Fritz Bauer Institut

Lehrveranstaltungen - Wintersemester 2012/2013

Lehrveranstaltungen WiSe 2012/2013

zur Geschichte und Wirkung des Holocaust
an der Goethe-Universität Frankfurt am Main


Prof. Dr. Werner Konitzer
»Arbeit macht frei« –
Zur Bedeutung von »Arbeit« in nationalsozialistischen Ethiken

Seminar, dienstags, 10.00–12.00 Uhr (23. Oktober 2012 bis 12. Februar 2013), Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend, IG Farben-Haus, Raum 501

»Arbeit« ist ein wichtiger Begriff im Geflecht der verschiedenen nationalsozialistischen Ideologien. Dennoch hat er in den neueren Diskussionen über nationalsozialistische Moral bisher wenig Beachtung gefunden, während ihm in den älteren, auf die marxistische Theorie zurückgreifenden Analysen der Frankfurter Schule, vor allem in der Antisemitismustheorie Horkheimers und Adornos, größere Bedeutung beigemessen wurde. Anhand einer Lektüre von Texten aus dem Nationalsozialismus, sowohl Alltagstexten wie theoretischen Texten, soll versucht werden, den Begriff in den Kontext nationalsozialistischer Ideologie einzuordnen. Darüber hinaus soll die Genese des Begriffs nachgezeichnet werden. Es soll versucht werden zu analysieren, welche Bedeutung der Begriff für nationalsozialistische Ethik hatte, und nach Kontinuitäten und Diskontinuitäten gefragt werden.


Dr. Jörg Osterloh
Kunst und Kulturpolitik in beiden deutschen Staaten im Schatten der NS-Vergangenheit 1945–1989

Übung, mittwochs, 14.00–16.00 Uhr (24. Oktober 2012 bis 13. Februar 2013), Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend, IG Farben-Haus, Raum 0.457

1945 lag auch das Kulturleben in Deutschland in Trümmern: Tausende Künstler waren aus politischen und »rassischen« Gründen aus dem »Dritten Reich« emigriert, eine unbekannte Zahl ermordet worden. Zudem waren zahlreiche Künstler wegen ihrer Nähe zum NS-Regime politisch belastet und ein erheblicher Teil der Kultureinrichtungen war im Krieg zerstört worden. Vor diesem Hintergrund musste nach dem Ende des »Dritten Reiches« die kulturelle Szene wieder aufgebaut werden.
Die Übung fragt nach den Zäsuren und Kontinuitäten im Kulturleben ab 1945. Im Fokus steht die kulturelle Entwicklung in beiden deutschen Staaten bis hin zum Fall der Berliner Mauer. Besonderes Augenmerk soll dabei der Auseinandersetzung mit dem NS-Regime und dem Holocaust gelten, die insbesondere in der DDR immer auch im Zeichen der deutsch-deutschen Systemkonkurrenz stand.



Sabine Kößling, Dr. Martin Liepach, Dr. Katharina Rauschenberger
Arbeitsfeld Museum – Die Inszenierung jüdischer Geschichte
Übung/Blockseminar, Einführungsveranstaltungen: 31. Oktober und 7. November 2012, 16.00–18.00 Uhr, Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend, Casino, Raum 1.801, Blockveranstaltungen: 1. und 2. Dezember 2012 sowie 19. und 20. Januar 2013, 11.00–15.30 Uhr im Jüdischen Museum Frankfurt, Untermainkai 14/15

Die Präsentation von Objekten in Museen, ihre Auswahl und ihre Einbettung in ein Narrativ schaffen Kontexte und evozieren eine spezifische Perspektive auf ein Objekt. Im Falle der jüdischen Museen können diese Objekte ganz unterschiedlicher Natur sein: Vom religiösen Ritualgegenstand über Dokumente bis zu persönlichen Erinnerungsstücken haben sie sehr verschiedene Entstehungs-, Nutzungs- und Provenienzgeschichten, die für eine Präsentation im Museum interessant sein können. Jüdische Museen können religions-, kunst- oder kulturhistorische Einrichtungen sein. Aber sind sie auch Holocaust-Museen? Und wie weit dürfen sie in die Gegenwart reichen? In der Übung wird es darum gehen, verschiedene Objektgruppen kennenzulernen, die Mehrdimensionalität von Objekten zu erfassen und sich die Perspektiven zu vergegenwärtigen, die in Bezug auf das jeweilige Objekt sinnvoll sind. Dabei werden wir uns mit wichtigen Abschnitten der deutsch-jüdischen Geschichte beschäftigen, und es wird auch eine Frage sein, wie ein Museum vorgeht, wenn die Objekte fehlen.



Monica Kingreen
Jüdisches Leben und Verfolgung in der NS-Zeit als zwei unterschiedliche Themen im Unterricht der Grundschule
Seminar, donnerstags, 14.00–16.00 Uhr (25. Oktober 2012 bis 14. Februar 2013), Goethe-Universität Frankfurt, Campus Bockenheim, Neue Mensa, Raum 123

In diesem Seminar werden die Möglichkeiten und Grenzen ausgelotet, mit älteren Grundschulkindern jüdisches Leben in Vergangenheit und Gegenwart sowie die Verfolgung der Juden in der NS-Zeit zu thematisieren. Einschlägige hilfreiche Kinderbücher werden vorgestellt und kritisch betrachtet.
Mehrere Exkursionen zu Stätten Frankfurter jüdischen Lebens heute und in der Vergangenheit sind ebenso vorgesehen  wie die Begegnung mit einem Zeitzeugen. (Bitte  für die Exkursionen etwas mehr Zeit einplanen.) An einem Freitagabend werden wir in einer Synagoge an einem Gottesdienst teilnehmen.
Ein Kinderstadtführer zum früheren jüdischen Leben in einer hessischen Kleinstadt, der auch die Einschnitte für die jüdischen Familien durch die NS-Verfolgung beschreibt, wird vorgestellt. Für die Spurensuche in der Region zum früheren jüdischen Leben werden Hinweise gegeben. Weitere Möglichkeiten der Annäherung für ältere Grundschulkinder an diese Themen, wie beispielsweise das Gedenkprojekt »Stolpersteine«, werden kritisch reflektiert.



Dr. Wolfgang Geiger, Dr. Martin Liepach
Der Nationalsozialismus in Schulbuch und Bildungsmedien
Übung, freitags, 14.00–16.00 Uhr (26. Oktober 2012 bis 15. Februar 2013), Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend, IG Farben-Haus, Raum 3.501

In dieser Übung sollen die einschlägigen Geschichtslehrbücher im Hinblick auf die Thematisierung des Nationalsozialismus und damit verbundener Themen analysiert werden. Ein besonderer Schwerpunkt wird dabei auf der Darstellung der jüdischen Perspektive, des Antisemitismus und des Verfolgungsaspekts bis zum Holocaust liegen. Eingangs der Veranstaltung erfolgt eine methodische Einführung zur Schulbuchanalyse.
Der Nationalsozialismus ist die für Deutschland und Europa einschneidendste und folgenschwerste Epoche der jüngeren Geschichte. Das Problem des Erinnerns und Gedenkens im öffentlichen Raum, der Frage nach Schuld und Verantwortung sowie des adäquaten Umgangs mit diesem Thema zwischen Historisierung und Aktualisierung, vor allem in der Schule, wirft immer wieder neue Diskussionen auf. Schullehrbücher sind bedeutsame Medien der Geschichtskultur, die einer praxisorientierten Kritik unterzogen werden müssen.
Die Analyse der Schulgeschichtsbücher wird daher Aspekte der historisch-sachlichen Faktizität und ihrer politisch-moralischen Bewertung mit den Formen ihrer didaktischen Umsetzung im Lehrbuch (Autorentext, Text- und Bildquellen, Arbeitsaufträge) verknüpfen. Daneben sollen andere Bildungsmedien (Internetportale etc.) in die Analyse einbezogen werden.

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Letzte Änderung: 03. April 2013

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