Fritz Bauer Institut

Lehrveranstaltungen - Sommersemester 2017

Lehrveranstaltungen WiSe 2016/2017

zur Geschichte und Wirkung des Holocaust
an der Goethe-Universität Frankfurt am Main



Prof. Devin O. Pendas, Ph.D.
Kriegsverbrecherprozesse in der Weltgeschichte
Seminar, Dienstag, 14.00–16.00 Uhr (18. April bis 18. Juli), Historisches Seminar, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend, Seminarhaus, Raum SH 4.106

Als Kriegsverbrecherprozesse gelten nicht erst die Nürnberger Prozesse. Bereits im Mittelalter wurden Individuen wegen Kriegsverbrechen angeklagt. Im 19. Jahrhundert wurde das Kriegsvölkerrecht zu einem zentralen Thema in den Kriegen des europäischen Imperialismus. Im 20. Jahrhundert entwickelten sich Kriegsverbrecherprozesse zu einem Standardinstrument der internationalen Politik, die den Übergang von einer gewaltsamen in eine zivile Gesellschaft gewährleisten sollten. Der Begriff der »Transitional Justice« beschreibt diesen Prozess. Die Ahndung von Kriegsverbrechen geschieht nicht nur in Form von Strafprozessen zum Beispiel vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag, sondern auch durch prozessähnliche Institutionen wie die südafrikanische »Truth and Reconciliation Commission«. In diesem Seminar werden wir die Geschichte dieser Entwicklung untersuchen.


Prof. Devin O. Pendas, Ph.D.
War and Genocide

Lecture in English, Mittwoch, 10.00–12.00 Uhr (19. April bis 19. Juli), Historisches Seminar, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend, Casino, Raum 1.811

This course considers the connection between war and genocide in modern world history. Beginning with the genocidal dimensions of European imperialism in the late 19th century, we move through the industrialization of slaughter in WW I, the Armenian genocide and the Holocaust, to a consideration of post-WW II developments, including the legacy of colonialism for contemporary genocides and the return of genocide to the European continent in the former Yugoslavia. While clearly not all wars lead to genocide, we will ask whether there is anything about the specific character of modern war that makes genocide a particularly likely, if not inevitable, outcome. We will also ask whether European imperialism laid the foundation for genocides both in Europe (i.e. was there a »boomerang« effect?) and abroad (i.e. did imperialism render post-colonial societies especially susceptible to genocide?). And to what extent were various non-European genocides (Armenia, Cambodia, Rwanda) similar to or different from European genocides? Is there anything particularly »modern« about genocide? Is it even possible to speak of »genocide« in generic terms or is it always something unique? And, above all, what is its relationship to the more general phenomenon of war?



Dr. Jörg Osterloh

Holocaust. Die Geschichte der Familie Weiss

Ein Fernsehfilm und seine Folgen
Übung, Blockveranstaltung, Historisches Seminar, einführende Sitzung: Mittwoch, 19. April 2017, 14.00–16.00 Uhr, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend, Seminarhaus, Raum SH 3.105. Weitere Termine: Dienstag, 25. April und Dienstag, 2. Mai, 18.00–22.00 Uhr, Raum SH 3.103; Freitag, 9. Juni und Montag, 12. Juni, 9.00–18.00 Uhr, Raum SH 3.105

Der vierteilige US-Fernsehfilm von 1978 stellt anhand der fiktiven Geschichte der jüdischen Berliner Arztfamilie Weiss die NS-Judenverfolgung und den Holocaust dar. Im Januar 1979 strahlten die dritten Programme der ARD den Film binnen fünf Tagen aus. Ein Millionenpublikum ließ den Film zu einem Medienereignis werden, und der bis dahin in Deutschland weithin unbekannte Begriff »Holocaust« etablierte sich in der Folge als Synonym für den nationalsozialistischen Völkermord an den europäischen Juden.
Ziel der Übung ist es, die öffentlichen und wissenschaftlichen Debatten des Jahres 1979 nachzuzeichnen und die weiterreichenden Folgen des Fernsehfilms zu diskutieren. Voraussetzung für die Teilnahme ist die Bereitschaft zur regelmäßigen Teilnahme an den Blockveranstaltungen, die eigenständige Recherche der zeitgenössischen Presseberichterstattung, die intensive Lektüre der Literatur und die Übernahme eines Referats.
Die Teilnehmerzahl ist auf 25 Studierende begrenzt; Teilnahme ausschließlich nach persönlicher Anmeldung per Mail an: j.osterloh@fritz-bauer-institut.de

Einführende Literatur:
Susanne Brandt, »Wenig Anschauung? Die Ausstrahlung des Films ›Holocaust‹ im westdeutschen Fernsehen (1978/79)«, in: Christoph Cornelißen, Lutz Klinkhammer, Wolfgang Schwentker (Hrsg.), Erinnerungskulturen. Deutschland, Italien und Japan seit 1945, Frankfurt am Main 2003, S. 257–268;
Peter Märtesheimer (Hrsg.), Im Kreuzfeuer: Der Fernsehfilm Holocaust. Eine Nation ist be-troffen, Frankfurt am Main 1979; Matthias Weiß, »Sinnliche Erinnerung. Die Filme ›Holo-caust‹ und ›Schindlers Liste‹ in der bundesrepublikanischen Vergegenwärtigung der NS-Zeit«, in: Norbert Frei, Sybille Steinbacher (Hrsg.), Beschweigen und Bekennen. Die deutsche Nach-kriegsgesellschaft und der Holocaust, Göttingen 2001, S. 71–102.

Website:
www.zeitgeschichte-online.de/thema/die-fernsehserie-holocaust

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Letzte Änderung: 06. September 2017

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