Fritz Bauer Institut

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Audio-Aufzeichnungen und Video-Streams
von Vortragsveranstaltungen u.ä.


Prof. Dr. Moshe Zuckermann:
Israel, BRD und die Springer-Medien.
Anmerkungen zur westdeutschen Nachkriegszeit

Montag, 7. Mai 2012, Goethe-Universität Frankfurt am Main
Audio-Aufzeichnung des Vortrags von Moshe Zuckermann

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Vortrag von Moshe Zuckermann
mp3-audio (45 Min., 64 kbit/s, 20.923 KB)

Vortrag im Rahmen des Begleitprogramms der Ausstellung
»Bild dir dein Volk! Axel Springer und die Juden«
(15. März bis 29. Juli 2012 im Jüdischen Museum Frankfurt)

Das Verhältnis zwischen der alten Bundesrepublik und Israel war in der Nachkriegszeit primär durch die Shoah-Erinnerung kodiert. Im restaurativen Klima der Adenauer-Ära der 1950er Jahre manifestierte sich das vornehmlich in der Materialisierung der Sühne durch die Wiedergutmachungsabkommen von 1952. Die 1960er Jahre zeichneten sich durch eine zunehmende Hinterfragung der jüngsten deutschen Vergangenheit aus. Diese wurde durch die linken Intellektuellen zum Topos erhoben. Zugleich zeichnete sich aber auch die Gesinnung dieser Intelligenz durch eine kritische Einstellung zu Israels Politik nach 1967. Axel Springers mediale Praxis stand im Schnittpunkt dieser Koordinaten: Zum einen eine vorbehaltlose Solidarität mit Israel, zum anderen eine damit einhergehende Attacke ebendieser kritischen Intelligenz. Die politische Kultur der BRD wurde weitgehend von diesen Spannungsfeldern geprägt.

Prof. Dr. Moshe Zuckermann ist Soziologe und Professor für Geschichte und Philosophie an der Universität Tel Aviv.

Abbildung
Moshe Zuckermann auf Einladung des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt in der Goethe-Universität Frankfurt am Main.
Foto: © Werner Lott


Lecture by Prof. Dr. John S. Friedman:
The End of Living Memory – A documentary on the trial of John Demjanjuk

Mittwoch, 1. Juni 2011, Goethe-Universität Frankfurt am Main
Audio-Aufzeichnung des Vortrags in englischer Sprache.

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Lecture by John S. Friedman
mp3-audio (42 Min., 64 kbit/s, 19.519 KB)

The trial of John Demjanjuk has brought partial closure to the survivors of Sobibor and the families of those who perished. But it has also raised new and highlighted old questions about the post-Holocaust history of Germany and the Soviet Union as well as about the role of the United States in bringing Nazi war criminals to justice. With the last of the living survivors and perpetrators, what challenges are posed in making a documentary film about the so-called last Nazi trial? Most important, how will the trial shape the legacy of the Holocaust and what impact – legal and otherwise – might it have on future prosecutions of crimes of genocide?

John S. Friedman is Associate Professor of Media and Communications/American Studies at State University of New York, College at Old Westbury. Prior to this the historian and scientist of comparative literature was fellow, guest lecturer and assistant professor at several universities. In 1985 to 1989 he was the producer of the film »Hotel Terminus: The Life and Times of Klaus Barbie« which received the Academy Award in 1989 for best documentary feature and the 1988 International Critics Prize at the Cannes Film Festival for Best Picture. In 1996 to 2002 he was co-producer/director of  »Stealing the Fire«, a ninety minute documentary about Karl-Heinz Schaab, Saddam Hussein’s top nuclear spy. He is author of several books. His latest production, »The End of Living Memoy«, is a ninety minute documentary on the trial in Germany of John Demjanjuk.

Abbildung
Prof. Dr. John S. Friedman im Gespräch mit Prof. Dr. Vinzenz Hediger, (Filmwissenschaftler)
und Prof. Dr. Cornelius Nestler (Nebenklagevertreter im Strafprozess gegen John Demjanjuk)
Foto: © Werner Lott


Gabriel Bach, Vertreter der Anklage:
Ein Zeitzeuge des Jerusalemer Eichmann-Prozesses im Gespräch

Gespräch im Rahmen der Tagung des Fritz Bauer Instituts:
»Gerechtigkeit in Jerusalem« – Zum 50. Jahrestags des Eichmann-Prozesses
Montag, 11. April 2011, Goethe-Universität Frankfurt am Main

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Gespräch mit Gabriel Bach
mp3-audio (75 Min., 64 kbit/s, 34.905 KB)

Gabriel Bach, geboren am 13. März 1927 in Halberstadt, israelischer Jurist und stellvertretender Ankläger im Jerusalemer Prozess gegen Adolf Eichmann, von 1982 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1997 Richter am Obersten Gerichtshof in Israel. (Foto: Gabriel Bach, © Werner Lott)

Zur Tagung »Gerechtigkeit in Jerusalem«:
Aus Anlass des 50. Jahrestags des Jerusalemer Eichmann-Prozesses veranstaltete das Fritz Bauer Institut die zweitägige Tagung »Gerechtigkeit in Jerusalem«. Die Veranstaltung wurde gefördert durchden Arbeitskreis selbständiger Kulturinstitute e.V. (AsKI), Bonn.
In den Tagungsbeiträgen wurde nicht an erster Stelle die Funktion Eichmanns im NS-Vernichtungsprozess behandelt, vielmehr stand die Bedeutung des Prozesses für die israelische und die deutsche Gesellschaft im Zentrum der Debatte. Beleuchtet wurden sowohl die Umstände, die das Verfahren begleiteten, als auch die Außenwirkung, die die Anklagevertretung, die Verteidigung und die Verteidigungsstrategie des Angeklagten Eichmann – der sich im Gerichtssaal bewusst inszenierte – hatten.
Die Ergreifung Eichmanns durch den israelischen Geheimdienst Mossad erfolgte nach Informationen, die der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer von einem in Argentinien lebenden jüdischen Emigranten und Dachau-Überlebenden erhalten und an israelische Stellen weitergegeben hatte. Bauer schaltete weder die bundesdeutsche Justiz noch diplomatische Stellen im In- und Ausland ein, weil er erhebliche Zweifel am Ahndungswillen der Justiz und am Aufklärungsinteresse Bonns hatte.
Die israelische Staatsführung unter David Ben Gurion nahm die Gelegenheit wahr, in einem großen Prozess das lange in Israel vorherrschende Schweigen über die Shoah zu brechen und die israelische Gesellschaft und die Welt über das von Deutschen und ihren Helfershelfern verübte Menschheitsverbrechen aufzuklären.

Referenten der Tagung:
Prof. Dr. Hanna Yablonka, Ben-Gurion-University, Beer Sheva
Univ. Doz. Dr. Hans Safrian, Institut für Zeitgeschichte, Universität Wien
Dr. Bettina Stangneth, Philosophin, Hamburg
Dr. Ruth Bettina Birn, Historikerin, Den Haag
Lisa Hauff, Stiftung Topographie des Terrors, Berlin
Willi Winkler, Süddeutsche Zeitung, Hamburg
Gabriel Bach, stellvertretender Ankläger im Prozess gegen Adolf Eichmann

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Das Unverstehbare verstehen – Der Holocaust und die Rechtsgeschichte
Audio-Mitschnitt des Vortrags von Prof. Dr. Michael Stolleis

Vortrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe
»Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus«
Donnerstag, 27. Januar 2011, Goethe-Universität Frankfurt am Main

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Vortrag von Michael Stolleis
mp3-audio (50 Min., 64 kbit/s, 23.520 KB)

Michael Stolleis, Prof. em. Dr. Dr. h.c. mult., geb. am 20. Juli 1941 in Ludwigshafen am Rhein, ist ein deutscher Jurist und Rechtshistoriker. Er studierte Rechtswissenschaften, Germanistik und Kunstgeschichte in Heidelberg und Würzburg. 1961 wurde er Mitglied des Corps Saxo-Borussia Heidelberg. Seine Promotion erfolgte 1967 in München bei Sten Gagnér, 1965 und 1969 erwarb er zwei juristische Staatexamina. 1973 habilitierte er sich in München für die Fächer Staats- und Verwaltungsrecht, Neuere Rechtsgeschichte und Kirchenrecht. Ein Jahr darauf wurde er auf eine Professur an der Goethe-Universität Frankfurt berufen. 1991 erhielt er den renommierten Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Im selben Jahr wurde er Direktor des Max-Planck-Instituts für europäische Rechtsgeschichte (MPIER) in Frankfurt am Main. 2006 wurde er als Professor an der Goethe-Universität und als Direktor des MPIER emeritiert, übernahm jedoch von September 2007 bis Ende 2009 wieder die kommissarische Leitung. Er ist Mitglied zahlreicher in- und ausländischer wissenschaftlicher Akademien und Mitherausgeber verschiedener Schriftenreihen und Zeitschriften. Seine Hauptarbeitsgebiete liegen in den Bereichen Öffentliches Recht (Sozialrecht), Juristische Zeitgeschichte und Neuere Rechtsgeschichte, insbesondere die Wissenschaftsgeschichte des öffentlichen Rechts). Für sein Lebenswerk in Forschung und Lehre sowie vorbildliches ehrenamtliches Engagement wurde ihm am 5. Mai 2010 das Bundesverdienstkreuz I. Klasse verliehen.


Simon Wiesenthal. Die Biographie
Audio-Mitschnitt des Vortrags von Tom Segev

28. Oktober 2010, Neues Hörsaalzentrum auf dem Campus Westend
der Goethe-Universität Frankfurt am Main

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Vortrag von Tom Segev
mp3-audio (112 Min., 64 kbit/s, 52.236 KB)

Am 28. Oktober 2010 war der israelische Historiker und Journalist Tom Segev auf Einladung des Fritz Bauer Instituts in Frankfurt am Main zu Gast. Im Hörsaalzentrum auf dem Campus Westend der Goethe-Universität hielt er einen Vortrag zu seiner Biographie Simon Wiesenthals.
Begrüßung und Moderation: Prof. Dr. Raphael Gross.

Vom Tag seiner Befreiung aus dem Konzentrationslager Mauthausen an machte Simon Wiesenthal (1908–2005) es sich zur Lebensaufgabe, NS-Verbrecher aufzuspüren und vor Gericht zu bringen. Fünf Jahre nach seinem Tod legt nun der bekannte Historiker und Journalist Tom Segev die erste aus Originalquellen erarbeitete Biographie dieser Jahrhundertgestalt vor, enthüllt zahlreiche bisher unbekannte Tatsachen und erzählt eindrucksvoll das Leben des »Nazi-Jägers«, der zeitlebens selbst auch ein Verfolgter blieb.
Als Simon Wiesenthal im Alter von 97 Jahren in Wien starb, betrauerte die Welt einen unermüdlichen Kämpfer gegen das Böse. Hollywood verklärte ihn als Helden, gleichwohl hatte er zeit seines Lebens auch Ablehnung und Anfeindungen erfahren, viele sahen in ihm einen unversöhnlichen Störenfried. Er entfachte die Phantasie von Menschen auf der ganzen Welt, fesselte und beängstigte sie, belastete ihr Gewissen und verlieh ihnen doch einen tröstlichen Glauben an das Gute.
Anhand von zahlreichen Briefen, Geheimdienstdossiers und anderen, bislang unbekannten Quellen zeichnet Tom Segev in seinem Buch die faszinierende Biographie Simon Wiesenthals nach: Die höchst lebendige und spannende Lebensgeschichte eines überaus mutigen Mannes, der eine Reihe atemberaubender Aktionen initiierte und dabei fast ganz auf sich gestellt arbeitete, in einer kleinen Wohnung zwischen hohen Stapeln alter Zeitungen und vergilbter Karteikarten.

Tom Segev ist Historiker und Journalist und gilt als einer der profiliertesten Publizisten Israels. Er ist regelmäßig als Kolumnist für die linksliberale Tageszeitung Haaretz tätig. In Deutschland wurde er durch sein Buch Die siebte Million. Der Holocaust und Israels Politik der Erinnerung (1995) bekannt. Für Es war einmal ein Palästina. Juden und Araber vor der Staatsgründung Israels (2005) wurde er mit dem National Jewish Book Award ausgezeichnet. Zuletzt sind erschienen: 1967. Israels zweite Geburt (2007) und Die ersten Israelis. Die Anfänge des jüdischen Staates (2008).

Tom Segev, Simon Wiesenthal. Die Biographie
Aus dem Hebräischen von Markus Lemke
München: Siedler Verlag, 2010, 576 S., mit Abb., € 29,95


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Das Heft erscheint zweimal jährlich (April/Oktober), Auflage 5.500.
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Letzte Änderung: 01. September 2011

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