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Fritz Bauer Institut Das Fritz Bauer Institut erforscht interdisziplinär die Geschichte und Wirkung der nationalsozialistischen Massenverbrechen, insbesondere des Holocaust und vermittelt die Ergebnisse in eine breite Öffentlichkeit. Dabei versteht sich das Institut als Scharnierstelle zwischen wissenschaftlicher Theoriebildung und gegenwartsbezogener kultureller Praxis. Es führt Forschungsprojekte durch, fördert wissenschaftliche und gesellschaftliche Diskurse, entwickelt schulische wie außerschulische Bildungsangebote. Es organisiert Ausstellungen, Fachtagungen und andere Veranstaltungen. Es publiziert Forschungsergebnisse und Reflexionen verschiedener Disziplinen, pädagogische Materialien, künstlerische Auseinandersetzungen und historische Quellen. Das Fritz Bauer Institut mit seinen vier wissenschaftlichen Abteilungen: Dokumentation, Archiv und Bibliothek, Erinnerungskultur und Rezeptionsforschung, Pädagogik und historisch-politische Bildung und Zeitgeschichte, ist die einzige Einrichtung in der Bundesrepublik Deutschland, deren Tätigkeit ausschließlich dieser Themenstellung gewidmet ist. Am 11. Januar 1995 wurde das Fritz Bauer Institut als Stiftung bürgerlichen Rechts mit Sitz in Frankfurt am Main von seinen drei Gründungsstiftern, dem Land Hessen, der Stadt Frankfurt am Main und dem Förderverein Fritz Bauer Institut e.V. ins Leben gerufen. Seit den Jahr 2000 ist das Institut der Johann Wolfgang Goethe-Universität, die als viertes Mitglied dem Stiftungsrat beitrat, angeschlossen und unterhält dort die Gastprofessur für interdisziplinäre Holocaustforschung. Die Arbeit des Fritz Bauer Instituts genießt internationale Aufmerksamkeit. Seit dem 17. November 2000 ist es offiziell als Bildungsträger anerkannt und arbeitet als selbständiges Kulturinstitut mit zahlreichen wissenschaftlichen Forschungsstätten, Gedenkstätten und Museen in aller Welt zusammen. ► Jubiläum: 10 Jahre Stiftung Fritz Bauer Institut | Infotext als download
Zur Geschichte der Stiftung Fritz Bauer Institut Am 11. Januar 1995, 50 Jahre nach der Befreiung der nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslager, wurde durch die drei Gründungsstifter Land Hessen, Stadt Frankfurt am Main und Förderverein Fritz Bauer Institut e.V. das erste interdisziplinäre Studien- und Dokumentationszentrum zur Geschichte und Wirkung des Holocaust in Deutschland ins Leben gerufen: Das Fritz Bauer Institut, Stiftung des bürgerlichen Rechts, mit Sitz in Frankfurt am Main. Das Institut trägt den Namen des ehemaligen hessischen Generalstaatsanwalts Fritz Bauer, des demokratischen Justizreformers und Initiators der Frankfurter Auschwitz-Prozesse. Fritz Bauer verstand die NS-Prozesse als Selbstaufklärung der deutschen Gesellschaft in den Bahnen des Rechts. Mittels der juristischen Aufarbeitung der NS-Verbrechen wollte er „Gerichtstag halten über uns selbst und über die gefährlichen Faktoren in unserer Geschichte“. Durch seinen Einsatz gewann die Auseinandersetzung mit den nationalsozialistischen Vernichtungspolitik erstmals eine öffentliche Dimension. Das Fritz Bauer Institut ist dem geistigen und politischen Erbe Fritz Bauers verpflichtet. Es war Frankfurts damaliger Oberbürgermeister Volker Hauff, der unter dem Eindruck seines Besuchs in der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem, 1989 die Diskussion um ein Holocaust-Zentrum im "Land der Täter" in Gang brachte. 1992 wurde mit dem Abschlussbericht der Planungsgruppe "Frankfurter Lern- und Dokumentationszentrum des Holocaust" – eingesetzt im Auftrag des Dezernats Kultur und Freizeit der Stadt Frankfurt am Main – die von Hanno Loewy vorgelegte Konzeption des Fritz Bauer Instituts (pdf-Datei) vorgestellt. Nach mehrjähriger Vorarbeit durch die Arbeitsstelle Fritz Bauer Institut der Stadt Frankfurt am Main wurde im Januar 1995 die Stiftung Fritz Bauer Institut gegründet. Als Gründungsdirektor wurde Dr. Hanno Loewy berufen. (1989 bis 1995: Leiter der Arbeitstelle "Frankfurter Lern- und Dokumentationszentrum des Holocaust"; 1995 bis September 2000: Direktor des Fritz Bauer Instituts; bis Ende 2003: Leiter der Abteilung Erinnerungskultur und Rezeptionsforschung; seit Januar 2004: Direktor des Jüdischen Museums Hohenems in Österreich).
Fritz Bauer war verantwortlich für die Anklageerhebung im Auschwitz-Prozess, der 1963 bis 1965 in Frankfurt am Main stattfand. Er verstand die NS-Prozesse als Selbstaufklärung der deutschen Gesellschaft in den Bahnen des Rechts. Mittels der juristischen Aufarbeitung der NS-Verbrechen wollte er „Gerichtstag halten über uns selbst und über die gefährlichen Faktoren in unserer Geschichte“. Durch seinen Einsatz gewann die Auseinandersetzung mit den nationalsozialistischen Vernichtungspolitik erstmals eine öffentliche Dimension. Das Fritz Bauer Institut ist dem geistigen und politischen Erbe Fritz Bauers verpflichtet. Kurzbiografie zu Fritz Bauer Ausführlichere Informationen zu Fritz Bauer Zum 100. Geburtstag von Fritz Bauer
Arbeitsschwerpunkte des Instituts Die interdisziplinäre Ausrichtung des Fritz Bauer Instituts umfasst sowohl Forschung und Dokumentation, als auch Bildungsarbeit und künstlerische Reflexion zur Geschichte und Wirkungsgeschichte des Holocaust. Dieser Anspruch wird durch die vier am Institut vertretenen Arbeitsbereiche abgedeckt: ► Dokumentation, Archiv und Bibliothek Neben den vier wissenschaftlichen Abteilungen werden abteilungsübergreifende Projekte am Institut realisiert. Eine besondere Bedeutung der Arbeit des Fritz Bauer Instituts liegt in seiner Funktion als Scharnierstelle zwischen wissenschaftlicher Forschung, der Vermittlung der Forschungsergebnisse in einer heterogenen gesellschaftlichen Öffentlichkeit sowie der Verknüpfung von Theoriebildung und kultureller Praxis.
Gremien der Stiftung Fritz Bauer Institut Der Stiftungsrat des Fritz Bauer Instituts setzt sich zusammen aus Vertretern des Landes Hessen, der Stadt Frankfurt am Main, des Förderverein Fritz Bauer Institut e.V. und der Johann Wolfgang Goethe-Universität. Der Wissenschaftliche Beirat des Fritz Bauer Instituts ist Organ der Stiftung Fritz Bauer Institut und wird vom Stiftungsrat berufen. Er begleitet interdisziplinär die Forschungs- und Projektarbeit des Instituts und berät die Institutsleitung und den Stiftungsrat in wissenschaftlichen Fragen. Der Rat der Überlebenden des Holocaust unterstützt und begleitet kritisch die Arbeit des Instituts.
Förderverein Fritz Bauer Institut e.V. Das Institut wird von einem bundesweit organisierten Förderverein unterstützt. Der Förderverein Fritz Bauer Institut e.V. zählt über 1.300 Mitglieder (Stand April 2001) im In- und Ausland, darunter viele bekannte Persönlichkeiten, Institutionen, Unternehmen und Verbände, Städte, Landkreise und Gemeinden. Dieser breiten Basis und dem Engagement vieler Fördermitglieder und Spender verdankt das Fritz Bauer Institut seine Gründung und die Sicherung seiner weiteren Arbeit als unabhängiges Kulturinstitut.
Kooperation mit der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main Zehn Jahre nach den ersten konzeptionellen Vorarbeiten ist das Fritz Bauer Institut im Herbst 2000 in einen neuen Abschnitt seiner Geschichte eingetreten. Förderverein und Stiftungsrat haben sich einem Plan angeschlossen, den der Präsident der Johann Wolfgang Goethe-Universität entwickelt hatte. Die Zusammenarbeit wurde in einem Kooperationsvertrag mit der Goethe-Universität festgelegt. Dadurch wurde das Fritz Bauer Institut, bei Wahrung seiner Unabhängigkeit, An-Institut der Frankfurter Universität. Geleitet wird das Institut von einem auf jeweils fünf Jahre gewählten Direktor, der gleichzeitig eine Professur an der Goethe-Universität innehaben muss. Mit dem Einzug in das IG-Farben-Haus auf den Campus Westend der Goethe-Universität Frankfurt am Main im Sommer 2001, findet das Fritz Bauer Institut einen neuen, geschichtsträchtigen Standort.
Das Fritz Bauer Institut an der Auszug aus der Präambel der Kooperationsvereinbarung Die wissenschaftliche Arbeit des Fritz Bauer Instituts ist den
Das Fritz Bauer Institut ist Mitglied folgender Vereinigungen: ► Arbeitskreis selbstständiger Kultur-Institute e.V. (AsKI), Bonn
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