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Lehrveranstaltungen SoSe 2016

zur Geschichte und Wirkung des Holocaust
an der Goethe-Universität Frankfurt am Main



Dr. Jörg Osterloh
Hitlers Weltanschauung
Übung, Blockseminar, einführende Sitzung Mittwoch, 13. April 2016, 14.00–16.00 Uhr, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend, IG Farben-Haus, Raum 3.401

Bereits im September 1919 erklärte Adolf Hitler in einem Brief, »letztes Ziel muß aber unverrückbar die Entfernung der Juden sein«. Bei dem Schreiben handelt es sich um die erste überlieferte politische Stellungnahme von ihm. Nach dem gescheiterten Putschversuch im November 1923 verfasste er im darauffolgenden Jahr in der Landsberger Festungshaft den ersten Band von Mein Kampf, 1925/26 den zweiten Band. Er schilderte hierin, ebenso lückenhaft wie teilweise falsch, seine Autobiographie, aus der er seine Anschauungen herleitete, beklagte die politische und gesellschaftliche Lage in Deutschland und erörterte seine politischen Standpunkte.
Neben Mein Kampf nimmt die Übung auch weitere Reden und Veröffentlichungen Hitlers in den Blick. Die zu analysierenden Quellen befassen sich mit den zentralen Aspekten seiner Weltanschauung, vor allem »Volk«, »Blut«, »Rasse«, »Lebensraum«, Antisemitismus und Antibolschewismus.
Die Teilnehmerzahl ist auf 25 begrenzt; Teilnahme ausschließlich nach persönlicher Anmeldung per Mail an: j.osterloh(at)fritz-bauer-institut.de

Einführende Literatur:
Hitler. Sämtliche Aufzeichnungen 1905–1924, hrsg. von Eberhard Jäckel zusammen mit Axel Kuhn, München 1980; Eberhard Jäckel, Hitlers Weltanschauung. Entwurf einer Herrschaft, Stuttgart 1991 (zuerst.
Tübingen 1969); Barbara Zehnpfennig, Mein Kampf. Weltanschauung und Programm, Studienkommentar, München 2011; Christian Hartmann, Otmar Plöckinger, Roman Töppel, Thomas Vordermayer (Hrsg.), Hitler, Mein Kampf. Eine kritische Edition, München, Berlin 2016; Othmar Plöckinger (Hrsg.), Quellen und Dokumente zur Geschichte von »Mein Kampf« 1924–1945, Stuttgart 2016.


Dr. Martin Liepach
Jüdische Geschichte im Schulbuch
Übung, Donnerstag, 16.00–18.00 Uhr (14. April bis 14. Juli 2016), Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend, IG Farben-Haus, Raum 4.401

In der Veranstaltung werden einschlägige Geschichtslehrbücher im Hinblick auf die Thematisierung der jüdischen Geschichte im historischen Längsschnitt (Mittelalter bis NS-Zeit) und damit verbundener Themen analysiert.
Jüdische Geschichte wird im Geschichtsunterricht vorrangig in Verbindung mit dem Nationalsozialismus und dem Holocaust unterrichtet. Die Materialien in den gegenwärtigen Schulbüchern werfen dazu zahlreiche Fragen auf. Aber nicht nur für diese Epoche gibt es Fragen an die jüdische Geschichte: Wie werden Antisemitismus und Verfolgungsgeschichte im Vergleich zur allgemeinen jüdischen Geschichte thematisiert und in welchem Verhältnis stehen sie zueinander? Erscheinen Juden nicht nur als Objekte und Opfer von Geschichte, sondern auch als Träger einer eigenen Kultur und Mitgestalter der Moderne? Erfolgt die Thematisierung auf der Grundlage einer Wissenschaftsorientierung, um gegen stereotype Bilder anzugehen, oder werden diese unreflektiert reaktiviert?
Die Analyse der Schulgeschichtsbücher wird Aspekte der historisch-sachlichen Faktizität und ihrer politisch-moralischen Bewertung mit den Formen ihrer didaktischen Umsetzung im Lehrbuch (Autorentext, Text- und Bildquellen, Arbeitsaufträge) verknüpfen.
Voraussetzung: Grundkenntnisse über die zu behandelnden Epochen.
Voranmeldung erforderlich wegen begrenzter Teilnehmerzahl! Bitte E-Mail an:
martin.liepach(at)stadt-frankfurt.de



Gottfried Kößler
Gedenkstätte Buchenwald – viertägige Exkursion
Pädagogische Angebote für Haupt- und Realschüler


Exkursion: Dienstag, 17. Mai bis Freitag, 20. Mai 2016 in der Gedenkstätte Buchenwald, Vor- und Nachbereitungssitzungen: montags, 18. April, 2. und 30. Mai, jeweils 10.00–12.00 Uhr, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend, IG Farben-Haus, Raum 3.401

Die Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar umfasst das Gelände und die Relikte des ehemaligen Konzentrationslagers, der SS-Kasernen und des ehemaligen stalinistischen Speziallagers, das Mahnmal aus der DDR-Zeit, die im April 2016 neu eröffnete Ausstellung zur Geschichte des Konzentrationslagers und weitere Ausstellungen. Der Ort wird vorgestellt und mit Methoden erkundet, die auch für Schülergruppen Anwendung finden. Der Schwerpunkt liegt auf der selbständigen, pädagogisch unterstützten Aneignung. Die Angebote der pädagogischen Abteilung der Gedenkstätte werden erläutert und erprobt. Unterschiedliche historische Quellen und Konzepte der pädagogischen Arbeit werden diskutiert. Die Vor- und Nachbereitung dient der Einführung in die Gedenkstättenpädagogik, in Grundlagen der Geschichte des KZ Buchenwald und der Gedenkstätte.
Unterbringung und Verpflegung: Jugendbegegnungsstätte Buchenwald auf dem Gelände der Gedenkstätte;
Anreise: individuell, wird bei der Vorbereitung organisiert;
Kosten: ca. 100 Euro für Unterkunft und Verpflegung, 30 Euro Anzahlung in der ersten Sitzung.
Voranmeldung erforderlich wegen begrenzter Teilnehmerzahl! Bitte E-Mail an:
gottfried.koessler(at)stadt-frankfurt.de



 
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