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Nachrichten aus dem Fritz Bauer Institut

Neuer wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fritz Bauer Institut
Seit Anfang August 2009 verstärkt der Historiker Dr. Dmitrij Belkin die wissenschaftliche Arbeit des Instituts im Bereich Zeitgeschichtsforschung. Schwerpunkte seiner Forschungs- und Lehrtätigkeit sind die Ideen-, Rechts- und Migrationsgeschichte.
1993 absolvierte Belkin das Geschichtsstudium in der Ukraine. 1999 bekam er den M.A. in Geschichte und Philosophie und promovierte 2000 in Geschichte (Universität Tübingen). Belkin beschäftigt sich seitdem mit jüdischer, russischer und europäischer Geschichte, unter anderem am Tübinger Institutum Judaicum und am Max-Planck-Institut für Europäische Rechtsgeschichte in Frankfurt am Main. 2007–2008 war er zu einem Forschungsaufenthalt in den USA (NYU, YIVO und Harward). 2008 erschien seine Monographie Gäste, die bleiben: Vladimir Solov’ev, die Juden und die Deutschen (Philo-Verlag, Hamburg). Dr. Belkin ist Kurator der Ausstellung „Ausgerechnet Deutschland! Jüdisch-russische Einwanderung in die Bundesrepublik“, die im Frühjahr 2010 im Jüdischen Museum Frankfurt eröffnet wird.


Deutsch-Israelischer Jugendaustausch 2008
Jugendaustauschprogramm der Zionistischen Jugend in Deutschland e.V. und der Jugendabteilung des Regionalverbands Ramat HaNegev/Israel, mit Unterstützung des Fritz Bauer Instituts.
2006 und 2007 fand ein Aust
ausch jüdischer Jugendlicher aus Frankfurt am Main mit einer Gruppe Jugendlicher aus der Region Ramat HaNegev statt. 2008 wird das Austauschprogramm mit einer Jugendgruppe der ZJD-Berlin und der Jüdischen Oberschule Berlin fortgesetzt: Vom 29. August bis 9. September kommen die israelischen Austauschpartner nach Berlin und vom 17. bis 27. Oktober findet der Gegenbesuch in Israel statt.
 Deutsch-Israelischer Jugendaustausch


Neuer wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fritz Bauer Institut
Am 1. April 2008 begann der Historiker Dr. Jörg Osterloh seine Tätigkeit im Arbeitsbereich Zeitgeschichtsforschung des Fritz Bauer Instituts.

Jörg Osterloh, Dr. phil., geb. 1967, Studium der Geschichte und Politikwissenschaft an der Universität Hannover. 2004 Promotion an der TU Dresden mit einer Arbeit über die „Nationalsozialistische Judenverfolgung im Reichsgau Sudetenland 1938–1945“. Er war bis März 2008 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena im Projekt „Flick im 20. Jahrhundert“. Zuvor war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hannah-Arendt-Institut an der TU Dresden und Stipendiat bzw. wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ruhr-Universität Bochum. 1998 betreute er die Arbeit am Drehbuch für die neue ständige Ausstellung in der Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain; 1999–2004 war er Mitarbeiter der Forschungsgruppe zur „Geschichte der Dresdner Bank 1931–1957“ (u.a. mit Studien zur Beteiligung der Bank an der „Arisierung“ jüdischer Unternehmen im Sudetenland und im Protektorat Böhmen und Mähren). Er ist Mitglied des Beirats der Stiftung Sächsische Gedenkstätten (1997–2000 und seit 2003) und gewähltes korrespondierendes Mitglied der Historischen Kommission für die böhmischen Länder (seit 2004).
Veröffentlichungen u.a.:
Nationalsozialistische Judenverfolgung im Reichsgau Sudetenland 1938–1945, München 2006.
Hg. (gemeinsam mit Christoph Boyer): „DDR-Forschung“. Themenheft der Zeitschrift Soudobé dějiny, 7 (2000), H. 1–2.
Ein ganz normales Lager. Die Geschichte des Kriegsgefangenen-Mannschaftsstammlagers 304 (IV H) Zeithain bei Riesa/Sa. 1941–1945, Leipzig 1997.
Sowjetische Kriegsgefangene 1941–1945 im Spiegel nationaler und internationaler Untersuchungen. Forschungsüberblick und Bibliographie
, Dresden 1995.


Dauerinstallation und Online-Ausstellung
Der Frankfurter Auschwitz-Prozess im Haus Gallus (1964–1965)
Im heutigen SAALBAU Gallus fand vom 3. April 1964 bis zum 20. August 1965 der historische Frankfurter Auschwitz-Prozess statt, der am 20. Dezember 1963 im Frankfurter Römer begonnen hatte. Bei der umfangreichen Sanierung des Gebäudes in 2007 hat die SAALBAU GmbH im Haus eine Dauerinstallation zur Erinnerung an dieses herausragende historische Ereignis eingerichtet. Im Haus in der Frankenallee 111 bietet sich jetzt für Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, einen Zugang zur Geschichte der Verbrechen des nationalsozialistischen Deutschland und zu ihrer juristischen Aufarbeitung zu nutzen, der mitten im heutigen Alltag liegt.
Ergänzend zur Dauerinstallation wurde in Zusammenarbeit mit dem Fritz Bauer Institut eine Website mit einer Online-Ausstellung eingerichtet.
Kontakt: SAALBAU Gallus
Frankenalle 111, 60326 Frankfurt am Main
Tel. 0 69–73 30 26
Online-Ausstellung:
  www.saalbau.com/auschwitz-prozess
  Weitere Informationen


Honorarprofessur für Raphael Gross
Dr. Raphael Gross
, Direktor des Fritz Bauer Instituts, erhält die Honorarprofessorenwürde der Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt am Main. Das beschloss der Senat der Hochschule in seiner Sitzung am 23. Januar. Gross lehrt künftig im Fachbereich Philosophie und Geschichtswissenschaft. In seinen aktuellen Forschungen widmet er sich vor allem den Moralvorstellungen, die während des Nationalsozialismus in der deutschen Gesellschaft verbreitet waren, und ihrem Fortleben im Nachkriegsdeutschland.
Raphael Gross wurde 1966 in Zürich geboren und studierte Geschichte, Philosophie und Literaturwissenschaft in Zürich, an der Freien Universität Berlin und an der Cambridge University. Nach Forschungsaufenthalten in Bielefeld, Tel Aviv und Jerusalem wurde er 1997 an der Universität Essen in Geschichte promoviert. Seine zum Buch ausgearbeitete Dissertation
Carl Schmitt und die Juden. Eine deutsche Rechtsgeschichte liegt mittlerweile auch in französischer, japanischer und englischer Sprache vor und erfreut sich in Fachkreisen großer Anerkennung. 2001 übernahm er den Direktorenposten am Leo Baeck Institute London und eine Tätigkeit als Reader in History an der Universität Sussex. 2006 wurde Gross zum Direktor der Jüdischen Museums Frankfurt am Main ernannt. Seit April 2007 leitet er zudem das Fritz Bauer Institut.


Neuer wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fritz Bauer Institut
Seit 1. Juli 2007 verstärkt PD Dr. Werner Konitzer die wissenschaftliche Arbeit des Fritz Bauer Instituts.
Werner Konitzer, PD Dr. phil., Philosoph, geb. 1955; war bis Mai 2006 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hamburger Institut für Sozialforschung im Arbeitsbereich „Nation und Gesellschaft“ mit dem Projekt „Ethik nach dem Holocaust. Moralische Argumentationen in den Debatten um die Geschichte des Nationalsozialismus“. Im Juli 2002 leitete er gemeinsam mit Dr. Raphael Gross die gemeinsame viertägige Tagung des Hamburger Instituts für Sozialforschung und des Leo Baeck Instituts London „Moral im Nationalsozialismus. Analyse – Umsetzung – Reaktion“.
Als Kurator war er mitverantwortlich für die aktuelle Ausstellung des Jüdischen Museums Frankfurt am Main „Ignatz Bubis (1927–1999). Ein jüdisches Leben in Deutschland“. Er lehrt als Privatdozent an der Kulturwissenschaftlichen Fakultät der
Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) am Lehrstuhl für Sprachwissenschaft II: Linguistische Kommunikations- und Medienforschung.
Seine am Hamburger Institut für Sozialforschung begonnene Arbeit zu Moralvorstellungen des Nationalsozialismus, wie sie sich in den 1950er und 1960er Jahren weiter fortgepflanzt haben – und welche Folgerungen daraus für die Gegenwart gezogen werden müssten, findet an seiner neuen Wirkungsstätte ihre Fortsetzung im Forschungsprojekt „Moral und Nationalsozialismus“.

Veröffentlichungen
Alibi oder Zeuge? Ignatz Bubis und die fremdenfeindliche Gewalt im vereinigten Deutschland“, in: Ignatz Bubis. Ein jüdisches Leben in Deutschland, Ausstellungskatalog, hrsg. von Fritz Backhaus, Raphael Gross und Michael Lenarz, Frankfurt am Main: Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag, 2007.
Medienphilosophie, München: Wilhelm Fink Verlag, 2006
(Der Text des Bandes basiert auf der Habilitationsschrift Andauernde und gedehnte Äußerungen. Öffentlichkeit und Philosophie unter den Bedingungen von Schriftlichkeit und analoger Medialität. Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder), 2001.)
„Antisemitismus und Moral. Einige Überlegungen“, in: Mittelweg 36, Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung, 14. Jg., 2005, Heft 2, S. 24–35.
„Die mosaische Unterscheidung. Zwei Erzählungen zur Erklärung antisemitischer Affekte“, in:
Mittelweg 36, 13. Jg., 2004, Heft 5, S. 49–60.
Hilge Landweer, Scham und Macht. Phänomenologische Untersuchungen zur Sozialität eines Gefühls“, in: Mittelweg 36, 9. Jg., 2000, Heft 5, S. 33–37.
„Geschichte und Ethik. Zum Fortwirken der nationalsozialistischen Moral“, (zus. mit Raphael Gross), in: Mittelweg 36, 8. Jg., 1999, Heft 4, S. 44–67.
Sprachkrise und Verbildlichung, Epistemata Literaturwissenschaft Bd. 177, Würzburg: Königshausen & Neumann, 1997


Dokumentation erschienen
Umgang mit der Zeit des Nationalsozialismus
Landeshauptstadt München, Kulturreferat (Hg.):
Der Umgang mit der Zeit des Nationalsozialismus. Perspektiven des Erinnerns.
Dokumentation der Gesprächsreihe des Kulturreferats der Landeshauptstadt München im Rahmen der Projektvorbereitung für ein NS-Dokumentationszentrum in München

München 2007, 216 S.
Die umfangreiche Dokumentation „Der Umgang mit der Zeit des Nationalsozialismus. Perspektiven des Erinnerns“ des Kulturreferats der Landeshauptstadt München ist erschienen. Sie beschäftigt sich im Rahmen der Projektvorbereitung für das geplante NS-Dokumentationszentrum mit den aktuellen Perspektiven und Positionen der historisch-politischen Bildungsarbeit, die für die Einrichtung maßgeblich sein werden. Der Band dokumentiert die gleichnamige Gesprächsreihe des Kulturreferats und die in diesem Rahmen gemeinsam mit dem Jugendgästehaus Dachau und dem Fritz Bauer Institut Frankfurt am Main 2005 durchgeführte Tagung des Kulturreferates.
Die Veranstaltungsreihe widmete sich der Frage, welchen Aufgaben sich ein neuer Lernort zur Erinnerung und Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus stellen muss, um den Anforderungen des aktuellen erinnerungspolitischen Diskurses wie der historisch-politischen Bildungsarbeit gerecht zu werden. Dazu diskutierten Wissenschaftlerinnen und Forscher aus verschiedenen Disziplinen – Geschichte, Politologie, Soziologie, Pädagogik und Architekturgeschichte – mit Praktikerinnen und Praktikern aus der Vermittlungsarbeit von Gedenkstätten und anderen außerschulischen Bildungseinrichtungen. Die Publikation versammelt die Beiträge und Statements der gesamten Veranstaltungsreihe und dokumentiert darüber hinaus die zahlreichen Fragen und Stellungnahmen des Publikums. Mit übergreifenden Fragestellungen ist die Dokumentation für ein breites Publikum interessant: für Pädagoginnen und Pädagogen an Schulen wie in der außerschulischen Bildung, für Einrichtungen der historischen und politischen Bildungsarbeit, für Studierende und Wissenschaftler, Historiker und Politologen sowie für alle, die an der Vermittlung und Erinnerung von Geschichte des Nationalsozialismus und an der Entwicklung des Projekts NS-Dokumentationszentrum interessiert sind.
Der Band kann kostenlos im Kulturreferat und über die Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, Brienner Str. 41 (www.km.bayern.de), bezogen werden. Die Publikation ist zugleich im Internet zugänglich und kann als pdf-Datei von der Internetseite des NS-Dokumentationszentrums (www.ns-dokumentationszentrum-muenchen.de) oder über unten stehenden Link heruntergeladen werden.
Landeshauptstadt München Kulturreferat
Abteilung Förderung von Kunst und Kultur
Projektvorbereitung NS-Dokumentationszentrum
Burgst
rasse 4, 80331 München

Tel.: 089–233–2 87 42, Fax: –2 12 69
ursula.saekel@muenchen.de
www.muenchen.de/kulturreferat
www.ns-dokumentationszentrum-muenchen.de
  Umgang mit der Zeit des Nationalsozialismus  pdf-Datei [1.158 kByte]


Konstruktion der Erinnerung
Gottfried Kößler: "NS-Geschichte – ein Weg zum Demokratielernen?"
Über NS-Geschichte zu lehren und zu lernen, ist heute schwieriger geworden. Unterricht zum Holocaust bewegt sich im Dreieck von Erinnerungspolitik, Generationenbeziehungen und der veränderten Zusammensetzung der Schülerschaft. Den ganzen Artikel finden Sie auf der Website des Goethe-Instituts.
  www.goethe.de/ges/ztg/dos/dos/ern/gfo/de2295070.htm
Siehe auch: "Konstruktion der Erinnerung"
Dossier des Goethe-Instituts mit journalistischen Artikeln und Expertentexten zu Themen wie „Kulturelles Gedächtnis“, „Vergangenheitspolitik“, „Lernen aus der Geschichte“ und „Erinnerungsforschung“
  www.goethe.de/erinnerung (Deutsch)
  www.goethe.de/remembrance (English)


Projektdokumentation
Verena Haug / Barbara Thimm: "Aus der Geschichte lernen?"
Entwicklung zeitgemäßer Seminarkonzepte zur Vermittlung der NS-Geschichte insbesondere an Gedenkstätten im Kontext einer historisch-politischen Bildungsarbeit in Demokratie fördernder Perspektive
Ein Projekt des Jugendgästehauses Dachau in Kooperation mit: Akademie Führung und Kompetenz am Centrum für angewandte Politikforschung (C.A.P.) der Ludwig-Maximilian-Universität München, Fritz Bauer Institut Frankfurt am Main, Gedenkhalle Oberhausen, Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora
  Projektdokumentation  pdf-Datei [1.095 kByte]


Deutsch-Israelischer Jugendaustausch
Jugendaustauschprogramm der Zionistischen Jugend in Deutschland e.V. und der Jugendabteilung des Regionalverbands Ramat HaNegev, Israel
 Deutsch-Israelischer Jugendaustausch
 Bericht im Newsletter Nr. 29  pdf-Datei [399 kByte]
 Bericht im Newsletter Nr. 30  pdf-Datei [733 kByte]

Jugendaustausch 2007: Wie schon 2006 fand auch in diesem Jahr ein Austausch jüdischer Jugendlicher aus Frankfurt am Main mit einer Gruppe Jugendlicher aus der Region Ramat HaNegev statt.
Vom
4. bis 15. April 2007 war eine Gruppe von 14 Jugendlichen aus Frankfurt im Alter von 16 bis 17 Jahren zu Besuch in Israel. Die Jugendlichen waren in den Gastfamilien ihrer Austauschpartner aus verschiedenen Kibbuzim und Moshavim in der Region Ramat HaNegev untergebracht. Der elftägige Gegenbesuch der israelischen Gruppe in Frankfurt fand vom 18. bis 28. Mai 2007 statt.
Jugendaustausch 2006: Vom 26. Mai bis zum 7. Juni 2006 war eine Gruppe von 13 israelischen Jugendlichen im Alter von 15 bis 17 Jahren zu Besuch in Frankfurt am Main. Die Jugendlichen kamen aus verschiedenen Kibbutzim und Moshavim aus der Region Ramat HaNegev. Die jungen Israelis waren in Gastfamilien der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main untergebracht. Neben touristischen Attraktionen standen zahlreiche inhaltlich anspruchsvolle Themen zum Kennen lernen der Lebenssituation der Austauschpartner als – je nach individuellem Identitätsverständnis – jüdische Deutsche, deutsche Juden, oder als Juden in Deutschland im Zentrum des Besuchsprogramms.
Der Besuch in Frankfurt war der erste Teil eines deutsch-israelischen Jugendaustauschprogramms zwischen der Zionistischen Jugend in Deutschland (ZJD), Frankfurt am Main und der Jugendabteilung des Regionalverbands Ramat HaNegev, Israel. Der zwölftägige Gegenbesuch der deutschen Gruppe fand vom 18. bis 29. Oktober 2006 statt. Die Jugendlichen waren bei ihren Austauschpartnern in drei Kibbuzim in der Region Ramat HaNegev untergebracht. Neben der intensiven Erfahrung der Negev-Wüste standen die Themen "Jüdische Identität in Israel und in der Diaspora", "Gegenwart und Geschichte des Staates Israel" und ein Leadership-Seminar im Mittelpunkt des Begegnungsprogramms.

Organisation und Leitung des Projekts: Meron Mendel (Bundesjugendleiter, Zionistische Jugend in Deutschland), Werner Lott (Fritz Bauer Institut) und Eyal Mor-Yosef (Jugendabteilung des Regionalverbands Ramat HaNegev).
Das Austauschprogramm wurde gefördert durch ConAct – Koordinierungszentrum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch, Lutherstadt Wittenberg (www.conact-org.de) und unterstützt durch das Fritz Bauer Institut.

© fotografiert von Werner Lott, 30.05.2006    © fotografiert von Werner Lott, 26.10.2006

Foto links: Historische Stadtführung „Jüdisches Leben in Frankfurt“ mit Gottfried Kößler (Mitte) vom Fritz Bauer Institut. Gedenkstätte am Neuen Börneplatz für die von Nationalsozialisten vernichtete dritte Jüdische Gemeinde in Frankfurt am Main / Eingang zum alten jüdischen Friedhof, Bejt Ha'Chaim.
Foto rechts: Der Schreibtisch von David Ben-Gurion
(gebürtig David Gruen; geb. 16. Oktober 1886 in Plonsk/Polen) in seinem Haus im Kibbutz Sde Bocker, wo er von 1953 bis zu seinem Tod am 1. Dezember 1973 lebte. Ben-Gurion proklamierte am 14. Mai 1948  den selbständigen Staat Israel, dessen Ministerpräsident und Verteidigungsminister er von 1948 bis 1953 und von 1955 bis 1963 war.


Jubiläum 10 Jahre Stiftung Fritz Bauer Institut
50 Jahre nach der Befreiung der nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslager wurde, nach mehrjähriger Vorarbeit der Arbeitsstelle Fritz Bauer Institut unter der Leitung von Hanno Loewy, im Januar 1995 die Stiftung Fritz Bauer Institut das erste interdisziplinäre Studien- und Dokumentationszentrum zur Geschichte und Wirkung des Holocaust in Deutschland gegründet.
Am 11. Januar 1995 wurde die Verfassung der Stiftung Fritz Bauer Institut von ihren Gründern unterzeichnet.
Für das Land Hessen unterzeichneten: Prof. Dr. Evelies Mayer (Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst)
Für die Stadt Frankfurt am Main: Andreas von Schoeler (Oberbürgermeister), Linda Reisch (Stadträtin)
Für den Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.: Werner Schneider-Quindeau (1. Vorsitzender), Gottfried Kößler (Schriftführer)
Zum Direktor des Instituts wurde Hanno Loewy berufen.

Foto: © Deutsche Presse-Agentur GmbH

Eintragung der Stiftung Fritz Bauer Institut in das Goldene Stiftungsbuch (Reproduktion als pdf-Datei) der Stadt Frankfurt am Main am 15. Januar 1995 im Frankfurter Schauspielhaus.
Von links nach rechts: Werner Schneider-Quindeau und Gottfried Kößler für den Förderverein Fritz Bauer Institut e.V., der hessische Ministerpräsident Hans Eichel, Kulturdezernentin Linda Reisch, Oberbürgermeister Andreas von Schoeler und die hessische Wissenschaftsministerin Evelies Mayer.
  10 Jahre Stiftung Fritz Bauer Institut
 Jubiläum: 10 Jahre Stiftung Fritz Bauer Institut | Infotext als download  pdf-Datei [182 kByte]
 


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Nachrichten aus dem Förderverein

Berichte, Protokolle, Texte
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Die Geschäftsstelle des Fördervereins erreichen Sie von Montag bis Freitag von 10.00 bis 16.00 Uhr:
Manuela Ritzheim, Tel.: 069–79832239, Fax: –79832241,
verein@fritz-bauer-institut.de

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Veranstaltungen

    15. September 2009 bis 10. Januar 2010, Frankfurt am Main
    Die Frankfurter Schule und Frankfurt.
    Eine Rückkehr nach Deutschland
    – Ausstellung –
    Als Max Horkheimer im Frühjahr 1948 auf Einladung der Universitätsleitung in Frankfurt eintraf, schrieb er an seine Frau: „Mich haben der Rektor, die beiden Dekane und andere süß, aalglatt und verlegen, ehrenvoll begrüßt. Sie wissen noch nicht genau, sollen sie in mir einen relativ einflussreichen Amerikareisenden oder den Bruder ihrer Opfer sehen, deren Gedanke die Erinnerung ist. Sie müssen sich fürs letztere entscheiden.“
    Die Nationalsozialisten hatten das 1923 gegründete „Institut für Sozialforschung“ in die Emigration getrieben. Die Stationen des Exils führten über Genf und Paris bis nach New York. Nicht alle Mitglieder überlebten; manche, wie etwa Walter Benjamin, holte der Terror auf der Flucht ein. Der „Gedanke der Erinnerung“, ebenso wie der politische Entschluss, den demokratischen Wiederaufbau aktiv mitzugestalten, bewogen schließlich Friedrich Pollock, Max Horkheimer und Theodor W. Adorno, nach Deutschland zurückzukehren.
    Die Remigration der „Frankfurter Schule“ spiegelt die Zeitgeschichte hier in Frankfurt, aber auch in ihren nationalen und transnationalen Aspekten. Dabei rückt unser Ausstellungsprojekt den spezifisch jüdischen Erfahrungshorizont der Protagonisten in den Mittelpunkt.
    Veranstalter: Jüdisches Museum Frankfurt am Main
    Ort: Jüdisches Museum, Untermainkai 14–15, 60311 Frankfurt am Main
    Zeit: Di. bis So., 10.00–17.00 Uhr, Mi., 10.00–20.00 Uhr
    Ausstellungseröffnung: Sonntag, 13. September 2009
    Info: Jüdisches Museum Frankfurt, Tel.: 069–212–35000, Fax: –30705,
    info@juedischesmuseum.dewww.juedischesmuseum.de

  • Frühjahr 2010, Frankfurt am Main
    Ausgerechnet Deutschland!

    Jüdisch-russische Einwanderung in die Bundesrepublik
    – Ausstellungsprojekt –
    Drei Generationen von Einwanderern werden in der Ausstellung zur Sprache kommen: die „Großelterngeneration“, die Sieger im Krieg und Opfer des Holocaust, bei denen sich Rudimente der jüdischen Tradition mit sowjetischen Werten mischten; die „Elterngeneration“, eine in der Regel hoch gebildete städtische Intelligencija ohne einen besonderen Bezug zur jüdischen Tradition; und die „Kindergeneration“, die im neuen Land beruflich und kulturell am besten ankam und hier ihr Judentum entdeckte.
    Zahlreiche Dokumente, Bilder, Installationen und Gegenstände illustrieren die widersprüchliche, spannende und bisweilen tragikomische Geschichte der jüdisch-russischen Einwanderung in eine Gesellschaft, die damals lebhaft über den „Asylparagraphen“ diskutierte. Zu den signifikanten Zeugnissen dieser Emigration gehören die gestreiften leichten Plastiktaschen, bei denen es sich zwar nicht um Meisterwerke der Reisegepäckindustrie handelt, die jedoch zum Zeichen des Bleibens und gleichzeitig zu einem Symbol des neuen europäischen Judentums wurden.
    Die Ausstellung wird durch ein umfangreiches Begleitprogramm ergänzt. Dabei soll über die jüdisch-russische Migration nach Deutschland sowohl wissenschaftlich als auch künstlerisch nachgedacht werden. Es ist geplant, die Ausstellung in weiteren Museen zu zeigen.
    Veranstalter: Jüdisches Museum Frankfurt am Main
    Kuratoren: Dr. Dmitrij Belkin und Fritz Backhaus
    Ort: Jüdisches Museum, Untermainkai 14–15, 60311 Frankfurt am Main
    Zeit: Di. bis So., 10.00–17.00 Uhr, Mi., 10.00–20.00 Uhr
    Info: Jüdisches Museum Frankfurt, Tel.: 069–212–35000, Fax: –30705,
    info@juedischesmuseum.dewww.juedischesmuseum.de

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Publikationen des Fritz Bauer Instituts

Fritz Bauer Institut (Hg.)
Zeugenschaft des Holocaust
Zwischen Trauma, Tradierung und Ermittlung

Jahrbuch zur Geschichte und Wirkung des Holocaust 2007, Band 11
Hrsg. im Auftrag des Fritz Bauer Instituts von Michael Elm und Gottfried Kößler
Campus Verlag, Frankfurt am Main/New York, 2007, http://www.campus.de/sysi/leer.gif285 S, € 24,90
EAN 978-3-593-38430-6

Das aktuelle Jahrbuch des Fritz Bauer Instituts thematisiert die Frage nach dem Vermächtnis der Zeitzeugen des Holocaust. Wie werden deren lebensgeschichtliche Erfahrungen in die nationalen Gedächtnisräume eingeschrieben? Dieser Frage gehen Autorinnen und Autoren aus Pädagogik, Geschichts- und Kulturwissenschaft, Psychologie und weiteren Disziplinen nach. Besondere Beachtung finden dabei die Stellung und die Transformation der Zeugenschaft in der israelischen, polnischen und deutschen Erinnerungskultur. Die Betrachtungen reichen von der strengen Archivierung der Erinnerungen über die juristische Verfolgung der Täter bis zur freien Adaption und Fiktionalisierung der Überlebendenberichte in Film und Literatur.

 Jahrbuch des Fritz Bauer Instituts

Katharina Stengel (Hg.):
Vor der Vernichtung.
Die staatliche Enteignung der Juden im Nationalsozialismus

Wissenschaftliche Reihe des Fritz Bauer Instituts, Band 15
Hrsg. im Auftrag des Fritz Bauer Instituts von Katharina Stengel
Frankfurt am Main/New York: Campus Verlag, 2007, 336 S., € 24,90
ISBN: 3-593-38371-3, EAN 978-3-593-38371-2

 Wissenschaftliche Reihe des Fritz Bauer Instituts 

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Ausstellungen des Fritz Bauer Instituts

Legalisierter Raub.
Der Fiskus und die Ausplünderung der Juden in Hessen 1933–1945

Die Ausstellung wurde seit ihrer Erstpräsentation in Frankfurt am Main im Sommer 2002 an 14 weiteren Orten gezeigt: Sie war in Marburg, Gießen, Darmstadt, Fulda, Kassel, Wetzlar, Wiesbaden, Offenbach am Main, Berlin, Friedberg, Groß-Gerau, Hanau, Felsberg und zuletzt in Limburg zu sehen. Die Ausstellung kann weiter ausgeliehen werden, jede Ausstellungsstation wird mit einem neuen, regionalen Schwerpunkt versehen.
Veranstalter: Fritz Bauer Institut und Hessischer Rundfunk in Kooperation mit lokalen Veranstaltern
Nächste Ausstellungsstation: Kor
bach (Anfang 2009)

Info: Fritz Bauer Institut, Katharina Stengel, Tel.: 06979832226, Fax: 41
 k.stengel@fritz-bauer-institut.de
 Weitere Informationen


Auschwitz-Prozess 4 Ks 2/63 Frankfurt am Main

Historisch-dokumentarische Ausstellung des Fritz Bauer Instituts
Die Ausstellung und der umfangreiche Katalog behandeln alle Kapitel des Holocaust, angefangen von einer „Chronik der Verfolgung 1933–1945“ über eine Einordnung der Prozesse von Nürnberg, Warschau (gegen Rudolf Höß) und Jerusalem (gegen Adolf Eichmann) bis hin zur Frage der Täter- und Gehilfenschaft sowie der Rekonstruktion des Auschwitz-Prozesses am Beispiel von sieben Angeklagten. Großen Raum nimmt die Wirkungsgeschichte des Prozesses in der Philosophie, Literatur und Publizistik ein. Die Ausstellung wurde erstmals vom 28. März bis 23. Mai 2004 im Haus Gallus in Frankfurt am Main, dem historischen Ort des Prozesses, gezeigt und war vom 26. Oktober bis 19. Dezember 2004 im Martin-Gropius-Bau in Berlin, vom 10. Mai bis 27.Juli 2007 im Justizpalast in München und vom 26. Januar bis 25. Februar 2009 im Niedersächsischen Landtag in Hannover zu sehen.
Zur Ausstellung ist ein Katalog im Kölner Snoeck-Verlag erschienen: 880 S., 120 Farb-Abb., 300 sw-Abb., 30 Duotone-Abb., ISBN 3-936859-08-6, € 49,80
Info: Fritz Bauer Institut, Dr. Katharina Rauschenberger, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel.: 0 69–79 83 22–26, Fax:–41
 k.rauschenberger@fritz-bauer-institut.de
 Auschwitz-Prozess 4 Ks 2/63 Frankfurt am Main

 

Auschwitz-Prozess
4 Ks 2/63

Frankfurt am Main

Historisch-dokumentarische Ausstellung
des Fritz Bauer Instituts

Zur Ausstellung: Bitte anklicken!

  Die Ausstellung
 Digitale Edition – DVD-ROM
 Fotogalerie: Blick in die Ausstellung
 Fotogalerie: Ausstellungseröffnung in Frankfurt
 Fotogalerie: Ausstellungsstation Berlin

    


Wanderausstellung des Fritz Bauer Instituts
Die IG Farben und das Konzentrationslager Buna/Monowitz
 Die IG Farben und das Konzentrationslager Buna/Monowitz


Plakatmappe des Fritz Bauer Instituts
Bilder im Kopf. Auschwitz/Oswiecim – Einen Ort sehen
 Bilder im Kopf. Auschwitz/Oswiecim – Einen Ort sehen

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Berichte aus dem Fritz Bauer Institut

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Essay

  • Essay
    Michael Elm: „Mensch Teufel Hanswurst.
    Medial inszenierte Annäherungsversuche an Adolf Hitler“

    Newsletter Nr. 30, Seite 20-22  pdf-Datei [183 kByte]

Im Gespräch

  • Im Gespräch
    Michael Stolleis, Bernhard Diestelkamp, Thomas Henne:
    „Konjunkturen der Erforschung des NS-Rechts nach 1945“

    Newsletter Nr. 30, Seite 10-15  pdf-Datei [181 kByte]

    Im Gespräch
    Michael Stolleis und Joachim Rückert: „Zu den Nürnberger Prozessen“
    Newsletter Nr. 28, Seite 7-12  pdf-Datei [291 kByte]

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Diskussionsforum des Fritz Bauer Instituts

NS-Prozesse in zeitgeschichtlicher und rechtshistorischer Perspektive

Mit Beiträgen von Micha Brumlik, Friedrich Hoffmann, Manfred Krause, Joachim Perels, Werner Renz, Hans Christoph Schaefer und Wolfram Wiesemann.

 Diskussionsforum: NS-Prozesse

Propagandisten unerwünscht
Am 1. März 2007 erschien in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in der Rubrik „Die Gegenwart“ ein Artikel mit der Überschrift „Juden unerwünscht“. Darin suchte der Autor, Konrad Löw, zu beweisen, dass Historiker gezielt Aussagen jüdischer Zeitzeugen ausblendeten, denen zufolge die Mehrheit der deutschen Nichtjuden die nationalsozialistische Judenverfolgung abgelehnt habe.
Prof. Dr. Trude Maurer
zeigt in ihrer Analyse, wie geschickt Löws Artikel angelegt und formuliert ist, so dass wohl auch mancher Redakteur die Herkunft aus dem revisionistischen Lager nicht erkannte. Die FAZ wollte die nachfolgend dokumentierte Erwiderung nicht abdrucken.

►  Propagandisten unerwünscht  pdf-Datei [63 kByte]

Am Ende kommen Touristen – Ein Film von Robert Thalheim
"Europäische Erinnerungskultur in Auschwitz?",
von Michael Elm
"Deutsch-polnischer Versöhnungskitsch", von Ronny Loewy

►  Filmdebatte, aus: Newsletter Nr. 31, Seite 19-22  pdf-Datei [322 kByte]

 

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Arbeitskreis selbständiger Kulturinstitute e.V. (AsKI)

Seit 1996 ist das Fritz Bauer Institut Mitglied des AsKI.
Der Arbeitskreis selbständiger Kultur-Institute e.V. ist eine Vereinigung von 37 national und international angesehenen selbständigen Kultur- und Forschungsinstituten, die in besonderem Maße die kulturelle Vielfalt repräsentieren. Seine Mitglieder sind nicht in staatlicher oder kommunaler Trägerschaft verankert, sondern als unabhängige, gemeinnützige Vereine oder Stiftungen tätig und stützen sich von ihrer Gründung her bis heute auf einen starken Anteil privater Initiative. Der AsKI tritt durch seine Arbeit gemeinsam mit allen Mitgliedern für die Wahrung und Pflege des kulturellen Erbes sowie die Förderung von Kunst und Kultur ein. Er lenkt die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Bedeutung kultureller Aufgaben und pflegt Verbindungen zu in- und ausländischen Institutionen und Vereinigungen mit ähnlicher Zielsetzung und Rechtsform. Der Arbeitskreis selbständiger Kulturinstitute e.V. ist Mitglied der Deutschen UNESCO-Kommission und Träger der Casa di Goethe in Rom.

 

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