015/16 wurde am Fritz Bauer Institut die Gastprofessur für interdisziplinäre Holocaustforschung für zunächst fünf Jahre neu geschaffen. Ermöglicht wurde dies durch die großzügige Förderung von Michael Hauck und seinem Schwiegersohn Oliver Puhl. Mit ihrem bürgerschaftlichen Engagement wollen sie darauf hinwirken, dass die Erforschung des Holocaust und seiner Wirkung bis heute als Forschungsschwerpunkt an der Frankfurter Goethe-Universität nachhaltig gestärkt wird.
Dazu die Vorsitzende des Fördervereins und des Stiftungsrats des Fritz Bauer Instituts, Jutta Ebeling: »Ich danke den beiden Förderern sehr für ihre Initiative. Das 1995 gegründete Fritz Bauer Institut hat auf dem Gebiet der Holocaustforschung in Deutschland Pionierarbeit geleistet – immer schon unterstützt durch internationale Gastwissenschaftler. Das hat das internationale Renommee des Instituts entscheidend gefördert. Es ist sehr gut, dass dieser fruchtbare wissenschaftliche Austausch nun für fünf Jahre gewährleistet ist.«

Informationen zur Gastprofessur und ihren Inhabern seit Sommersemester 2001

... Gastprofessur für interdisziplinäre Holocaustforschung

Kontakt:
Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.798-32233


Zum UNESCO-Weltdokumentenerbe ernannt:

Verfahrensakten und Tonbandaufnahmen
des 1. Frankfurter Auschwitz-Prozesses (1963–1965)

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Pressemeldung des
Hessischen Wissenschaftsministeriums:
https://wissenschaft.hessen.de/print/38898

Hessisches Landesarchiv:

Der 1. Frankfurter Auschwitz-Prozesses
als Weltdokumentenerbe

www.auschwitz-trial-frankfurt.hessen.de

Hessenschau vom 30.11.2017:
Akten zu Auschwitz-Prozess sind Weltdokumentenerbe

www.hessenschau.de/gesellschaft/akten-zu-auschwitz-prozess-sind-weltdokumentenerbe,auschwitz-akten-kulturerbe-100.html

Abbildung links:
Fritz Bauer, 1963, Foto: Schindler-Foto-Report

Das von der UNESCO-Generaldirektion berufene internationale Komitee hat mit seiner Entscheidung vom 30. November 2017 der Aufnahme der Prozessakten und Tonbandaufnahmen des 1. Frankfurter Auschwitz-Prozesses (1963–1965) in die Liste »UNESCO-Weltdokumentenerbe« zugestimmt.
Kriterien für die Ausnahme sind u.a. die weltweite Bedeutung der Unterlagen, ihre Unersetzlichkeit und ihre Einzigartigkeit. Der Auschwitz-Prozess wurde wesentlich von Fritz Bauer initiiert, der von 1956 bis zu seinem Tod 1968 Generalstaatsanwalt in Hessen war. Die Akten des Auschwitz-Prozesses liegen im Hauptstaatsarchiv Wiesbaden.
Der Tonbandmitschnitt des 1. Frankfurter Auschwitz-Prozesses, unter anderem mit den Zeugenaussagen von Überlebenden, blieb erhalten und wurde vom Fritz Bauer Institut publiziert und online zugänglich gemacht.

Fritz Bauer Institut und Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau (Hrsg.):
Der Auschwitz-Prozess.
Tonbandmitschnitte, Protokolle und Dokumente

DVD-ROM, Berlin: Directmedia Verlag, 2004
Die Digitale Bibliothek 101, ca. 80.000 S., ISBN 3-89853-501-0
Infoblatt [pdf/677 kb]
Eine Neuauflage der DVD ist für € 19,90 (zzgl. Versand) zu beziehen über:
www.versand-as.de/shop/Software-DigiBib-mehr/Digitale-Bibliothek/Zenoorg/Der-Auschwitz-Prozess-2-verbesserte-Auflage--2002.html

Tonbandmitschnitt des
1. Frankfurter Auschwitz-Prozesses

Zeugenvernehmungen in der »Strafsache gegen Mulka u.a.«
vor dem Landgericht Frankfurt am Main, 1963–1965
(Die Audio-files der Website sind nicht mit allen Browsern kompatibel!)
www.auschwitz-prozess.de

Auszeichnung für Siegmund Freund

Ehrenplakette der Stadt Frankfurt am Main

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Am Freitag, 22. September 2017, hat der Magistrat der Stadt Frankfurt am Main beschlossen, den Holocaust-Überlebenden Siegmund Freund für sein langjähriges soziales Engagement die Ehrenplakette der Stadt Frankfurt zu verleihen. Der am 28. Juni 1920 geborene Freund setzt sich trotz seines inzwischen hohen Alters noch immer für das Gedenken an die Ermordeten sowie die Würdigung und Entschädigung der noch lebenden Holocaust-Opfer ein.
Freund unterstützt seit Gründung des Fritz Bauer Instituts im Jahr 1995 die Erinnerungsarbeit des Instituts und ist zudem langjähriges Mitglied im Rat der Überlebenden des Fritz Bauer Instituts. Auch am Zustandekommen des 2008 eröffneten Norbert-Wohlheim-Memorials auf dem früheren IG Farben-Gelände – dem heutigen Uni-Campus Westend der Goethe-Universität – war Freund maßgeblich beteiligt.
»Es ist mir eine große Freude, der Empfehlung der Frankfurter Ehrenbürgerin Trude Simonsohn zu folgen und Siegmund Freund mit der Ehrenplakette der Stadt Frankfurt auszeichnen zu dürfen«, sagt Oberbürgermeister Peter Feldmann. »Siegmund Freund ist einer der letzten lebenden Zeitzeugen, die den Vernichtungswahnsinn des Nazi-Terrors am eigenen Leib erlebt und überlebt haben. In seiner Erinnerungsarbeit hat er sich nicht von Zorn und Hass leiten lassen, sondern stets Aufklärung und Versöhnung in den Vordergrund gestellt«, würdigt Feldmann Freunds Lebensleistung.

Ehrenplakette der Stadt Frankfurt
Laut Ehrungsordnung der Stadt Frankfurt am Main erhält die Ehrenplakette, wer sich auf kommunalpolitischem, kulturellem, wirtschaftlichem, sozialem oder städtebaulichem Gebiet um die Stadt verdient gemacht und durch sein Wirken dazu beigetragen hat, das Ansehen der Stadt zu mehren. Jedes Jahr werden vom Magistrat der Stadt Frankfurt nur bis zu fünf Persönlichkeiten benannt, die für ihr großartiges Engagement für die Stadtgesellschaft mit der Ehrenplakette ausgezeichnet werden – im laufenden Jahr unter anderem die Holocaust-Überlebende Eva Szepesi. 2018 sollen neben Siegmund Freund auch Bruder Paulus Terwitte (Kapuzinermönch vom Kapuzinerkloster Liebfrauen), Gabriele Eick (von 1990 bis 1994 Vorsitzende der Geschäftsführung der Frankfurter Wirtschaftsförderung) sowie Nader Maleki (Präsident des International Bankers Forum), die Ehrenplakette der Stadt Frankfurt erhalten.

Kontakt

Der Magistrat der Stadt Frankfurt am Main
Amt für Informations- und Kommunikationstechnik
Zanderstr. 7, 60327 Frankfurt am Main
www.frankfurt.de/sixcms/detail.php?id=8650

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Abbildung: Siegmund Freund, März 2011, Foto: Werner Lott


Monica Kingreen

10. Januar 1952 2. September 2017

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In ehrendem Gedenken
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fritz Bauer Instituts und des Pädagogischen Zentrums (Fritz Bauer Institut und Jüdisches Museum Frankfurt am Main).

Wir trauern um unsere langjährige und geschätzte Kollegin Monica Kingreen, die am 2. September 2017 nach schwerer Krankheit im engsten Familienkreis friedlich gestorben ist. Auch nach ihrem Eintritt in den Ruhestand im August 2015 war sie uns weiterhin als freie Mitarbeiterin und kompetente Ansprechpartnerin verbunden. Wir werden sie vermissen.

Monica Kingreen
wurde am 10. Januar 1952 in Lüdenscheid geboren. Seit 1983 lebte sie in Windecken im Main-Kinzig-Kreis. Die Diplom-Pädagogin wurde 2003 vom Hessischen Kultusministerium an das Fritz Bauer Institut abgeordnet und erhielt einen Lehrauftrag am Seminar für Didaktik der Geschichte an der Goethe-Universität Frankfurt. Seit 2009 war sie für das Pädagogische Zentrum des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt tätig, das die pädagogischen Abteilungen von Museum und Institut in sich vereinigt.
Monica Kingreens Interesse galt vor allem der Lokal- und Regionalgeschichte der Juden und ihrer Verfolgung und Ermordung im Nationalsozialismus. In ihren Rechercheprojekten ist sie den Schicksalen jüdischer Familien »vor Ort« nachgegangen und hat Besuchsprogramme ehemaliger jüdischer Bürger organisiert. Neben ihrer eigenen Forschung hat sie zahlreiche Projekte der Spurensuche zu jüdischem Leben vor und während der NS-Zeit mit ihrer umfangreichen Expertise unterstützt.
Zu ihren Veröffentlichungen zählen Buchpublikationen und wissenschaftliche Aufsätze in Periodika, Sammelbänden und Nachschlagewerken. Bereits 1994 erschien ihre Studie Jüdisches Landleben in Windecken, Ostheim und Heldenbergen und 1999 in der Schriftenreihe des Fritz Bauer Instituts das von ihr herausgegebene Buch »Nach der Kristallnacht«. Jüdisches Leben und antijüdische Politik in Frankfurt am Main 1938–1945. In der Reihe Pädagogische Materialien des Fritz Bauer Instituts veröffentlichte sie 2004 den Band Der Auschwitz-Prozess 1964–1965. Geschichte, Bedeutung und Wirkung.
Kingreen sammelte Bilder, Briefe und Dokumente aus dem jüdischen Alltagsleben vor dem Holocaust und recherchierte die Geschichte hinter den Dokumenten. Aus diesen Materialien konzipierte sie das Internet-Portal »Vor dem Holocaust – Fotos zum jüdischen Alltagsleben in Hessen«, auf dem über 5.000 Aufnahmen aus etwa 300 hessischen Dörfern und Städten veröffentlicht sind.
In Anerkennung für ihre besonderen Verdienste im Bereich der zeitgeschichtlichen Forschung und der Erinnerungskultur erhielt Monica Kingreen 2012 den Kulturpreis des Main-Kinzig-Kreises. Sie war Trägerin der Charlotte-Petersen-Medaille 2011, die alle zwei Jahre von der Stadt Dillenburg für Verdienste um die Verständigung zwischen den Menschen verliehen wird.
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Trauerfeier für Monica Kingreen
Freitag, 8. September 2017, 16.00 Uhr
Sophia-Kirche der Christengemeinschaft, Frauenlobstr. 2, Frankfurt am Main.
Statt Blumen und Kränze bittet die Familie um eine Spende an »Ärzte ohne Grenzen«.
Kennwort: »Im Gedenken an Monica Kingreen«
IBAN: DE72 3702 0500 0009 7097 00


Norbert Wollheim Memorial

wegen Instandsetzungsarbeiten vorübergehend geschlossen

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Das Norbert Wollheim Memorial auf dem Campus Westend der Goethe-Universität Frankfurt am Main ist derzeit wegen Instandsetzungsarbeiten geschlossen. Neben dem Wollheim-Pavillon betrifft dies auch die Fotostelen im Park vor dem IG Farben-Haus, die teilweise abgebaut sind.
Das Memorial wird zu Beginn der Jüdischen Kulturwochen Frankfurt (ab Sonntag, 15. Oktober 2017) wieder zugänglich sein.
Die feierliche Wiedereröffnung findet statt am Sonntag, 5. November 2017, 11.00 bis 14.00 Uhr.
Alle Inhalte des Memorials sind auch weiterhin jederzeit über die Website www.wollheim-memorial.de aufrufbar.

Infoblatt (pdf-Datei)


Werner Schneider-Quindeau

23. Oktober 1949 – 24. August 2017

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In ehrendem Gedenken
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
des Fritz Bauer Instituts
und der Vorstand des
Fördervereins Fritz Bauer Institut e.V.

Werner Schneider-Quindeau ist am Donnerstag, dem 24. August 2017 im Alter von 67 Jahren unerwartet gestorben. Er war einer der Initiatoren zur Gründung des Fördervereins Fritz Bauer Institut e.V. und von 1993 bis 1999 dessen erster Vorsitzender. Der Förderverein hat wesentlich zur Gründung des Fritz Bauer Instituts beigetragen, vertritt das Institut im Stiftungsrat und unterstützt es bis heute in seiner Arbeit.

Werner Schneider-Quindeau wurde 1949 in Gönnern im hessischen Hinterland geboren. Von 1968 bis 1974 studierte er an der Kirchlichen Hochschule Bethel sowie an den Universitäten Bielefeld und Göttingen Theologie und Philosophie. Von 1975 bis 1982 war er wissenschaftlicher Assistent für Systematische Theologie an der Universität Göttingen. Seine erste Pfarrstelle  als evangelischer Gemeindepfarrer übernahm er 1984 im südhessischen Walldorf. Seit 1987 war Schneider-Quindeau Vorsitzender der »Jury der Evangelischen Filmarbeit«, die regelmäßig den »Film des Monats« kürt, von 1999 bis 2003 auch Filmbeauftragter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland. Als Leiter des Theologischen Konvikts in Frankfurt von 1989 bis 2000 führte Schneider-Quindeau Gemeinde-, Diakonie-, Industrie- und Sozialpraktika in die Ausbildung der Theologiestudenten ein. Von 2007 bis 2014 wirkte er als Stadtkirchenpfarrer in der evangelisch-lutherischen Sankt Katharinen Gemeinde in Frankfurt am Main.

Trauerfeier für Werner Schneider-Quindeau:
Donnerstag, 31. August 2017, 18:00 Uhr
St. Katharinenkirche, An der Hauptwache 1, Frankfurt am Main
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Traueranzeige für Werner Schneider-Quindeau:
Fritz Bauer Institut und Fördervereins Fritz Bauer Institut e.V.
Frankfurter Allgemeine Zeitung und Frankfurter Rundschau, 31. August 2017
› Trauernzeige
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Abb.: Werner Schneider-Quindeau
Quelle: Evangelischer Regionalverband Frankfurt am Main


Stellenausschreibung:

Wissenschaftliche Sekretärin/Wissenschaftlicher Sekretär
(TV-H, EG 8, 50%)

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Am Fritz Bauer Institut, einer Forschungs-, Dokumentations- und Bildungseinrichtung zur Geschichte der nationalsozialistischen Massenverbrechen, insbesondere des Holocaust, und deren Wirkung bis in die Gegenwart ist ab 1. Oktober 2017 die Stelle einer/eines

Wissenschaftlichen Sekretärin/Wissenschaftlichen Sekretärs
(TV-H, EG 8, 50%)


im neu einzurichtenden Wissenschaftlichen Sekretariat zu besetzen. Das Fritz Bauer Institut ist ein An-Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main und hat seinen Sitz im IG Farben-Haus auf dem Campus Westend. Der Dienstort ist Frankfurt am Main.

Zu Ihren Aufgaben gehören:
›  Unterstützung der Direktion und des neu geschaffenen Lehrstuhls zur Erforschung der Geschichte und Wirkung des Holocaust in organisatorischen und konzeptionellen Belangen
›  Koordination von Instituts- und Lehrstuhlbelangen
›  Durchführung von wissenschaftlichen Recherchen, beispielsweise Literaturrecherchen in Bibliotheken und Datenbanken
›  Aufbereitung von Materialien für Internet-Plattformen in der akademischen Lehre und deren regelmäßige Betreuung
›  Korrekturlesen und redaktionelle Bearbeitung wissenschaftlicher Texte
›  Unterstützung bei der Vertretung des Instituts gegenüber nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen, Förderinstitutionen und Kooperationspartnern
›  administrative Unterstützung, u.a. beim Einwerben von Projektmitteln, Stipendien und Sommerkursen, der Organisation wissenschaftlicher Tagungen und Workshops sowie anderen Institutsbelangen, beispielsweise in der Öffentlichkeitsarbeit
›  Verwaltung von Lehrveranstaltungen
›  Abwicklung von Prüfungsangelegenheiten
›  Bearbeitung von Anfragen von Studierenden, Wissenschaftlern/Wissenschaftlerinnen, Medienvertretern u.a.
›  selbständige Vor- und Nachbereitung von Sitzungen
›  Terminkoordination und Korrespondenz

Sie bringen mit:
›  Erwünscht ist ein Hochschulstudium in einer geisteswissenschaftlichen Disziplin mit historischer Ausrichtung, idealerweise im Rahmen eines Studiums der Geschichte
›  Erwünscht sind ferner Erfahrungen als persönlicher Assistent/persönliche Assistentin vorzugsweise in einer Forschungs- bzw. Bildungseinrichtung
›  Erwartet werden Erfahrung beim wissenschaftlichen Recherchieren in Bibliotheken und Datenbanken
›  Erfahrung im exakten Korrekturlesen und der redaktionellen Bearbeitung wissenschaftlicher Texte, auch auf Englisch
›  qualitätsbewusster Arbeitsstil
›  strukturierte, selbständige und eigenorganisierte Arbeitsweise
›  sehr gute Kommunikationsfähigkeiten, auch schriftlich
›  sehr gute Koordinations- und Teamfähigkeit
›  englische Sprachkenntnisse
›  fundierte EDV-Kenntnisse

Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 20 Stunden (täglich von 9 bis 13 Uhr). Die Stelle ist zunächst befristet. Die Eingruppierung erfolgt nach TV-H. Das Fritz Bauer Institut tritt für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern ein und fordert deshalb nachdrücklich Frauen zur Bewerbung auf. Menschen mit Behinderungen werden bei gleicher Qualifikation vorrangig berücksichtigt.

Auskunft erteilt Frau Manuela Ritzheim, Leiterin des Verwaltungs- und Projektmanagements des Fritz Bauer Instituts, Telefon: 069.798 322-33, E-Mail: m.ritzheim(at)fritz-bauer-institut.de

Ihre Bewerbung mit Lebenslauf, Zeugnissen und einem Motivationsschreiben von maximal einer Seite richten Sie bitte per Post (nicht per Email) bis zum 25. August 2017 an die Direktorin des Fritz Bauer Instituts, Prof. Dr. Sybille Steinbacher, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Fritz Bauer Institut, Norbert-Wollheim-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main. Bitte senden Sie Kopien Ihrer Zeugnisse ein, da keine Rücksendung Ihrer Unterlagen erfolgen wird.

›  Stellenausschreibung (pdf-Datei)



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Frankfurt am Main


Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Telefon: +49 (0)69.798 322-40
E-Mail: info(at)fritz-bauer-institut.de

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Mitarbeiter und Arbeitsbereiche

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im 5. Stock des IG Farben-Hauses
auf dem Campus Westend der
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Sekretariat: Raum 5.315, Q3, 5. OG
Anfahrt: IG Farben-Haus

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Einsicht 18
Bulletin des Fritz Bauer Instituts
Das Heft erscheint zweimal jährlich (April/Oktober), Auflage 5.500.
Einsicht

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Letzte Änderung: 01. September 2011

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