Fritz Bauer Institut

Lehrveranstaltungen - Sommersemester 2010

Lehrveranstaltungen SoSe 2010

zur Geschichte und Wirkung des Holocaust
an der Goethe-Universität Frankfurt am Main


Dr. Sybille Steinbacher
Der Faschismus in Europa
Gastprofessur am Fritz Bauer Institut
Vorlesung, Montag, 16.00–18.00 Uhr (19. April bis 12. Juli 2010)
Die Vorlesungsreihe beginnt am 19. April, das Seminar am 13. April.
Campus Westend, Hörsaalzentrum, Raum HZ 9
Institutionen: Fritz Bauer Institut und Historisches Seminar
Sprechstunde: Dienstag, 14.00–15.00 Uhr, IG Farben-Haus, Raum 0.157
Kontakt: Sybille.Steinbacher(at)uni-jena.de

Der Faschismus richtete sich gegen Demokratie, Liberalismus und Menschenrechte, kurz: gegen die Ideen der Aufklärung. Für den grenzüberschreitenden und rasanten Aufstieg der Bewegung spielten die Verheerungen des Ersten Weltkriegs, die kommunistische Revolution und die Wirtschaftskrisen der 1920er Jahre eine entscheidende Rolle. Was führte in den einzelnen europäischen Ländern zum Sieg der faschistischen Parteien? Woher kamen Radikalität und Fanatismus ihrer Anhänger? Wie ist es zu erklären, dass die Faschisten in Italien und Deutschland aus eigener Kraft an die Macht kamen, während sie anderswo auf Hilfe von außen angewiesen waren? Für die Entstehung faschistisch-autoritärer Tendenzen spielte die fehlende Tradition demokratisch-liberaler Verfassungsformen offensichtlich eine entscheidende Rolle. Dass die internationale Faschismusforschung in den letzten Jahren Aufschwung nahm, dürfte daran liegen, dass sie sich mit Fragen wie diesen neuen Feldern zuwendet und aus vergleichender Perspektive innovative Deutungen entwickelt. Ansätze, Kontroversen und Perspektiven der Forschung stehen im Zentrum der Vorlesung, um der Frage nach dem Wesen des Faschismus nachzugehen, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Europa eine so große politische und gesellschaftliche Rolle gespielt hat.


Dr. Sybille Steinbacher
Auschwitz und die Politik der »Endlösung«
Gastprofessur am Fritz Bauer Institut
Hauptseminar, Dienstag, 12.00–14.00 Uhr (13. April bis 13. Juli 2010)
Campus Westend, IG Farben-Haus, Raum 0.454
Institutionen: Fritz Bauer Institut und Historisches Seminar
Sprechstunde: Dienstag, 14.00–15.00 Uhr, IG Farben-Haus, Raum 0.157
Kontakt: Sybille.Steinbacher(at)uni-jena.de

Als im Sommer 1940 die ersten Häftlinge in das neu errichtete Konzentrationslager Auschwitz verschleppt wurden, zeichnete sich noch keineswegs ab, dass das NS-Regime hier das Zentrum des Massenmords an den europäischen Juden errichten würde. Ausgehend von der Geschichte des Lagerkomplexes steht die Frage nach der Radikalisierung der antijüdischen Politik im Mittelpunkt des Seminars. Sowohl um die ideologischen Grundlagen als auch um die praktische Umsetzung des Rassismus in den von Deutschland besetzten Ländern geht es. Aber nicht nur die Täterseite kommt in den Blick, denn die nationalsozialistischen Tötungsstrategien bestimmten seit dem Übergang von der Vertreibung in die Deportation den Alltag der Opfer. Daher wird in der Veranstaltung, die der Lektüre und Interpretation von Quellen hohen Stellenwert zumisst, gerade auch die Perspektive der Verfolgten im Zentrum stehen. Wie nahmen sie die Radikalisierung der Maßnahmen wahr? Wie reagierten sie darauf? Besaßen sie denn Handlungsspielräume? Und lässt sich angesichts des systematischen Mords überhaupt von einem »Alltag« der Verfolgten sprechen?


Dr. Jörg Osterloh, Gottfried Kößler
»Fremde im Visier«
Fotografien als Quellen für die Geschichte des Zweiten Weltkriegs
Übung/Blockseminar, einführende Sitzung zur Blockveranstaltung am Dienstag, 20. April 2010, 12.00–14.00 Uhr
Campus Westend, IG Farben-Haus, Raum 4.401
Institutionen: Fritz Bauer Institut und Historisches Seminar

Filme und Fotografien dominieren vor allem in den Massenmedien die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg, sind aber auch für Historiker wichtige Quellen. Diese sind freilich kritisch zu betrachten, spiegeln sie doch immer sowohl Intentionen der Person hinter der Kamera wie auch der späteren Nutzer des Bildmaterials wider. Die Übung soll anlässlich der Ausstellung »Fremde im Visier« im Historischen Museum Frankfurt (14. April bis 31. August 2010) in den Umgang mit Fotoquellen einführen. Im Mittelpunkt soll der Blick von Wehrmachtsangehörigen und Beamten deutscher Besatzungsbehörden in Polen und in der Sowjetunion auf die feindlichen Soldaten und die Bevölkerung dort behandelt werden. Kriegsfotografien sind häufig als Serien in privaten Nachlässen oder in Pressearchiven überliefert.


Prof. Dr. Raphael Gross
Theorie des Antisemitismus
Hauptseminar, Freitag, 10.00–12.00 Uhr (16. April bis 16. Juli 2010)
Campus Westend, Casino am IG Farben-Haus, Raum 1.811
Institutionen: Fritz Bauer Institut und Historisches Seminar

Antisemitismus und Theorien über den Antisemitismus sind fast so alt wie das Phänomen selber. Trotzdem werden oftmals frühe Auseinandersetzungen wenig wahrgenommen. Ausgehend von einem Forschungsprojekt des Fritz Bauer Instituts, welches solche frühen theoretischen Auseinandersetzungen sammelt und neu herausgibt, sollen in diesem Hauptseminar Quellentexte gelesen und analysiert werden. PD Dr. Werner Konitzer und Prof. Dr. Birgit Erdle – Mitarbeiter an dem genannten Forschungsprojekt – werden an einzelnen Sitzungen teilnehmen.
Neben den üblichen Standarttexten zur Geschichte und Theorie des Antisemitismus (Peter Pulzer, Léon Poliakov, Jakob Katz etc.) werden vor allem unbekannte Quellentexte die Grundlage des Seminars bilden.


Monica Kingreen
Gedenkstätte KZ Buchenwald
Pädagogische Möglichkeiten für Haupt- und Realschüler in Buchenwald

Übung, Donnerstag, 22. und 29. April, 13. Mai 2010, 18.00–20.00 Uhr
und dreitägige Exkursion, Montag, 3. bis Mittwoch, 5. Mai 2010
Campus Westend, IG Farben-Haus, Raum 3.501
und Gedenkstätte Buchenwald, Weimar-Buchenwald
Institutionen: Fritz Bauer Institut und Seminar für Didaktik der Geschichte

Vor Ort in der Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar werden die TeilnehmerInnen das Gelände erkunden und sich mit der Geschichte des KZs Buchenwald vertraut machen. Wir lernen die Angebote der pädagogischen Abteilung der Gedenkstätte kennen, erproben auch selbst unterschiedliche Zugänge der pädagogischen Arbeit mit Haupt- und Realschülern und diskutieren sie im Hinblick auf ihre Relevanz für die schulische Praxis.
Die Unterbringung erfolgt in der komfortablen Jugendbegegnungsstätte Buchenwald, die auch beste Verpflegung bietet. Die Anreise erfolgt individuell und wird bei der Vorbereitung organisiert.
Es besteht die Möglichkeit entweder einen Seminarschein M6 oder einen Übungsschein M4 zu erlangen.
Persönliche verbindliche Anmeldung ab sofort möglich bei Monica Kingreen, Fritz Bauer Institut Raum 5.313, M.Kingreen@fritz-bauer-institut.de
Die Kosten inklusiv Übernachtung und Voll-Verpflegung beträgt insgesamt 57 Euro (Anzahlung 20 Euro).


Dr. Wolfgang Geiger
Das Bild des Fremden in europäischen Darstellungen der Neuzeit
Übung, Freitag, 14.00–16.00 Uhr (16. April bis 16. Juli 2010)
Campus Westend, IG Farben-Haus, Raum 454
Institutionen: Fritz Bauer Institut und Historisches Seminar

Die Auseinandersetzung mit dem »Fremden« war und ist ein zentrales Thema der europäischen Kultur- und Wissenschaftsgeschichte, aber auch der politischen Geschichte. Im Gegenüber zum Fremden formte sich das (christlich-)europäische Selbstverständnis, sein Weltbild und die Diskussion über die Gleichheit oder Ungleichheit der Menschen. Ein besonderer Aspekt ist dabei das Bild von den »Fremden nebenan«, nämlich den europäischen Juden.
In der Übung sollen Textauszüge der wichtigsten Autoren, aber auch weniger bekannter Autoren im jeweiligen politisch-historischen Kontext analysiert und verglichen werden. Eine mögliche Verwendung von Texten im schulischen Unterricht wird ebenfalls thematisiert.
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Das Heft erscheint zweimal jährlich (April/Oktober), Auflage 5.500.
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Letzte Änderung: 01. September 2011

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