Fritz Bauer Institut

Veranstaltungskalender

Kalender des Fritz Bauer Instituts




Veranstaltungen September 2010

Lehrerfortbildung:
Grundzüge jüdischer Religion

Donnerstag, 02. September 2010, 14:30 Uhr
Jüdisches Museum Frankfurt
Untermainkai 14/15, Vortragsraum
Die Veranstaltung endet um 17:00 Uhr
Warum beginnt der Schabbat schon am Freitag?
Welche jüdischen Feiertage gibt es?
Welche religiöse und /oder geschichtliche Bedeutung haben sie?
Kommen Sie mit auf eine spannende Reise in die Welt des Judentums.
Die Fortbildung vermittelt anschaulich die Grundzüge der jüdischen Religion
und wie sie heute in Deutschland gelebt wird.
Eine Führung durch die Dauerausstellung des Jüdischen Museums
veranschaulicht die vermittelten Inhalte der Fortbildung.

Veranstaltung des Pädagogisches Zentrums
des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt
Moderation: Manfred Levy
Veranstaltungsnummer: 0461050
Dieses Fortbildungsangebot wird mit 5 Leistungspunkten bewertet.
Anmeldung an das Jüdische Museum Frankfurt:
Fax: 069.212-30705

Kontakt:
Manfred Levy
Telefon: +49 (0)69.212 344 06
Telefax: +49 (0)69.212 307 05
E-Mail: manfred.levy@stadt-frankfurt.de
www.juedischesmuseum.de/163.html
Gespräch mit Werner Konitzer und Rolf Zimmermann:
Moral oder Ideologie –
Zwei verschiedene Betrachtungsweisen nationalsozialistischer Texte

Sonntag, 05. September 2010, 19:00 Uhr
Evangelische Akademie Arnoldshain
Martin-Niemöller-Haus, Am Eichwaldsfeld 3, 61389 Schmitten im Taunus
Öffentliche Veranstaltung im Rahmen der Tagung „Nationalsozialismus und Moral“
5. und 6. September 2010, in der Evangelischen Akademie Arnoldshain
(Geschlossene Veranstaltung! Tagungsteilnahme nur auf persönliche Einladung.)

Dr. habil. Werner Konitzer
ist stellvertretender Direktor des Fritz Bauer Instituts und leitet den Arbeitsbereich „Erinnerung und moralische Auseinandersetzung mit dem Holocaust“.
Apl. Prof. Dr. Rolf Zimmermann lehrt Philosophie an der Universität Konstanz. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen Ethik, Politische Philosophie, Geschichte der Moral.

Eine Veranstaltung der Evangelischen Akademie Arnoldshain
in Kooperation mit dem Fritz Bauer Institut

Kontakt
Evangelische Akademie Arnoldshain
Dr. Margit Fröhlich, stellvertr. Direktorin
Tel.: 06984.95 98 123
froelich@evangelische-akademie.de
http://www.evangelische-akademie.de
Vortrag von Sybille Steinbacher:
Gesellschaftsordnung durch Gewalt.
Überlegungen zu einer vergleichenden Geschichte der Lager im 20. Jahrhundert

Montag, 13. September 2010, 20:00 Uhr
Evangelische Akademie Arnoldshain
Martin-Niemöller-Haus, Am Eichwaldsfeld 3, 61389 Schmitten im Taunus
(Veranstaltung im Rahmen des II. Interdisziplinären Doktorandenseminars:
»Neue Forschungen zu Geschichte und Wirkung des Holocaust«, s.u.)
PD Dr. Sybille Steinbacher ist zurzeit Gastprofessorin des Fritz Bauer Instituts am Fachbereich Philosophie und Geschichtswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Sie hat zahlreiche Publikationen zum Nationalsozialismus und Holocaust vorgelegt; u. a.:
Auschwitz. Geschichte und Nachgeschichte, 2004, 2. Aufl. 2007
„Volksgenossinnen“. Frauen in der NS-Volksgemeinschaft, 2007

Eine Veranstaltung der Evangelischen Akademie Arnoldshain
in Kooperation mit dem Fritz Bauer Institut

Kontakt
Evangelische Akademie Arnoldshain
Dr. Margit Fröhlich, stellvertr. Direktorin
Tel.: 06984.95 98 123
froelich@evangelische-akademie.de
http://www.evangelische-akademie.de
II. Interdisziplinäres Doktorandenseminar:
Neue Forschungen zu Geschichte und Wirkung des Holocaust

Dienstag, 14. September 2010, 09:00 Uhr
bis Mittwoch, 15. September 2010, 14:00 Uhr
Evangelische Akademie Arnoldshain
Martin-Niemöller-Haus, Am Eichwaldsfeld 3, 61389 Schmitten im Taunus
(Geschlossene Veranstaltung! Siehe dazu: Öffentlicher Vortrag von
Sybille Steinbacher am 13. September 2010.)
Leitung
Ole Jantschek, Evangelische Akademie Arnoldshain
Dr. Jörg Osterloh, Fritz Bauer Institut, Frankfurt am Main
PD Dr. Sybille Steinbacher, Gastprofessorin des Fritz Bauer Instituts am Fachbereich Philosophie und Geschichtswissenschaften der Goethe-Universität

Vorträge
Sonja Niehaus (Berlin): Haltung und Verhalten von nichtjüdischen Deutschen gegenüber Jüdinnen und Juden zwischen 1933 und 1938 im Spiegel von Erinnerungen von Holocaustüberlebenden

Susanne Beer (Essen): Hilfe für Juden im Nationalsozialismus. Soziologische Untersuchung der Entscheidungssituationen und Karrieren von sogenannten Judenrettern

Christiane Schoenmakers (Oldenburg): Täternetzwerke – Die Deutsche Golddiskontbank als Umschlagplatz für geraubtes jüdisches Vermögen und dessen Verwertung für den Krieg

Daniel Brewing (Stuttgart): Im Schatten des Holocaust. Massenverbrechen gegen ethnische Polen, 1939–1945

Merle Funkenberg (Kassel): Die Betreuung von Zeugen der NS-Prozesse

Gerd Kühling (Jena): NS-Erinnerung in Berlin. Gedenkpolitik im Zeichen des Ost-West-Konflikts

Jacob S. Eder, (Pennsylvania): Holocaust-Erinnerung als deutsch-amerikanische Konfliktgeschichte

Christian Mentel (Berlin): Holocaustleugnung als Historiografie

Susanne Bressan (Berlin): Gudrun Ensslin. Die Biographie einer RAF-Terroristin im Kontext des öffentlichen Umgangs mit dem nationalsozialistischen Erbe in Deutschland

Martin Modlinger (Cambridge): Approaching Something that repels. The History of the Terezín Ghetto Artists in Post-Holocaust Literature

Kontakt
Dr. Jörg Osterloh
j.osterloh@fritz-bauer-institut.de
Micha Brumlik im Gespräch mit Tomasz Szarota:
Der Begriff der Vertreibung als falscher Sammelbegriff.
Bemerkungen eines polnischen Historikers

Mittwoch, 15. September 2010, 19:00 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main – Campus Westend
Grüneburgplatz 1, IG Farben-Haus, EG, Raum 411
Bereits im Dezember 2009 verließ der polnische Historiker Tomasz Szarota als erster den wissenschaftlichen Beraterkreis der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung. Szarota kritisierte das Konzept der geplanten Einrichtung sowie die personelle Zusammensetzung der Stiftungsgremien. Sein Verzicht setzte ein Signal für die Wahrnehmung der Arbeit der Bundesstiftung durch die polnische Öffentlichkeit.
In seinem Vortrag wird Prof. Dr. Szarota über den Begriff der Vertreibung aus deutscher und aus polnischer Perspektive sprechen. Dabei wird es darum gehen zu zeigen, in welchen historischen Situationen dieser Begriff unterschiedlich eingesetzt und verstanden wurde. So verstehen die Polen unter »Heimatverlust« den Verlust ihrer Autonomie im Jahr 1939 sowie der Wegfall von Ostpolen an die Sowjetunion. Die Deutschen beziehen ihn auf das Jahr 1945, mithin auf die Folgen des von Deutschen begonnenen Krieges. Und umgekehrt bezeichneten die Deutschen mit den »wiedereroberten Gebieten« diejenigen, die sie 1939 nach dem Überfall auf Polen besetzten und die vor 1918 zum großen Teil zum Kaiserreich gehörten. Für die Polen ist der Begriff »wiedergewonnene Gebiete« (polnisch: Ziemie Odzyskane) hingegen mit dem Jahr 1945 und der Gebietserweiterung im Westen verbunden.
Mit seinem Vortrag will Szarota dazu beitragen, zu einer Sprache zu finden, die zu einer »vernünftigen« Versöhnung führen kann.

Prof. Dr. Tomasz Szarota, geboren in Warschau 1940, ist Professor am Institut für Geschichte der Polnischen Akademie der Wissenschaften. Dort leitet er die Abteilung »Geschichte Polens nach 1945«. Er ist Autor vieler Bücher, von denen drei ins Deutsche übersetzt wurden: Warschau unter dem Hakenkreuz. Leben und Alltag im besetzten Warschau, Paderborn: Schöningh Verlag, 1986. Der deutsche Michel. Die Geschichte eines nationalen Symbols und Autostereotyps, Osnabrück: fibre-Verlag, 1998. Stereotypen und Konflikte, Historische Studien zu den deutsch-polnischen Beziehungen, Osnabrück: fibre-Verlag, 2010.

Prof. Dr. Micha Brumlik, geboren 1947 in Davos, Schweiz, lebt heute in Frankfurt am Main. Seit 2000 ist er Professor am Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt mit dem Schwerpunkt »Theorie der Erziehung und Bildung«. Daneben leitete er von Oktober 2000 bis September 2005 als Direktor das Fritz Bauer Institut. Seine Forschungsschwerpunkte sind Pädagogik, Ethik, Theorie und Empirie moralischer Sozialisation sowie Religionsphilosophie.

Kontakt
Fritz Bauer Institut
Tel.: 069.798 322-40
info@fritz-bauer-institut.de
Ladislaus Löb: Geschäfte mit dem Teufel
Die Tragödie des Judenretters Rezső Kasztner (1906–1957).
Bericht eines Überlebenden

Donnerstag, 16. September 2010, 19:00 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main – Campus Westend
Grüneburgplatz 1, IG Farben-Haus, EG, Raum 311
Buchpräsentation und Gespräch mit Ladislaus Löb
Begrüßung: Prof. Dr. Raphael Gross, Direktor des Fritz Bauer Instituts, des Jüdischen Museums Frankfurt und des Leo Baeck Institute London
Moderation: Werner Renz, Fritz Bauer Institut
Veranstalter: Fritz Bauer Institut; Jüdisches Museum Frankfurt; Böhlau Verlag

Ladislaus Löb war elf Jahre alt, als er im Juli 1944 im KZ Bergen-Belsen ankam. Fünf Monate später überquerte er in einer Gruppe von 1670 jüdischen Männern, Frauen und Kindern die Grenze in die neutrale Schweiz. Ihre Rettung verdankten sie dem ungarischen Juden Rezső Kasztner, der sie von den Nazis freigekauft hatte.
In seinem Buch Geschäfte mit dem Teufel (erscheint am 19. August im Böhlau Verlag) erinnert sich Ladislaus Löb an seine Erlebnisse als Junge in einer kleinen antisemitisch geprägten Stadt in Siebenbürgen, er beschreibt das Alltagsleben in Bergen-Belsen und berichtet von den Verhandlungen Rezső Kasztners mit der SS, von dem Prozess gegen Kasztner in Israel und von seiner Ermordung durch einen jüdischen Extremisten.

Ladislaus Löb, emeritierter Professor Deutsche Sprache und Literatur an der University of Sussex in Brighton, England. 1933 in Cluj (Rumänien) geboren, war Löbs Kindheit und Jugend vom Holocaust bestimmt und gezeichnet. Nach seiner Rettung durch Rezső Kasztner besuchte er das Internat Ecole d’Humanité im Berner Oberland. Darauf folgte das Studium der Anglistik und Germanistik an der Universität Zürich, welches Ladislaus Löb 1962 mit einem Doktor abschloss. Neben dem Studium war er im Schuldienst, wie auch als Journalist tätig bis er 1963 mit seiner Frau nach Brighton zog.

Ladislaus Löb, Geschäfte mit dem Teufel. Die Tragödie des Judenretters Rezső Kasztner. Bericht eines Überlebenden, Wien/Köln/Weimar: Böhlau Verlag, 2010, 277 S., € 24,90

Kontakt
Katharina Rauschenberger
Tel.: 069.798 322-26
k.rauschenberger(at)fritz-bauer-institut.de
Buchpräsentation und Vortrag von Marie Luise Knott:
»Wozu sind wir hier nun aufgehoben worden?«
Über die fragile Freundschaft zwischen Hannah Arendt und Gershom Scholem

Montag, 20. September 2010, 19:00 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main – Campus Westend
Grüneburgplatz 1, Casino-Gebäude am IG Farben-Haus, Raum 1.801
Themenschwerpunkt »Hannah Arendt und die Frankfurter Schule«

Über die fragile Freundschaft zwischen Hannah Arendt und Gershom Scholem

»Juden sterben in Europa und man verscharrt sie wie Hunde.« So schließt der Brief, in dem Hannah Arendt im Oktober 1940 Gershom Scholem mitteilt, daß sich Walter Benjamin auf der Flucht vor den Nazis das Leben genommen hat. Daß Gershom Scholem, der große Kaballa-Forscher, und Hannah Arendt, die Theoretikerin des Politischen, einander geschrieben haben und irgendwie auch befreundet waren, ist seit langem bekannt. Aber so richtig vorstellen konnte man sich diese Freundschaft lange nicht, so verschieden erscheinen die beiden Lebenskonzepte und Lebenswege, und so weit entfernt der Gegenstand, auf den sie sich in ihrer wissenschaftlichen Arbeit konzentrierten. In Zeiten größter Bedrohung jedoch beginnt 1939 eine Korrespondenz, die getragen ist vom Engagement für das Werk des gemeinsamen Freundes und von der Rettung und Erneuerung der jüdischen Kultur aus verborgenen Traditionen und verschütteten Überlieferungen.1963 erscheint Hannah Arendts Eichmann in Jerusalem. Ihre darin geäußerte Kritik an jüdischen Repräsentanten während der Zeit der Shoah wird von Gershom Scholem in einer auch öffentlich ausgetragenen Kontroverse radikal verworfen. Der über mehr als zwei Jahrzehnte aufrechterhaltene Dialog in Briefen endet im Schweigen.

Marie Luise Knott, 1953 geboren in Köln, lebt heute als freie Journalistin, Herausgeberin, Übersetzerin und Kuratorin in Berlin. Sie studierte Politische Wissenschaft und Romanische Literatur und arbeitete zunächst lange Jahre als Verlagslektorin. 1995–2006 Aufbau und redaktionelle Leitung der deutschsprachigen Ausgabe von Le Monde diplomatique, Beiträge für Zeitungen, Zeitschriften und Rundfunk. 2007 gab Marie Luise Knott zusammen mit Barbara Hahn den Katalog zur Ausstellung Hannah Arendt – Von den Dichtern erwarten wir Wahrheit (Schriftenreihe des Literaturhauses Berlin 17, Matthes und Seitz) heraus. In diesem Herbst erscheint im Jüdischen Verlag von ihr herausgegeben der Briefwechsel zwischen Hannah Arendt und Gershom Scholem (Hannah Arendt/Gershom Scholem, Der Briefwechsel, 1939–1964).

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Fritz Bauer Institut
Tel.: 069.798 322-40,
info@fritz-bauer-institut.de
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60323 Frankfurt am Main

Telefon: +49 (0)69.798 322-40
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Das Heft erscheint zweimal jährlich (April/Oktober), Auflage 5.500.
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Letzte Änderung: 05. Juli 2010

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