Fritz Bauer Institut

Gastprofessur Wintersemester 2015/2016

Gastprofessur für interdisziplinäre Holocaustforschung

Wintersemester 2015/2016


Dr. Nicolas Berg

(Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur in Leipzig)

Zeugenschaft und Wissenschaft.
Grundfragen der Holocaustforschung
Seminar, Dienstag, 16.00–18.00 Uhr (13. Oktober 2015 bis 9. Februar 2016), Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend, Neues Seminarhaus, Raum SH 2.102

Die moderne Forschung zur Verfolgung und Vernichtung der europäischen Juden 1933–1945 hat seit geraumer Zeit einen außerordentlich hohen Grad an Spezialisierung erlangt. Das Allgemeinwissen über den Holocaust in Schule, Medien und Öffentlichkeit bleibt jedoch nicht selten diffus. Das Seminar fragt exemplarisch nach Entwicklungslinien der Forschung, nach leitenden Fragen und Begriffen seit 1945. Es richtet sich vornehmlich an Studierende, die an empirischer Forschung und methodischer Reflexion gleichermaßen Interesse haben. Zu den Teilnahmebedingungen gehört es, bis zur ersten Sitzung die Erinnerungen oder Aufzeichnungen einer oder eines Überlebenden, einen Zeugenbericht oder ein Zeitzeugeninterview zu lesen und mitzubringen, ganz gleich von wem, in welcher Sprache und aus welchem Jahrzehnt. Der Austausch über den dabei entstandenen Kanon von Texten ist Thema der ersten beiden Sitzungen, in der der Seminarplan zusammen erarbeitet wird.

Zur Einführung empfohlen:
Martin Sabrow, Norbert Frei (Hrsg.), Die Geburt des Zeitzeugen nach 1945, Göttingen 2012; Saul Friedländer, Den Holocaust beschreiben: Auf dem Weg zu einer integrierten Geschichte, Göttingen 2013.


Jean Améry, Hannah Arendt und Theodor W. Adorno in den 1960er Jahren

Lektürekurs/Übung, Mittwoch, 16.00–18.00 Uhr (14. Oktober 2015 bis 10. Februar 2016), Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend, IG Farben-Haus, Raum IG 454

In der ersten Hälfte der 1960er Jahre entstanden und erschienen Hannah Arendts Bericht Eichmann in Jerusalem (dt. 1963), Jean Amérys Essaysammlung Jenseits von Schuld und Sühne sowie Theodor W. Adornos Negative Dialektik (beide 1966). Diese Bücher avancierten mit ihren Thesen zu Tätern und Opfern, zur kulturellen Tradition und zum politischen Versagen in Deutschland sowie durch die hier verwendeten Begriffe und Deutungsangebote zu Klassikern der »Vergangenheitsbewältigung« in Deutschland. Die Übung hat zum Ziel, alle drei Werke genau zu studieren und auch den Kontext, in dem sie jeweils entstanden, in die Lektüre und Interpretation mit einzubeziehen. Während die erste Hälfte der Veranstaltung also den Werken selbst gewidmet ist, soll in der zweiten Hälfte der Versuch stehen, Gemeinsamkeiten und geteilte Voraussetzungen der drei Texte zu diskutieren.

Zur Einführung empfohlen:
Monika Boll, Raphael Gross (Hrsg.), »Ich staune, dass Sie in dieser Luft atmen können«. Jüdische Intellektuelle in Deutschland nach 1945, Frankfurt am Main 2013; Mirjam Wenzel, Der deutschsprachige Holocaust-Diskurs der sechziger Jahre, Göttingen 2009.


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